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Medizin

15. Dezember 2017 Empfehlung zum Einsatz von dualer Bronchodilatation für Mehrheit symptomatischer COPD-Patienten

Ende November gab Novartis positive Ergebnisse der FLASH-Studie bekannt, welche die Sicherheit und Wirksamkeit einer direkten Umstellung bei Patienten mit moderater bis schwerer COPD von Salmeterol/Fluticason auf Indacaterol/Glycopyrronium (Ultibro® Breezhaler®) untersuchte. Der GOLD-Report empfiehlt den Einsatz von dualer Bronchodilatation für die Mehrheit symptomatischer COPD-Patienten* (1) und neue Daten unterstützen diese Empfehlung. Die erste randomisierte kontrollierte Studie FLASH** (2) zur direkten Umstellung von LABA/ICS‡ (Salmeterol/Fluticason) auf Ultibro® Breezhaler® zeigt verbesserte Lungenfunktion bei symptomatischen Patienten mit moderater bis schwerer COPD (2). Des Weiteren liefern deutsche DACCORD-Registerdaten ebenso positive Ergebnisse zur direkten Umstellung auf Indacaterol/Glycopyrronium aus dem Praxisalltag (3).
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Basistext
Die Überlegenheit von einmal täglich Indacaterol/Glycopyrronium (110/50 μg; LABA/LAMA‡) gegenüber zweimal täglich Salmeterol/Fluticason (50/500 μg; LABA/ICS‡) in Bezug auf die Verbesserung der Lungenfunktion (4,5) und die Reduktion der Rate von Exazerbationen (6),‡‡ bei COPD-Patienten wurde bereits in früheren Studien nachgewiesen.

Die FLASH-Studie ist die erste randomisierte kontrollierte Studie, die den Nutzen einer direkten Umstellung von Patienten mit moderater bis schwerer COPD und täglichen Symptomen von Salmeterol/Fluticason auf Indacaterol/Glycopyrronium bestätigt. Um den klinischen Alltag möglichst realistisch abzubilden, erfolgte der Wechsel in der FLASH-Studie ohne die bei den meisten Studien übliche Washout-Phase. Der primäre Endpunkt der Studie wurde erreicht, die direkte Umstellung auf Indacaterol/Glycopyrronium führte zu einer signifikanten Verbesserung der Lungenfunktion (Trough-FEV1: exspiratorische Einsekundenkapazität unmittelbar vor der nächsten Arzneimittelgabe) (2). Sicherheits- und Verträglichkeitsprofile der beiden Behandlungen waren ähnlich (2).

Diese Ergebnisse untermauern den aktuellen GOLD-Report, welcher den Einsatz von dualer Bronchodilatation für die Mehrheit der symptomatischen COPD-Patienten* – ungeachtet des Exazerbationsrisikos – empfiehlt und die Verwendung ICS-haltiger Therapien auf bestimmte Patiententypen beschränkt; darunter Patienten, die unter einer LABA/LAMA-Behandlung weiter exazerbieren oder die z.B. den Befund eines Asthma-COPD-Overlaps haben (1).

Evidenz aus dem klinischen Alltag

Nahe an die klinische Praxis angelehnt war auch die open-label konzipierte CRYSTAL-Studie** (7), in der symptomatische Patienten mit moderater COPD von ihrer vorherigen Therapie (LABA+ICS, LABA/ICS, LABA, LAMA‡) direkt auf Indacaterol/Glycopyrronium umgestellt wurden. Hier zeigte sich einmal mehr eine überlegene Verbesserung der Lungenfunktion sowie eine Linderung der Atemnot (laut Transitional Dyspnoe Index) bei den Patienten.

Direkt aus dem klinischen Alltag in Deutschland stammen die Daten des DACCORDRegisters. Aktuell veröffentlichte Ergebnisse (3) unterstützen ebenfalls die Empfehlungen des GOLD-Reports (1) hinsichtlich Eskalation bzw. Deeskalation der COPD-Therapie. So sollte bei Patienten, die unter bronchodilatatorischer Monotherapie oder LABA/ICS symptomatisch sind, eine duale Bronchodilatation erwogen werden (1). Die Daten untermauern auch die Verwendung von LABA/LAMA als bevorzugte Erhaltungstherapie für symptomatische COPD-Patienten (3).

Des Weiteren bietet die Analyse erste Erfahrungen aus der Praxis zur Deeskalation von LABA/LAMA/ICS zu LABA/LAMA (3). Insgesamt profitierten die Patienten im einjährigen Follow-up im Hinblick auf Exazerbationen und Gesundheitsstatus (gemessen anhand des COPD Assessment Test) von einer direkten Umstellung auf die duale Bronchodilatation mit Indacaterol/Glycopyrronium (3).

* Gruppe B und D; Gruppe B: Bei Patienten mit persistenter Atemlosigkeit in Monotherapie oder mit schwerer Atemlosigkeit. Gruppe D: Als Initialtherapie; bei fortdauernden Exazerbationen in Kombination mit ICS.
** Assessment of switching salmeterol/Fluticasone to indacateroL/glycopyrronium in A Symptomatic COPD patient coHort
‡ LABA: langwirksamer Beta2-Agonist; LAMA: langwirksames Anticholinergikum; ICS: inhalatives Kortikosteroid
‡‡ FLAME-Studie: Indacaterol/Glycopyrronium 110/50 μg vs. Salmeterol/Fluticason 50/500 μg; Primäres Studienziel: Nicht-Unterlegenheit bei der Reduktion der Rate aller (milde, moderate, schwere) Exazerbationen wurde erreicht; sekundäres Studienziel: Überlegenheit bei der Reduktion der jährlichen Rate aller (milde, moderate, schwere) Exazerbationen wurde erreicht.

Quelle: Novartis

Literatur:

(1) From the Global Strategy for the Diagnosis, Management and Prevention of COPD, Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) 2018. Abrufbar unter: http://goldcopd.org (Letzter Zugriff: 01.12.2017).
(2) Frith P et al. Assessing direct switch to indacaterol/glycopyrronium from salmeterol/fluticasone in moderate to severe symptomatic COPD patients: the FLASH study. (APSR 2017 abstract; Kongress der Asian Pacific Society of Respirology (APSR) Sydney, Australien, 23.-26.11.2017).
(3) Worth H et al. GOLD 2017 treatment pathways in ´real life`: An analysis of the DACCORD observational study. Respir Med 2017;131:77-84.
(4) Vogelmeier C et al. Efficacy and safety of once-daily QVA149 compared with twice-daily salmeterol/fluticasone
in patients with COPD (ILLUMINATE): a randomised, double-blind, parallel group study. Lancet Respir Med 2013;1:51-60.
(5) Zhong N et al. LANTERN: a randomized study of QVA149 versus salmeterol/fluticasone combination in patients with COPD. Int J Chron Obstruct Pulmon Dis 2015;10:1015-1026.
(6) Wedzicha JA et al. Indacaterol/Glycopyrronium Versus Salmeterol/Fluticasone for COPD. New England Journal of Medicine 2016. N Engl J Med 2016;374:2222-2234.
(7) Vogelmeier C et al., Efficacy and safety of direct switch to indacaterol/glycopyrronium in patients with moderate COPD: the CRYSTAL open-label trial, Respir Res 2017;18:140.


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