Donnerstag, 17. Oktober 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

24. Januar 2018 Fettdepots im Körper beeinträchtigen die Herzgesundheit

Am Institut für Pharmakologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben Wissenschaftler nachgewiesen, dass die Freisetzung von Fettsäuren aus dem Körperfett erhebliche Auswirkung auf die Gesundheit des Herzens hat. Ein Eingriff in den Fettstoffwechsel ermöglichte es ihnen, das Risiko der Entstehung einer Herzschwäche erfolgreich zu senken. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift PLOS Genetics veröffentlicht (1).
Anzeige:
Die Herzschwäche ist eine chronische Erkrankung, die nicht zu unterschätzen ist. Denn jeder zweite bis dritte Patient mit diesem Leiden verstirbt innerhalb von 5 Jahren. Auf der Suche nach den molekularen Ursachen und neuen Therapien gegen die Herzschwäche stellte die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Ulrich Kintscher, Direktor des Institutes für Pharmakologie und des Center for Cardiovascular Research der Charité, fest, dass sich Veränderungen im Stoffwechsel des Fettgewebes auf die Entwicklung dieser Krankheit auswirken. „Wir konnten zeigen, dass das Körperfett die Lipidzusammensetzung des Herzens verändert und wahrscheinlich über diese Veränderungen die Herzfunktion beeinflusst“, fasst Knitscher das Ergebnis der Studie zusammen.

Schon seit längerem wird vermutet, dass Körperfett auch auf molekularer Ebene Einfluss auf die Herzfunktion nimmt. Ein Schlüsselprozess ist hierbei die Freisetzung von Fettsäuren aus dem Fettgewebe. Um diesen Vorgang besser zu verstehen, wurde im Tiermodell in den Fettstoffwechsel eingegriffen und das Gen für das betreffende Enzym Adipozyten-Triglycerid-Lipase (ATGL) im Fettgewebe ausgeschaltet. Das Ergebnis: Die behandelten Mäuse waren fast vollständig vor dem Auftreten einer Herzschwäche geschützt. Zusätzlich sind die Blutproben von Patienten ohne und mit Herzschwäche für die Studie herangezogen worden. Die Lipidveränderungen im Blut entsprachen in einigen Aspekten den Veränderungen, die in den Herzen der Tiere zu beobachten waren.

Im einem weiteren Schritt wollen die Forscher ihre Ergebnisse nun in die klinische Anwendung übertragen. Eine zentrale Frage ist hierbei: Wie kann man das für die Freisetzung der Fettsäuren verantwortliche Gen und das Enzym ATGL gezielt nur im Fettgewebe mit Medikamenten beeinflussen? Zusätzlich sollen die Ergebnisse in weiteren Patientenanalysen bestätigt werden. In Zusammenarbeit mit Kardiologen der Charité wird die Bedeutung des Fettgewebes für die Herzinsuffizienz auch im klinischen Alltag herausgearbeitet. Kintscher resümiert: „Für die Patienten heißt das, dass man jetzt schon bei Diagnostik- und Therapieentscheidungen verstärkt das Fettgewebe im Auge behalten sollte, auch wenn man eigentlich eine Herzerkrankung behandeln möchte.“

Quelle: Charité – Universitätsmedizin Berlin

Literatur:

(1) Salatzki J, Foryst-Ludwig A, Bentele K et al.
Adipose tissue ATGL modifies the cardiac lipidome in pressure-overload-induced left ventricular failure.
PLOS Genet 2018;14(1):e1007171.
doi: 10.1371/journal.pgen.1007171.


Das könnte Sie auch interessieren

Rückenfit an der frischen Luft

Rückenfit an der frischen Luft
© AGR/BdR

Zum 17. Mal findet am 15. März 2018 der Tag der Rückengesundheit statt. Das diesjährige Motto „Rückenfit an der frischen Luft“ möchte dazu motivieren, sich mehr in der Natur zu bewegen und sportliche Aktivitäten im Freien zu genießen. Frische Luft belebt Körper und Geist und Tageslicht sorgt zusätzlich für gute Laune. Initiiert und organisiert wird der Aktionstag von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. und dem Bundesverband deutscher Rückenschulen (BdR) e. V. Rund um den 15. März finden bundesweit zahlreiche...

Essstörungen bei Diabetes können lebensgefährlich sein

Essstörungen bei Diabetes können lebensgefährlich sein
© weixx - stock.adobe.com

Essstörungen treten bei jungen Patientinnen mit Typ-1-Diabetes zwei- bis dreimal häufiger auf als bei gesunden Frauen. Die Betroffenen hoffen, Gewicht zu verlieren, indem sie zeitweise darauf verzichten, sich Insulin zu spritzen. Damit riskieren sie unumkehrbare Schäden an Nerven und Gefäßen und im schlimmsten Fall sogar ihr Leben. Anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz am 18. Juni in Berlin rufen Diabetes- und Hormonexperten dazu auf, die Kombination dieser beiden Erkrankungen stärker in den Fokus zu rücken. Insbesondere Ärzte und...

Verbraucherschutz: Blei und Cadmium in Modeschmuck, Pestizide in Kräutern

Verbraucherschutz: Blei und Cadmium in Modeschmuck, Pestizide in Kräutern
© Alexander Raths / Fotolia.com

Erneut gerieten preiswerte Modeschmuckartikel ins Visier der Überwachungsbehörden. Nachdem das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im vergangenen Jahr auf die erhöhten Nickelgehalte in den untersuchten Proben hingewiesen hatte, kritisierte das Bundesamt die Funde von Blei und Cadmium oberhalb der geltenden Grenzwerte. BVL-Präsident Helmut Tschiersky stellte dazu fest: „Die Hersteller und Importeure von Modeschmuck müssen eindeutig mehr tun, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden.“ Nach mehreren Einzelfunden von preiswertem...

Mehr allergische Reaktionen nach Wespenstichen

Mehr allergische Reaktionen nach Wespenstichen
© abet - stock.adobe.com

Experten warnen in diesen Tagen in den Medien vor einem extremen Wespen-Sommer 2019. Normalerweise gehen uns die schwarz-gelben Insekten erst im August und September auf die Nerven, doch dank der Saharahitze gehen Fachleute nun von einer verfrühten Saison mit mehr Wespen aus. In den vergangenen beiden Sommern hielt sich die Plage laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse dagegen in Grenzen: Demnach wurde knapp jeder Fünfte von rund 1.000 Befragten mindestens einmal von einer Wespe gestochen. Nur 13 Prozent der Betroffenen sagten, dass...

Mit achtsamer Lebensweise Burn-out vorbeugen

Mit achtsamer Lebensweise Burn-out vorbeugen
© natalialeb - stock.adobe.com

Nach einer Studie des Lebensversicherungskonzerns Swiss Life lag der Personalausfall im Jahr 2018 zu 37 Prozent an Krankheiten bedingt durch psychische Belastung am Arbeitsplatz. Zu den häufigsten Gründen der Krankmeldungen zählten Burn-out und Depressionen. „Menschen leben heute in einer Welt von stetiger Erreichbarkeit. Auch am späten Abend nach der eigentlichen Arbeitszeit, am Wochenende oder sogar im Urlaub erreichen sie E-Mails oder Anrufe, sodass sie nicht zur Ruhe kommen. Deshalb fühlen sich immer mehr Menschen körperlich sowie emotional...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Fettdepots im Körper beeinträchtigen die Herzgesundheit"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.