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Medizin

10. April 2017 Eisen(III)-Maltol gegen Eisenmangelanämie bei CED

Eisenmangelanämie ist eine häufige Komplikation bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Sie erfordert eine Eisensubstitution, die oral oder bei schwerer Anämie intravenös erfolgen kann. Orale zweiwertige Eisenpräparate haben im Therapieansprechen bei die CED begleitender Eisenmangelanämie oft Limitationen: 70% der Betroffenen geben an, mit oralen zweiwertigen Eisenpräparaten aufgrund fehlender Wirksamkeit oder Verträglichkeit unzufrieden zu sein (1). Bis zu ein Drittel der Patienten setzt folglich die Behandlung mit zweiwertigem Eisen vorzeitig ab (2,3). Mit Eisen(III)-Maltol (Feraccru®) steht nun ein innovatives, dreiwertiges orales Eisenpräparat in einem stabilen Chelatkomplex zur Verfügung, das den hohen medizinischen Bedarf einer handhabbaren und verträglichen oralen Behandlung der leichten bis mittelschweren Eisenmangelanämie adressiert (4).
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Fachinformation
„Patienten, die an einer Eisenmangelanämie bei CED leiden, wird grundsätzlich eine Eisengabe empfohlen, denn die Symptomatik dieser Anämie beeinträchtigt die körperlichen und kognitiven Funktionen negativ“, erklärte PD Dr. Jochen Klaus, Ulm (5). Diese Symptome können nahezu jeden Aspekt des täglichen Lebens beeinflussen (6). Mit der Behandlung der Anämie verbessert sich auch die Lebensqualität der Patienten, wobei die Verbesserung unabhängig von der klinischen Aktivität der CED ist (7,8). Die orale Gabe kann bei allen nicht schweren Fällen der Eisenmangelanämie und fehlender Entzündungsaktivität erfolgen (9). Im Gegensatz zu Eisen(III)-Maltol weisen herkömmliche orale zweiwertige Eisenpräparate eine Reihe bekannter Limitationen hinsichtlich Wirksamkeit und Verträglichkeit auf: Bei 50% der CED-Patienten treten während der Behandlung mit zweiwertigen oralen Eisenpräparaten gastrointestinale Nebenwirkungen wie Übelkeit, Flatulenz, Diarrhö und Magenerosion auf, da nur 10% des zweiwertigen Eisens nach Einnahme absorbiert werden. Die aktuelle Datenlage zeigt, dass Eisen(III)-Maltol über eine effektivere Absorption verfügt im Vergleich zu zweiwertigen oralen Eisenpräparaten. „Die Maltol-Liganden bilden einen Chelatkomplex mit dreiwertigem Eisen, dessen Stabilität während des Transportes zur Darmschleimhaut erhalten bleibt. Die Absorption wird endogen reguliert, wodurch eine Eisenüberladung selbst bei geschädigtem Darm unwahrscheinlich ist. Nicht absorbiertes Eisen wird ausgeschieden“, erläuterte PD Dr. Ulf Helwig, Oldenburg (5).

Hohe Wirksamkeit und Sicherheit auf Placeboniveau

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Eisen(III)-Maltol wurde im prospektiven, randomisierten und placebokontrollierten Phase-III-Studienprogramm AEGIS bei erwachsenen Patienten mit Eisenmangelanämie bei CED, die die orale Gabe von zweiwertigem Eisen nicht vertragen hatten, untersucht (10,11). „Nach 12 Wochen oraler Therapie mit 30 mg Eisen(III)-Maltol zweimal täglich zeigten sich statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserungen der Hämoglobin-Werte“, berichtete PD Dr. Carsten Schmidt, Jena (5). Die Hb-Konzentrationen stiegen unter der Behandlung mit Eisen(III)-Maltol (n = 64) gegenüber der Behandlung mit Placebo (n = 64) um 2,25 (± 0,19) g/dl signifikant an (p < 0,0001) (10). „Zwei Drittel der mit Eisen(III)-Maltol behandelten Studienteilnehmer erreichten dabei eine Normalisierung der Hb-Werte – unter Placebo waren es 12%. Dieser Effekt blieb auch in der anschließenden 52-wöchigen, offenen Verlängerungsphase bestehen“, so Schmidt weiter. 74% der Patienten profitierten von der Wirksamkeit von Feraccru® und dem Sicherheitsprofil, das über 64 Wochen auf Placeboniveau blieb, und schlossen die Verlängerungsphase unter Behandlung mit Eisen(III)-Maltol ab (11). Dies zeigte sich auch in der Therapieadhärenz, die im Mittel bei 97% lag (11,12). Patienten nahmen ihre Medikamente entsprechend der ärztlichen Vorgabe ohne Unterbrechung oder medizinische Aufsicht ein. Einsatz von Eisen(III)-Maltol in der Praxis Feraccru® ist ein dreiwertiges Eisenpräparat speziell zur oralen Behandlung der Eisenmangelanämie bei erwachsenen CED-Patienten (4). Eisen(III)-Maltol kann insbesondere von Beginn an in der Erstlinientherapie bei leichter bis mittelschwerer Eisenmangelanämie eingesetzt werden. „Auch für Patienten, bei denen orales Eisen(II) versagt oder nicht ausreichend angesprochen hat, stellt es somit eine Alternative noch vor der i.v.-Gabe dar“, erläuterte Klaus.

Die orale Eisengabe sollte nach Korrektur der Eisenmangelanämie für mindestens 3 Monate fortgeführt werden, damit sich die Eisenspeicher auffüllen können (12). Laut der Leitlinie der European Crohn’s and Colitis Organisation (ECCO) sollten Patienten mit CED nach der Korrektur der Eisenmangelanämie in den nächsten zwölf Monaten alle drei Monate und danach alle sechs bis zwölf Monate auf rezidivierenden Eisenmangel überwacht werden (13).

Quelle: Shield Therapeutics

Literatur:

(1) Danese S, et al. Eur J Gastroenterol Hepatol 2014;26:1385-1391.
(2) Beal F, et al. Gut 2012;61:A179-A180.
(3) Schröder O, et al. Am J Gastroenterol 2005;100:2503-2509.
(4) Fachinformation Feraccru®, Stand September 2016.
(5) Pressekonferenz „Eisentherapie von Anfang an leicht gemacht: Orales Eisen(III) in der Behandlung der Eisenmangelanämie bei CED“, 5. April 2017, Hamburg, Veranstalter: Shield Therapeutics GmbH.
(6) Allocca M, et al. Curr Drug Targets 2014;15:1011-1019.
(7) Wells CW, et al. Inflamm Bowel Dis 2006;12:123-130.
(8) Evstatiev R, et al. Gastroenterology 2011;141:846–853.e1-2.
(9) Preiß JC, et al. S3-Leitlinie 021/004: Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn. Aktueller Stand: 01/2014. http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021-004l_S3_Morbus_Crohn_Diagnostik_Therapie_2014-09.pdf (letzter Zugriff: 4. April 2017).
(10) Gasche C, et al. Inflamm Bowel Dis 2015;21:579-588.
(11) Schmidt C, et al. Aliment Pharmacol Ther 2016;44:259-270.
(12) Goddard AF, et al. Gut 2011;60:1309-1316.
(13) Dignass AU, et al. J Crohns Colitis 2015;9:211-222.


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