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Medizin

28. September 2019 Forschungspreis der Charlotte-Lehmann-Stiftung: Auszeichnung für hämolytisch-urämisches Syndrom

Der Forschungspreis der Charlotte-Lehmann-Stiftung geht an Sina Coldewey. Die klinische Forscherin am Universitätsklinikum Jena wird für ihre Untersuchungen zum hämolytisch-urämischen Syndrom ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde am 19. September in Berlin überreicht.
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Zielgerichtete Therapie fehlt

Das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) tritt als lebensbedrohliche Komplikation einer Infektion mit EHEC auf, einer Form des Darmbakteriums Escherichia coli, das gefährliche Bakteriengifte produziert. Bei einer Epidemie im Frühjahr 2011 mit 3.800 Infizierten in Deutschland, von denen ein Viertel an HUS erkrankten und 53 sogar verstarben, schafften es die medizinischen Fachkürzel HUS und EHEC bis in die Abendnachrichten. Typische klinische HUS-Symptome sind eine Blutarmut durch den Zerfall der roten Blutkörperchen in den kleinen Gefäßen der Niere, der Mangel an Blutplättchen und ein akutes Nierenversagen. Das HUS ist die häufigste Ursache für akutes Nierenversagen im Kindesalter. Ebenso wie bei der Sepsis gibt es keine zielgerichtete Therapie.
 
Preis für Forschung zu molekularen Mechanismen des HUS

Für ihre wissenschaftliche Arbeit zu den molekularen Mechanismen des hämolytisch-urämischen Syndroms wird Dr. Sina Coldewey mit dem diesjährigen Forschungspreis der Charlotte-Lehmann-Stiftung ausgezeichnet. Die leitende Oberärztin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Universitätsklinikums Jena leitet zugleich die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschergruppe Translational Septomics am Zentrum für Innovationskompetenz Septomics. Mit ihren tierexperimentellen Studien konnte sie zur weiteren Aufklärung der Krankheitsentstehung sowie der Konzeption von Therapiestudien beitragen. Die Stiftung vergibt den Forschungspreis an Wissenschaftlerinnen für bedeutsame Arbeiten auf dem Gebiet der Anästhesiologie, spezieller anästhesiologischer Intensivmedizin, Schmerztherapie und Notfallmedizin mit dem Ziel, begabte Ärztinnen in ihrem beruflichen Werdegang zu unterstützen.
 
„Es ist mir eine besondere Ehre diesen Preis zu erhalten, der von Charlotte Lehmann, einer Pionierin im Fachgebiet der Anästhesiologie und Gründerin des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten, gestiftet wurde“, so die Preisträgerin. Der Preis wurde am 19. September 2019 im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des 21. Hauptstadtkongresses der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivtherapie in Berlin überreicht.

Quelle: Universitätsklinikum Jena

Literatur:

Dennhardt S et al. Modeling Hemolytic-Uremic Syndrome: In-Depth Characterization of Distinct Murine Models Reflecting Different Features of Human Disease. Front Immunol. 2018 9: 1459. doi: 10.3389/fimmu.2018.01459


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