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Medizin

28. November 2019 Erfolgreicher Kampf gegen Kinderlähmung

Von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurde die Meldung, dass das Kinderlähmungsvirus Typ 3 (Polio Virus Typ 3) weltweit ausgerottet werden konnte. Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin weist darauf hin, dass mit höheren Impfraten auch der verbleibende aktive Polio Virus Typ 1 zu überwinden wäre. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist es zum dritten Mal gelungen, ein Virus durch Impfung weltweit auszurotten: 1977 das Pocken-Virus, erst 2015 das Kinderlähmungsvirus Typ 2, und nun der Erfolg gegen das Kinderlähmungsvirus Typ 3, den die WHO am 24. Oktober 2019 vermelden konnte.
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„Es hat sich erneut gezeigt, dass es möglich ist, ein Virus weltweit zu überwinden, wenn es nur bei Menschen vorkommt. Die Ausrottung des Kinderlähmungsvirus Typ 3 durch Schutzimpfungen ist ein Triumph der modernen Medizin, der uns ermuntern sollte, allen Kindern in Deutschland und weltweit diese Vorteile zugutekommen zu lassen“, erläutert Prof. Dr. Hans-Iko Huppertz, Generalsekretär der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ), die Bedeutung des aktuellen Impferfolgs.

Weiterhin aktiv: Kinderlähmungsvirus Typ 1

Aktuell zirkuliert noch das Kinderlähmungsvirus Typ 1, das weiterhin in Afghanistan und besonders in Pakistan auftritt und zu bleibenden Lähmungen oder Todesfällen bei Kindern führt. Da die bekannten drei Polio-Viren virologisch und immunologisch unterschiedlich sind, müssen sie  einzeln bekämpft werden. Durch stringente Impfbemühungen könnte, so der Experte, auch das Polio-Virus ausgerottet werden.

Um solche Impferfolge zu erreichen, muss die Weltgesundheitsorganisation die Möglichkeit haben, alle ihre Fähigkeiten im Bereich von Medizin, Logistik und Kommunikation einzusetzen. Huppertz hebt hervor: „Diese Nachricht ist für Deutschland bedeutsam, weil wir darauf hingewiesen werden, dass die Impfanstrengungen hierzulande keineswegs nachlassen dürfen, sondern eher verstärkt werden müssen: Ansonsten besteht die Möglichkeit, dass das Kinderlähmungsvirus Typ 1 auch bei uns wieder zirkuliert.“ Der Grund für diese Sorge: Die Impfraten, die man über viele Jahre bei 95% oder 94 % aller Kinder bei Einschulung vermutete, liegen offensichtlich deutlich niedriger, wie die letzten Untersuchungen von Krankenkassen-Daten gezeigt haben.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, dass alle Kinder im Alter von 2, 3 und 4 Monaten sowie mit 11-15 Monaten und erneut mit 9-16 Jahren gegen Kinderlähmung geimpft werden. Der in Deutschland seit vielen Jahren bewährte Impfstoff schützt gegen die Kinderlähmungsviren Typ 1, 2 und 3. Dadurch besteht außerhalb eines Endemiegebietes ein lebenslanger Impfschutz.

Quelle: Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e.V.


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