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Medizin

15. Dezember 2016 Forschungsprojekt will Prognosen für den Wiedereinstieg ins Berufsleben nach einer Knieverletzung verbessern

Nach einer Knieoperation dauert es meist einige Zeit, bis ein Patient berufliche und sportliche Aktivitäten wiederaufnehmen kann. Um ein Diagnosesystem zu entwickeln und später auch zu evaluieren, mit dem die Kniegelenk-Belastbarkeit nach einer Operation des vorderen Kreuzbandes besser beurteilt werden kann, haben das Department für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie (DOUW) der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Zusammenarbeit mit der Sportklinik Halle und die STRADIS Ingenieurgesellschaft mbH aus Halle eine Kooperationsvereinbarung für ein Teilprojekt im Verbundprojekt „KnieDiaTrain“ geschlossen.
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Das Land fördert das Teilprojekt bis Ende 2019 mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit rund 216.000 Euro. Ziel ist es, einen komplexen biomechanischen Messplatz zu entwickeln, der eine objektive und validierte Aussage zur Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess nach einer Kniegelenksverletzung ermöglicht. Dabei besteht der Anteil des DOUW, konkret des Forschungslabors unter Leiter apl. Prof. Dr. René Schwesig, darin, Referenzdaten anhand von Patienten zu erheben, die Testentwicklung experimentell zu prüfen sowie die Verlässlichkeit und Gültigkeit des Tests zu überprüfen.
 
Die Firma STRADIS ist laut Projektleiter Frank Biedermann hingegen für die Entwicklung der Hardware und Software sowie die Einbindung weiterer Sensorik wie Elektromyographie oder Druckmesssohle, das heißt für die technische Umsetzung der Bewegungsanalyse zuständig. Dazu gehören Prototypen- und Sensorenentwicklung, aber auch die Datengewinnung, die Datenfilterung und eine Abrechnungssoftware. Die Projektergebnisse sollen später auch vermarktet werden.
 
„Wissenschaftliche Arbeit ist unter anderem dann als erfolgreich zu bewerten, wenn die entwickelten Tests, Diagnostika und Therapieprogramme sich anschließend auch in die Praxis, also im medizinischen und sportlichen Bereich, überführen lassen. Rückblickend gelang dies für die durchgeführten Projekte zum Thema Gang, Gleichgewicht und Laufstilanalyse sehr gut. Die entwickelten Testgeräte werden von uns nahezu täglich in der klinischen und wissenschaftlichen Praxis eingesetzt“, sagt apl. Prof. Dr. René Schwesig.

Neuartig an diesem System ist die Verknüpfung von kinematischen, dynamischen, elektromyographischen und videographischen Daten auf der Basis eines neu zu entwickelnden Tests. Dadurch soll der Zeitpunkt für den „return to work“ (Zeitpunkt der Rückkehr zur Arbeit) nach einer Kniegelenkverletzung genauer prognostiziert werden können, um die Rerupturrate, also die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Risses, entscheidend zu senken.

Für die erste Projektphase bis Dezember 2017 sind jeweils 30 Freizeit- und Profisportler als Teilnehmer vorgesehen, so die Projektbeteiligten. Ziel des Gesamtprojektes KnieDiaTrain sei die Optimierung der Diagnostik und Therapie bei Vorderen Kreuzband-Verletzungen in Zusammenarbeit von Wissenschaft, Medizin und Industrie, sagen apl. Prof. Schwesig und Frank Biedermann.

Quelle: Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg


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