Dienstag, 18. Februar 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

10. Februar 2020 Entwicklung von Krebszellen verhindern

Das menschliche Immunsystem bildet Zellen, die die Heilungsprozesse des Körpers unterstützen. Einige dieser Zellen sind allerdings als entzündungsfördernd bekannt oder können die Bildung von Krebszellen unterstützen. Forscher um Wolfram Weckwerth von der Universität Wien und Thomas Weichhart von der Medizinischen Universität Wien zeigen, dass die Entwicklung von diesen Immunzellen durch einen neuen biochemischen Schalter verhindert werden kann. Die Studie erscheint in Cell Reports.
Anzeige:
Fachinformation
Erkennt der menschliche Körper fremde Organismen oder Substanzen, reagiert er mit einer Immunantwort. Die angeborene Immunantwort umfasst die wichtigsten Stoffwechselprozesse und zellulären Reaktionen, die mit Infektionen und Krankheiten verbunden sind. Neben der wirksamen Abwehr von bakteriellen Infektionen ist das Immunsystem auch stark bei der Entstehung von Krebs und anderen systemischen Krankheiten beteiligt. Daher ist das Verständnis von grundlegenden biochemischen Prozessen von enormer Bedeutung und führt auf direktem Weg zu Therapien gegen Immunschwäche und sogar Krebs.

M1- und M2-Makrophagen

Die Differenzierung von Abwehrzellen des menschlichen Immunsystems ist einer der komplexesten Vorgänge, die während einer direkten Immunabwehr gegen Infektionen ablaufen. Die entwickelten Abwehrzellen werden Makrophagen genannt und können in 2 Typen eingeteilt werden: M1-Makrophagen, die Entzündungen fördern und M2-Makrophagen, die Heilungsprozesse des Körpers unterstützen. Letztere können aber auch die Bildung von Krebszellen – Tumor-assoziierte Makrophagen (TAM) – fördern. Diese Prozesse sind bei Tieren und Menschen gleichermaßen konserviert.

Zelldifferenzierung lässt sich mit neuem Schalter unterdrücken

In einer neuen Studie zeigen 2 Forschungsteams um den Systembiologen und Biochemiker Wolfram Weckwerth von der Universität Wien und den Immunologen Thomas Weichhart von der Medizinischen Universität Wien, dass neben den bekannten Mechanismen der Makrophagendifferenzierung ein wichtiger Schalter existiert, der bisher nicht beachtet wurde. Es handelt sich dabei um einen biochemischen Weg, der von der Glykolyse – dem wichtigsten Stoffwechselweg zur Verarbeitung von Zuckern im menschlichen Organismus – abzweigt und wichtige biosynthetische Prozesse der schnellen Zellteilung unterstützt.
Die Forscher erkannten, dass dieser Schalter, wenn er ausgeschaltet wird, die Differenzierung zu M2-Makrophagen unterdrückt. Das hat unmittelbare Konsequenzen für das Verständnis von Tumor-assoziierten Makrophagen, deren Bildung so verhindert werden könnte. „Unsere Hypothese lautet, dass den Krebszellen damit eine wichtige Umgebung entzogen wird. Dieser Stoffwechselweg hat somit große Bedeutung bei der Bekämpfung von Krebs, der von diesen Tumor-assoziierten Makrophagen gefördert wird“, betont Weckwerth.

Potentielle Therapiemöglichkeiten

Die beiden Labore von Thomas Weichhart und Wolfram Weckwerth arbeiten daran, diesen Mechanismus weiter zu studieren und potentielle Therapiemöglichkeiten zusammen mit Wissenschaftern der Fakultät für Lebenswissenschaften der Universität Wien, die auf Drug Design spezialisiert sind, zu entwickeln. In diesem Zusammenhang zentral ist das Vienna Metabolomics Center, welches die Analyse und Computer-gestützte Modellierung dieser hochkomplexen Vorgänge des Immunsystems und auch des Krebsstoffwechsels erlaubt. Das Vienna Metabolomics Center war daher auch kürzlich in eine Studie involviert, mit der ein neuer Mechanismus zur potentiellen Krebsbekämpfung durch gezielte Fastenperioden und Medikamentengabe aufgeklärt werden konnte.

Quelle: Universität Wien


Das könnte Sie auch interessieren

Pilotprojekt: Stuhlkarten-Screening mit einfacher Farbkarte

Pilotprojekt: Stuhlkarten-Screening mit einfacher Farbkarte
© jolopes / Fotolia.com

Genial einfach: Anfang Dezember 2016 wurden 100.000 so genannte Stuhlkarten zur Früherkennung der Gallengangatresie an alle stationären niedersächsischen Geburtskliniken verschickt und dort von Kinderärzten, Gynäkologen und Hebammen in das „Gelbe Heft“ eingelegt. „Dieses Projekt ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie mit einfachen Mitteln und ohne großen technischen Aufwand ein maximaler Erfolg erzielt werden kann. Mit übersichtlich gestalteten Karten wird es Eltern leicht gemacht, sich über die Gesundheit ihres neugeborenen...

Weltnierentag 2017: Übergewicht geht an die Nieren!

Weltnierentag 2017: Übergewicht geht an die Nieren!
© pixologic / Fotolia.com

Am 09. März ist Weltnierentag: Ziel des weltweiten Aktionstags ist es, die Prävention von Nierenerkrankungen in den Vordergrund zu stellen. Derzeit sind über 100.000 Menschen in Deutschland auf ein Nierenersatzverfahren - Dialyse oder Transplantation – angewiesen. Ein Nierenversagen kann grundsätzlich jeden treffen, besonders gefährdet sind allerdings Menschen mit Übergewicht. Die Zahl der durch Übergewicht verursachten Nierengewebsschäden hat sich in den vergangenen 30 Jahren bereits verzehnfacht!

Fleisch und Milchprodukte günstig, raffinierte Kohlenhydrate schlecht

Fleisch und Milchprodukte günstig, raffinierte Kohlenhydrate schlecht
© M.studio / fotolia.com

Eine Studie mit mehr als 218.000 Teilnehmern aus über 50 Ländern zeigt: Nicht nur Obst, Gemüse und Nüsse sind herzgesund und verlängern das Leben, sondern auch nicht-verarbeitetes Fleisch und Milchprodukte. Die konsumierte Menge raffinierter Kohlenhydrate sollte begrenzt werden. Diese Studienergebnisse dürfen allerdings nicht als Freibrief für exzessiven Konsum für Fleisch und fetten Käse gesehen werden, sondern als Plädoyer für eine ausgewogene Ernährung, sagen deutsche Kardiologen.

Schuppenflechte in Gelenken: Neue Therapien bei Psoriasis-Arthritis

Schuppenflechte in Gelenken: Neue Therapien bei Psoriasis-Arthritis
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Mit Rheuma werden gemeinhin Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat mit fließenden, reißenden und ziehenden Schmerzen bezeichnet, oft einhergehend mit einer Einschränkung der Funktionsfähigkeit. Etwa 200 bis 400 einzelne Erkrankungen werden mittlerweile unter Rheuma verzeichnet, die sich im Beschwerdebild, dem Verlauf und der Prognose sehr unterscheiden. Entgegen weit verbreiteter Meinung ist es keine Erkrankung nur älterer Menschen, betont Prof. Christoph Baerwald, 1. Sprecher des Rheumazentrums am Universitätsklinikum Leipzig anlässlich des...

Tagebuch hilft Pflegenden beim Erkennen eigener Bedürfnisse

Tagebuch hilft Pflegenden beim Erkennen eigener Bedürfnisse
© Sandor Kacso / Fotolia.com

Viele pflegende Angehörige nehmen ihre eigenen Bedürfnisse kaum mehr wahr. Die Sorge um den Angehörigen oder die Angst, der Aufgabe nicht gerecht zu werden, können den Blick auf sich und eigene Wünsche verstellen, erklärt Daniela Sulmann vom Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP). "Als erstes gilt es dann zu versuchen, sich selbst wieder stärker in den Fokus zu nehmen und zu formulieren, was man braucht." Das jedoch sei leichter gesagt als getan. Sulmann empfiehlt Pflegenden daher, ein Tagebuch zu führen.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Entwicklung von Krebszellen verhindern"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.