Donnerstag, 22. August 2019
Navigation öffnen

Medizin

22. April 2016 Fett- oder Nervenzelle? Projekt untersucht, wie Serotonin die Zelldifferenzierung beeinflusst

Welche Rolle der Botenstoff Serotonin bei der Bildung und Differenzierung von Stammzellen spielt, will das Forschungskonsortium um die Forscherin Dr. Natalia Alenina aufdecken. An dem trilateralen Projekt arbeiten neben dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) auch Partner aus Russland und der Ukraine. Es wird von der Volkswagen Stiftung mit insgesamt 250.000 Euro gefördert.

Anzeige:
Fachinformation

Serotonin ist vor allem wegen seiner stimmungsaufhellenden Wirkung bekannt. Neben dieser Funktion im zentralen Nervensystem hat das Molekül eine Vielzahl von weiteren Funktionen. Es fördert als Botenstoff in Blutplättchen die Blutgerinnung und reguliert den Blutdruck. Auch seine Rolle bei der Entstehung von Depressionen oder Übergewicht ist umfassend belegt.

Offen ist jedoch die Frage, ob das Hormon auch eine Rolle in der Embryonalentwicklung spielt. Dr. Natalia Alenina aus der MDC-Forschungsgruppe "Molekularbiologie von Hormonen im Herz-Kreislauf-System" will dieser Frage nun im jetzt bewilligten Projekt nachgehen. "Es gibt viele Anzeichen, dass es so ist, aber die Mechanismen wurden noch nicht verstanden", sagt die Wissenschaftlerin. In dem Projekt "Serotonin in stem cell potency and differentiation" geht es deshalb um zwei zentrale Fragen: Welche Rolle spielt Serotonin in dem Prozess, bei dem aus Stammzellen differenzierte Körperzellen werden - und welcher therapeutische Nutzen lässt sich aus diesem Wissen ableiten?

In Experimenten mit Zellkulturen soll untersucht werden, welche Rolle Serotonin bei der Entwicklung von Stammzellen in verschiedenen Zelltypen spielt. "Dafür nutzen wir körpereigene Zellen, die zunächst zu Stammzellen "umprogrammiert" werden", berichtet Alenina. Diese sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) werden dann gezielt in Nerven- oder Fettzellen differenziert, und der Einfluss von Serotonin auf diesen Vorgang wird untersucht. Die Erkenntnisse aus diesen Experimenten könnten bei der Suche nach Therapien für Krankheiten wie Depression und Übergewicht helfen.

Zu den Forschungsarbeiten tragen die drei beteiligten Partner ihre jeweilige Expertise zusammen: das MDC zu Serotonin, die russische Gruppe um Alexej Tomilin (Institut für Cytologie der Russischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg) zu pluripotenten Stammzellen, und die ukrainische Partnerin Svitlana Novikova (Staatsinstitut für Genetische und Regenerative Medizin in der Nationalen Akademie für Medizinische Wissenschaften der Ukraine in Kiew) zu Neuralleisten-Zellen, einer Stammzellenpopulation in embryonalen Geweben. Die Forschungsarbeiten starten im Mai 2016.

"Ich freue mich sehr, dass die Volkswagen Stiftung unser Projekt zur Förderung ausgewählt hat. So können wir zeigen, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Russland und der Ukraine trotz der schwierigen politischen Situation weiter miteinander arbeiten", sagt Natalia Alenina.

Quelle: Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft


Das könnte Sie auch interessieren

Balance halten – Rücken stärken!

Balance halten – Rücken stärken!
© Aktion Gesunder Rücken e. V.

Am 15. März 2017 findet der 16. Tag der Rückengesundheit statt. Unter dem Motto „Balance halten – Rücken stärken!“ werden bundesweit zahlreiche Veranstaltungen, Aktionen und Workshops angeboten. Organisiert wird der Aktionstag traditionell von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. und dem Bundesverband deutscher Rückenschulen (BdR) e. V. Eine ausgewogene Balance – sowohl körperlich als auch psychisch - ist von zentraler Bedeutung für die Rückengesundheit. Damit stellt der diesjährige Aktionstag ein wichtiges Thema...

Urologen geben Entwarnung: Sorgen vor Zeugungsunfähigkeit sind unbegründet

Urologen geben Entwarnung: Sorgen vor Zeugungsunfähigkeit sind unbegründet
@ deagreez / Fotolia.com

Eine neue Studie zur männlichen Fruchtbarkeit, veröffentlicht in der Fachzeitschrift "Human Reproductive Update", sorgt derzeit für Aufsehen. Die Untersuchungen von Mediziner Hagai Levine und seinem Team der Hebräischen Universität Jerusalem zeigen, dass die Spermienanzahl von Männern aus westlichen Ländern immer weiter abnimmt. Laut den Wissenschaftlern ist die Spermienanzahl pro Milliliter Sperma um etwa 52 Prozent gesunken. Bei der Gesamtzahl der Spermien pro Samenerguss gaben die Forscher sogar einen Rückgang von nahezu 60 Prozent an....

Warum alltägliche und seelische Belastungen wichtig werden können

Warum alltägliche und seelische Belastungen wichtig werden können
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Fast jeder kennt Kreuzschmerzen. Sie sind in den meisten Fällen harmlos und gehen nach kurzer Zeit von alleine wieder weg. Halten die Schmerzen jedoch länger an, fragen sich viele Betroffene, woher ihre Beschwerden kommen. Wichtig für Sie zu wissen ist: Auch alltägliche, seelische oder berufliche Probleme können Kreuzschmerzen hervorrufen und deren Verlauf beeinflussen. Deshalb soll Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie vor und während der Behandlung gezielt auf Belastungen im Privatleben und am Arbeitsplatz ansprechen.

Grippewelle beginnt: DAK-Gesundheit schaltet Hotline

Grippewelle beginnt: DAK-Gesundheit schaltet Hotline
© Photographee.eu / Fotolia.com

Die Grippesaison hat begonnen: Laut aktueller Daten des Robert Koch-Instituts gibt es bereits einen leichten bundesweiten Anstieg von Erkrankungen. Bisher wurden 1.122 Fälle labordiagnostisch bestätigt und gemeldet(1) – die Zahl der tatsächlich Betroffenen ist deutlich höher. Influenza ist eine ernste Krankheit: Bei alten und chronisch kranken Menschen kann sie zum Tod führen. Deshalb bietet die DAK-Gesundheit eine Telefon-Hotline rund um die Grippe. Wie kann man vorbeugen? Für wen ist die Impfung sinnvoll? Welche Risiken gibt es? Wie unterscheidet sich...

Lymphknoten–Transplantation: Hilfe bei Lymphödemen

Lymphknoten–Transplantation: Hilfe bei Lymphödemen
© pixologic / fotolia.com

Neues Verfahren bietet erstmals Heilungschance bei Lymphstauungen. Vor allem Krebspatienten haben darunter zu leiden: Zwar ist der Krebs erfolgreich behandelt, doch zurück bleiben Folgen wie beispielsweise Lymphstauungen an Armen und Beinen. Meist handelt es sich um geschwollene, schmerzende Extremitäten, in denen die Lymphflüssigkeit nicht mehr abfließen kann, weil das feine System der dafür nötigen Kanäle beschädigt wurde. Bisher konnten nur die Symptome gelindert werden, oft eine unbefriedigende und lebenslang leidvolle Situation für die...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Fett- oder Nervenzelle? Projekt untersucht, wie Serotonin die Zelldifferenzierung beeinflusst"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.