Sonntag, 16. Februar 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

14. Mai 2019 Disease-Management-Programm: IQWiG sieht Aktualisierungsbedarf

Disease-Management-Programme (DMP) sollen in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden, um sie an den jeweiligen Stand des medizinischen Wissens anzupassen. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat deshalb aktuelle evidenzbasierte Leitlinien zu Diabetes mellitus Typ 2 recherchiert, deren Empfehlungen zu Kernaussagen zusammengefasst und überprüft, ob sich aus ihnen ein Aktualisierungsbedarf ergibt. Die vorläufigen Ergebnisse liegen nun vor. Demnach sollten oder könnten fast alle Aspekte des DMP überarbeitet werden. Allerdings bilden auch die Leitlinien nicht alle für die Patientenversorgung wichtigen Fragen und Probleme angemessen ab. Bis zum 5. Juni können Interessierte Stellungnahmen zu diesem Vorbericht abgeben.
Anzeige:
Fachinformation
Überarbeitungsbedarf

Die Wissenschaftler konnten 35 Leitlinien in ihre Analyse einbeziehen, aus denen sie insgesamt 1.802 Empfehlungen extrahierten. Diese beziehen sich auf verschiedenste Versorgungsaspekte wie Diagnostik, Therapie oder Schulung der Betroffenen. Einen Überarbeitungsbedarf stellt das IQWiG für die meisten Gliederungspunkte des DMP fest. Das gilt insbesondere für die „Blutglukosesenkende medikamentöse Therapie“ sowie „Begleit- und Folgeerkrankungen“ des Typ-2-Diabetes. Einzige Ausnahme bildet die „Diagnostik (Eingangsdiagnose)“.

Kaum Empfehlungen zur Multimedikation

Zu „Besondere Maßnahmen bei Multimedikation“ kann das IQWiG keine Aussagen treffen. Das liegt daran, dass in den Leitlinien keine entsprechenden Empfehlungen zu finden sind. Dabei sind die in das DMP eingeschriebenen Patienten im Durchschnitt 68 Jahre alt und haben in der Regel eine ganze Reihe weiterer Erkrankungen, die auch mit Medikamenten behandelt werden. Häufig erhalten sie eine Kombination von Arzneimitteln, die gerade bei Älteren problematische Wechselwirkungen haben können. Die Leitlinien bilden diese Problematik aber noch nicht ausreichend ab.

Unterzuckerungen rücken in den Fokus

Wie bereits beim Diabetes mellitus Typ 1 sind inzwischen auch bei Typ 2 die Folgen von Hypoglykämien in den Leitlinien in den Vordergrund gerückt. Im DMP sind sie zwar bereits Thema, allerdings weniger prominent. Es gibt eine weitere Analogie zum Typ-1-Diabetes: Nach den Leitlinien können auch beim Typ-2-Diabetes technische Hilfsmittel zur Kontrolle und Regulierung des Blutzuckerspiegels, beispielsweise ein kontinuierliches Glukose-Monitoring (CGM), empfohlen werden. In den DMP-Richtlinien ist das noch nicht berücksichtigt.

Patienten-Schulungen

Patienten-Schulungen sind längst fester Bestandteil des DMP Typ-2-Diabetes. Inhaltliche und zeitliche Vorgaben gibt es dabei noch kaum. Neuere Leitlinien heben inzwischen hervor, dass sich solche Schulungen an den Bedürfnissen der Patienten orientieren müssten. Das schließt wiederholte Schulungen zum Selbstmanagement ein, die geeignet sind, den HbA1c-Wert zu verbessern und ungeplante Klinikeinweisungen zu reduzieren.

Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)


Das könnte Sie auch interessieren

Jetzt gegen Grippe impfen lassen

Jetzt gegen Grippe impfen lassen
© Eisenhans / Fotolia.com

Die vergangene Grippesaison 2016/2017 sorgte in Deutschland für rund sechs Millionen Infektionen. Wer sich diesen Winter vor einer Grippe schützen möchte, sollte sich jetzt impfen lassen. „Der Körper benötigt nach der Grippeimpfung rund zwei Wochen, bis ein ausreichender Virenschutz aufgebaut ist. Wer sich rechtzeitig auf das größte Ansteckungsrisiko vorbereiten will, sollte also jetzt zum Arzt gehen“, sagt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der BARMER. Insbesondere ältere Menschen mit Risiko für einen schweren...

Mittelmeerdiät ist gesund – auch fernab mediterraner Gefilde

Mittelmeerdiät ist gesund – auch fernab mediterraner Gefilde
© Daniel Vincek / fotolia.com

Neue Analysen der EPIC-Potsdam-Studie zeigen, dass eine mediterrane Kost auch außerhalb des Mittelmeerraums das Risiko für Typ-2-Diabetes senken kann. Zudem können Menschen mit Gemüse, Obst, Olivenöl und Co wahrscheinlich zusätzlich ihr Herzinfarkt-Risiko verringern. Die Ergebnisse zum Zusammenhang von regionalen Diäten und chronischen Erkrankungen haben DIfE-Wissenschaftler im Rahmen des Kompetenzclusters NutriAct jetzt im Fachblatt BMC Medicine publiziert.

Röntgeninstitut plant Mammografie mit audiovisueller Erlebniswelt

Röntgeninstitut plant Mammografie mit audiovisueller Erlebniswelt
© serhiibobyk - stock.adobe.com

Brustkrebs ist mit etwa 70.000 Neuerkrankungen im Jahr die häufigste onkologische Erkrankung bei Frauen. Daher wird der einst von der „American Cancer Society“ ausgerufene Internationale Brustkrebstag am 1. Oktober weltweit zum Anlass genommen, anhand von Informations- und Aufklärungskampagnen Aufmerksamkeit auf die Erkrankung zu lenken und speziell das Thema Vorsorge ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken. „Werden bösartige Tumoren frühzeitig entdeckt, sind die Heilungschancen von Brustkrebs äußerst gut“, weiß Dr....

Steigende Zahl älterer Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2

Steigende Zahl älterer Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2
© Robert Kneschke / Fotolia.com

Aktuell sind in Deutschland rund 17 Millionen Menschen älter als 65 Jahre. Die Zahl wird aufgrund der sich verändernden Altersstruktur auf voraussichtlich 22 Millionen im Jahr 2030 anwachsen. Die Anzahl der Hochbetagten (80 Jahre und älter) wird von derzeit vier Millionen auf sechs Millionen im Jahr 2030 ansteigen. Gleichzeitig erkranken immer mehr Menschen an Diabetes Typ 2, so dass Diabetologinnen und Diabetologen sowie Pflegende künftig viele geriatrische Patienten mit Diabetes versorgen werden: Es ist davon auszugehen, dass in Deutschland derzeit rund vier Millionen...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Disease-Management-Programm: IQWiG sieht Aktualisierungsbedarf "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.