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Medizin

30. Januar 2018 Einsatz oraler Antikoagulanzien bei nvVHF: Patientenindividuelle Therapiewahl basiert auf mehreren Faktoren

Durch die dauerhafte Einnahme eines oralen Antikoagulans kann das Risiko thromboembolischer Ereignisse bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern (nvVHF) gesenkt werden. Bei der Auswahl des geeigneten Präparats spielen dabei neben einer umfangreichen Betrachtung der Studienergebnisse und den daraus resultierenden Leitlinien-Empfehlungen auch die Konstitution des Patienten und die pharmakologischen Grundlagen der einzelnen Antikoagulanzien eine wichtige Rolle. Über die Gültigkeit des Konzepts "One dose fits all" und die patientengerechte Therapiewahl in Klinik und Praxis sprachen Experten auf einem Symposium  anlässlich der Dresdner Herz-Kreislauf-Tage 2018.
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Mit der Einführung der direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) hat die Thromboembolie-Prophylaxe bei nvVHF an Möglichkeiten gewonnen. Dr. med. Ute Scholz, Leipzig, und PD Dr. med. habil. Christoph Sucker, Berlin, betonten, dass das breite Spektrum an zur Verfügung stehenden Antikoagulanzien eine differenzierte Anamnese für die Therapiewahl erfordere. „Die unterschiedlichen pharmakologischen Wirkweisen der Präparate sowie mögliche Wechselwirkungen bei Begleitmedikation sollten ebenso bedacht werden wie die gültigen Leitlinien-Empfehlungen“, so Scholz. Der Grad der Blutungsgefährdung oder Komorbiditäten seien ebenfalls wichtige Kriterien bei der Entscheidungsfindung.

Fehlende Surrogatparameter unter DOAK-Therapie

Doch nicht für alle Patienten unter oraler Antikoagulation sind DOAK die passende Medikation: Bei Kontraindikationen wie z.B. schwere Niereninsuffizienz kommen Vitamin-K-Antagonisten (VKA) zum Einsatz. Auch bei schlechter Compliance können VKA einen Vorteil bieten: Denn hier wird – anders als bei DOAK – der Gerinnungswert regelmäßig durch einen Arzt oder vom Patienten selbstständig im Gerinnungs-Selbstmanagement (GSM) kontrolliert und die Medikamentendosis bei Bedarf angepasst. „Regelmäßige Kontrollen des Gerinnungswertes – egal ob in der Praxis oder durch Selbstmanagement – geben Arzt und Patient einen besseren Überblick über die Therapieeinstellung“, fasste
Sucker die positiven Effekte des Monitorings zusammen. Aus jahrelanger Erfahrung bestätigt der Hämostaseologe, dass Patienten durch das Gerinnungs-Selbstmanagement zu "Experten in eigener Sache" werden und gut einschätzen können, welchen Einfluss bestimmte Parameter – wie beispielsweise Ernährung – auf den Gerinnungswert haben.

Ob das Gerinnungs-Selbstmanagement für den Patienten geeignet ist, entscheiden Arzt und Patient gemeinsam. PD Dr. med. habil. Sucker verwies hierbei auf den Leitfaden der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft  (AkdÄ), in dem das Selbstmanagement ausdrücklich für alle Personen empfohlen wird, die über die nötigen kognitiven Voraussetzungen, feinmotorischen Fähigkeiten und ausreichendes Sehvermögen verfügen. Studien zeigen zudem, dass GSM-Anwender eine deutlich erhöhte TTR (Time in Therapeutic Range) von 79% gegenüber konventionell betreuten Patienten mit einer TTR von 62% haben.  „Wir wissen darüber hinaus, dass thromboembolische Erkrankungen in der Gruppe der GSM-Anwender gegenüber der Routinekontrolle signifikant seltener auftreten – hier liegt eine Reduktion von 58% vor (3). Auch schwerwiegende Blutungen werden um 14% reduziert und die Mortalitätsrate sinkt “, führte Dr. med. Ute Scholz aus.

Die Kosten für Schulung, Gerinnungsmonitor (z.B. CoaguChek® INRange) und Teststreifen werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen und das Budget des Arztes somit nicht belastet. Zusätzlich wird der Praxisaufwand durch die bessere Gerinnungseinstellung und die nur noch quartalsweisen Besprechungen verringert.

Quelle: Roche


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