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Medizin

14. März 2019 FSME: Infektionsgefahr durch Zecken

Gegen die sich stetig ausbreitende FSME-Infektionsgefahr durch Zecken hilft vor allem die FSME-Impfung. Experten erörterten im Marburger Impfstoffwerk von GlaxoSmithKline den Lebenszyklus der Parasiten und den hohen Stellenwert der Immunisierung.
Die Zeckensaison ist eröffnet: Liegen die Temperaturen über 7°C, werden Ixodes Ricinus (Gemeiner Holzbock) und weitere Arten aktiv und suchen nach einem Wirt. „Neben Waldgebieten sind sie auch auf Wiesen und in Gärten verbreitet, meist in Bodennähe“, erklärte Prof. Dr. Heinz Mehlhorn, Düsseldorf, im Rahmen des Ortstermins im GSK-Impfstoffwerk Marburg (1). Der Parasitologe betonte: „In einer Studie der Universität Hohenheim fanden sich Zecken in praktisch allen Gärten, auch in waldfernen: Sie haben ein breites Wirtsspektrum und werden durch Mäuse, Vögel, Füchse, Igel und andere Tiere eingeschleppt“ (2).

Erstmals FSME-Risikogebiet in Niedersachsen

In vielen Gegenden Europas und Nordasiens sind laut Angaben von Dr. Michael Bröker, Mikrobiologe aus Marburg, bis zu 30% der Zecken von Flavi-Viren befallen, den Erregern der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Der Parasit kann die Viren beim Stich zum Blutsaugen auf den Menschen übertragen. „Die Risikogebiete wachsen stetig von Süd nach Nord, es werden immer mehr“, berichtete Bröker. „Gründe dafür sind die Reisetätigkeit des Menschen und Wanderungen von Zugvögeln und anderen Tieren“, waren sich beide Experten einig.

Auch in Deutschland ist in den letzten Jahren die Risikoregion, in der die FSME-Inzidenz beim Menschen eine definierte Mindestschwelle übersteigt, wieder um einige Kreise angewachsen. Diese liegen teils inselartig in bislang FSME-freien Gebieten, etwa in Hessen, Rheinland-Pfalz sowie 2019 erstmals auch in Niedersachsen (Landkreis Emsland) (3).

Steigende Infektionsraten

Dementsprechend stieg die Zahl der FSME-Infektionen beim Menschen. Sie hat im Jahr 2018 einen vorläufigen Höchststand erreicht: 583 FSME-Fälle wurden in Deutschland gemeldet, 20% mehr als im Jahr zuvor. „Bei 56% der 2018 übermittelten Erkrankungen wurde ein klinisches Bild mit neurologischen Manifestationen einer Meningitis, Enzephalitis oder Myelitis angegeben“, so das Robert Koch-Institut (3).

Impfschutz

Schutz vor FSME und deren teils lebensbedrohlichen Verläufen bietet neben körperbedeckender Kleidung und der Anwendung von Repellenzien vor allem die aktive Immunisierung. Im Impfstoffwerk Marburg wird unter anderem der FSME-Impfstoff Encepur® produziert. Er kann im konventionellen Schema oder im Schnellschema (Grundimmunisierung: Tag 0 – Tag 7 – Tag 21) geimpft werden, wie Dr. Andris Schulz, Senior Medical Advisor bei GSK, berichtete. „Auffrischimpfungen können mit Encepur® erfolgen, auch dann, wenn bei der Grundimmunisierung ein anderer Impfstoff verwendet wurde“, ergänzte er (4). Dies vereinfache die Impfung für den Allgemeinmediziner.
 

Simone Reisdorf

Quelle: Pressereise „Die Welt der Impfstoffe – FSME im Fokus“ mit Diskussionsrunde, Impfstoffwerk Marburg, MARS-Campus, 06. März 2019; Veranstalter: GlaxoSmithKline

Literatur:

1) Mehlhorn H, Mehlhorn B, Zecken auf dem Vormarsch – Vorbeugung und Maßnahmen gegen Krankheitserreger, Düsseldorf university press, 2009.
2) Pressemitteilung der Universität Hohenheim, https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung?tx_ttnews%5Btt_news%5D=26836 cHash=bc261f0cc36d45bbcf4ae35d947403b1.
3) Robert Koch-Institut (RKI), Epidemiologisches Bulletin 07/2019, https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2019/Ausgaben/07_19.pdf?__blob=publicationFile.
4) Fachinformationen Encepur®.


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