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Medizin

31. Oktober 2018 Forschung für den Patienten: Niedergelassene Magen-Darm-Ärzte dokumentieren Versorgungslage

Viele Krankheiten des Verdauungssystems haben einen schleichenden, chronischen Verlauf, der zu lebensbedrohlichen Funktionsstörungen wichtiger Organe führen kann. Prävention und Früherkennung kommt in diesem Zusammenhang eine ebenso große Bedeutung zu wie der rechtzeitigen und konsequenten Umsetzung der oft anspruchsvollen Therapien. Dabei ist es unerlässlich, in den Praxen der niedergelassenen Ärzte Therapieverläufe zu dokumentieren und aus den gewonnenen Daten Erkenntnisse für die Optimierung und Weiterentwicklung von medizinischen Maßnahmen zu gewinnen.
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Fachinformation
Ein Beispiel ist die Therapie der Primär biliären Cholangitis (PBC), einer chronischen Entzündung der kleinen Gallenwege in der Leber. Die in der Regel Frauen betreffende Erkrankung ist zwar selten, aber nicht heilbar. Im Endstadium führt sie zu Leberversagen. Es gibt eine medikamentöse Standardtherapie, die den Krankheitsverlauf verzögern und in seinen Folgen abschwächen kann. Darüber hinaus gibt es medikamentöse Alternativen, wenn die Standardtherapie nicht greift. Verlässliche Daten zum langfristigen Behandlungserfolg und zur Prognose des Krankheitsverlaufs bei Patienten in Deutschland sind allerdings kaum zu finden.

Dr. Dietrich Hüppe, Leberexperte vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, hat deshalb Daten von mehr als 200 Patienten einer Herner Schwerpunktpraxis aus den letzten 25 Jahren erhoben und ausgewertet. Das wichtigste Ergebnis, so Hüppe: „Die Prognose der Erkrankung ist günstig. Nur 0,3% der Erkrankten entwickeln pro Jahr unter Standardtherapie eine Leberzirrhose.“ Er konnte darüber hinaus dokumentieren, welche Kriterien trotz Standardtherapie auf eine ungünstige Prognose hinweisen. Mit diesem Wissen können Ärzte besser entscheiden, wann eine zusätzliche Behandlung mit anderen Medikamenten erforderlich ist.

„Als Berufsverband sehen wir eine wichtige Aufgabe darin, die Versorgungsforschung im ambulanten Bereich zu unterstützen, zu organisieren und zu koordinieren“, sagte Verbandssprecherin Dr. Dagmar Mainz. „Die Vielzahl der Forschungsergebnisse von niedergelassenen Kollegen, die auch auf internationalen Kongressen Beachtung finden, zeigt, dass wir in Deutschland auf einem guten Weg sind."

Quelle: Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschland e.V.


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