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Medizin

09. November 2017 Effektive Schmerzreduktion mit Tapentadol

125 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage pro Jahr gehen in Deutschland auf das Konto von muskuloskelettalen Erkrankungen – die meisten davon Rückenschmerzen. Hier ist eine effektive und möglichst nebenwirkungsarme Schmerzreduktion nötig, damit die Patienten schnell wieder mobilisiert werden und ihre privaten Aktivitäten sowie ihre Arbeit wieder aufnehmen können.
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Fachinformation
Wie dies in der Praxis gelingen kann, erläuterte Dr. Lilit Flöther, Halle (Saale), am Beispiel einer 48-jährigen Krankenschwester, die bereits seit mehreren Jahren an Rückenschmerzen litt. Diese waren in den vergangenen zwei Monaten so schlimm geworden, dass sie arbeitsunfähig war. Die Schmerzstärke in Ruhe beschrieb sie mit 7-8/10, den maximalen Schmerz mit 10/10 auf der NRS. Dr. Flöther setzte die bestehende Schmerzmedikation aus Ortoton, Tramal Tropfen, Voltaren und Ibuprofen ab und stellte die Patientin auf Tapentadol (Palexia®) Retard um. Dabei betrug die Anfangsdosis 50 mg 2x täglich; diese wurde innerhalb weniger Tage auf 150 mg 2x täglich gesteigert. Es fand ein ausführliches Gespräch mit der Patientin statt, begleitend machte sie Krankengymnastik, Entspannungsübungen und führte ihre Alltagsaktivitäten fort. Schnell besserten sich die Schmerzen entscheidend. Auf Wunsch der Patientin erfolgte noch eine stationäre multimodale Schmerztherapie, im Rahmen derer die Dosierung wieder gesenkt werden konnte. Bei der Entlassung gab sie die Schmerzintensität mit 2/10 an. Der Alltag ist kaum noch eingeschränkt, die Lebensqualität hat sich verbessert und die Patientin hat ihre Arbeit wieder aufgenommen.

Wie Prof. Dr. Ralf Baron, Kiel, ausführte, ist die Schmerzreduktion durch Tapentadol vergleichbar gut wie bei anderen Opioiden. Der Vorteil besteht seiner Ansicht nach in der besseren Verträglichkeit. Hier schneidet Tapentadol sowohl bei gastrointestinalen Nebenwirkungen als auch bei Schwindel und Juckreiz besser ab als Oxycodon. Neuere Daten weisen darauf hin, dass Tapentadol zudem eine messbar geringere Atemdepression verursacht. Dies könnte laut Baron bei Patienten mit Komorbiditäten in diesem Bereich, etwa einer Schlafapnoe, relevant sein.

Dr. Anne Benckendorff

Quelle: Pressekonferenz „Wie lassen sich Rückenschmerzpatienten in Klinik und Praxis sicher und schnell mobilisieren?“ im Rahmen des Deutschen Schmerzkongresses 2017; 12. Oktober 2017 in Mannheim; Veranstalter: Grünenthal

Literatur:

(1) van der Schrier R et al. Br J Anaesth 2017; doi: 10.1093/bja/aex295. [Epub ahead of print]


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