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Medizin

20. Juni 2017 Europäischer Erfinderpreis für Malaria-Blutschnelltest

Malaria in Patienten zu erkennen ist bisher nur mit hohem Zeitaufwand möglich und zudem sehr fehleranfällig. Prof. Dr. Oliver Hayden, München, hat mit seinem Kollegen Jan van den Boogaart einen automatisierten Blutschnelltest entwickelt, der mit fast 100%iger Sicherheit die richtige Diagnose stellt. Für die Entwicklung der neuen Methode erhielten die Forscher am 15. Juni den Europäischen Erfinderpreis, der herausragende Erfinder aus Europa und der ganzen Welt auszeichnet.
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Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben 2015 weltweit ca. 430.000 Menschen an Malaria. Ein großes Problem dieser tropischen Infektionskrankheit ist eine schnelle und zuverlässige Diagnose. Bisher erfolgt sie hauptsächlich über den mikroskopischen Erregernachweis im Blut durch medizinisches Personal – eine ungenaue und zeitaufwändige Methode. Der neue Schnelltest, den Hayden mit Jan van den Boogaart, Siemens Healthineers, entwickelte, nutzt dagegen eine Kombination von 30 unterschiedlichen Blutwerten, die automatisiert bestimmt werden können.

Die Forscher machten eine statistische Auswertung von Blutparametern gesunder Personen und von Malariapatienten. Dabei konnten sie ein Set aus 30 Werten ermitteln, bei denen die Erkrankten messbare Abweichungen von der Norm zeigten. Die beiden Forscher entwickelten daraufhin einen Algorithmus, mit dem sich Blutmessautomaten, die bereits in Laboren oder Kliniken genutzt werden, so umstellen lassen, dass sie auch den Malaria-„Datenfingerabdruck“ erkennen. Mit dieser neuen Methode kann die Krankheit mit einer Sicherheit von 97% diagnostiziert werden. In Zukunft wollen van den Boogaart und Hayden dieses Nachweisverfahren auch für andere Krankheiten weiterentwickeln.

Quelle: TECHNISCHE UNIVERSITÄT MÜNCHEN


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