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Medizin

29. November 2018 Forschung: DFG fördert Nierenschwerpunkt

Im Sonderforschungsbereich (SFB) 1350 „Tubular system and interstitium of the kidney: (Patho-)physiology and crosstalk“ haben sich 37 Forscherinnen und Forscher aus Grundlagenfeldern und klinischen Fachgebieten der Universität Regensburg und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zusammengeschlossen und werden in den nächsten 4 Jahren (2019-2022) durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 11,3 Millionen Euro unterstützt. Die Finanzierung hat die DFG auf ihrer Sitzung am 23. November 2018 bewilligt. „Auf Grundlage dieser Förderung wird der international bekannte Nierenschwerpunkt an der Universität Regensburg weiter ausgebaut und die ostbayerische Nierenforschung durch die Kooperation mit ausgewiesenen Nierenforschern aus Erlangen verstärkt“, freut sich Prof. Dr. Udo Hebel, Präsident der Universität Regensburg.
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Unsere Nieren sind Hochleistungsorgane: Sie entgiften den Körper und passen die Salz- und Wasserausscheidung genau an den jeweiligen Bedarf an. Allerdings werden sie durch eine Reihe von Krankheiten und Noxen dauerhaft geschädigt. Diese chronischen Nierenerkrankungen können im Endstadium eine lebenslange Dialysepflicht oder eine Nierentransplantation erforderlich machen und gehen mit einer deutlich erhöhten Sterblichkeit einher. „Viele Nierenerkrankungen verlaufen vom Patienten unbemerkt und sind nicht mit Schmerzen verbunden. Daher weiß ein großer Teil der Betroffenen gar nicht, dass die Nieren bereits geschädigt sind. Der schleichende Nierenfunktionsverlust stellt jedoch eine reale Bedrohung dar, und die Sterblichkeit ist bei Nierenfunktionsausfall trotz Dialysetherapie so hoch wie bei manchen Krebsarten“, sagt Professor Richard Warth von der Universität Regensburg, Sprecher des Sonderforschungsbereichs 1350.

In Deutschland leiden mehr als 2 Millionen Menschen an chronischer Niereninsuffizienz. 80.000 von ihnen mit funktionslos gewordenen, vernarbten Nieren benötigen eine Dialysebehandlung. Das Ziel der modernen Medizin ist es daher, Nierenerkrankungen früh zu erkennen und durch spezifische Therapien die weitere Schädigung, insbesondere überschießende Entzündungs- und Vernarbungsprozesse, abzuwenden oder zu verlangsamen. Ein großes Problem für die Entwicklung spezifischer Therapieansätze ist jedoch die Tatsache, dass bei Nierenschädigungen oft komplexe Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Zelltypen des Tubulussystems und des Interstitiums auftreten, die zugrundeliegenden Signale und Mechanismen aber weitgehend unbekannt sind. Diese Prozesse sind jedoch entscheidend daran beteiligt, ob es nach einer Schädigung des Nierengewebes zur normalen Wundheilung oder zu zerstörerischen Vernarbungsprozessen mit Nierenfunktionsverlust kommt.

Neuer Sonderforschungsbereich will Krankheitsmechanismen für maßgeschneiderte Therapien aufdecken

Im dem neuen Sonderforschungsbereich hat sich daher ein interdisziplinäres Team von Nierenforschern aus Regensburg und Erlangen das ambitionierte Ziel gesetzt, die Pathophysiologie und die krankheitsrelevanten Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Zelltypen in der Niere zu erforschen.
Die Zukunft jedes Forschungsfeldes steht und fällt mit den jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, welche sich dafür begeistern und es mit ihren innovativen Ideen befruchten. Deshalb sind im Sonderforschungsbereich 1350 die Forschungsaktivitäten mit einem Nieren-spezifischen Ausbildungskonzept eng verknüpft. Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler werden durch ein maßgeschneidertes Lehrangebot zu Nierenforschern ausgebildet, früh in internationale Kooperationsnetzwerke eingebunden und durch ein Mentoring-Programm zur Selbständigkeit und zu einer erfolgreichen Karriere in der Forschung geführt.

Im Rahmen des vorangegangenen Nieren-Sonderforschungsbereichs 699 wurden bereits gezielt Nierenforscher an die Universität Regensburg berufen und ein einmaliges Portfolio von Nieren-spezifischen Methoden, modernsten Technologien und spezifischer Nieren-Kompetenz etabliert. Der neue Sonderforschungsbereich 1350 wird auf dieser besonderen Kompetenz aufbauen und beabsichtigt, durch die Verknüpfung von Grundlagenforschung und klinischer Forschung entscheidende Zusammenhänge der Nierenfunktion und Krankheitsmechanismen aufzuklären und einen Beitrag zur Entwicklung neuer Therapiekonzepte zu liefern.

Quelle: Universität Regensburg


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