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Medizin

13. Juni 2019 Typ-2-Diabetes: Frühzeitige Behandlung mit Sitagliptin

Auf der 78. Tagung der American Diabetes Association (ADA) 2018 wurden Ergebnisse zweier Studien präsentiert, die Daten von erwachsenen Patienten mit Typ-2-Diabetes aus den USA auswerteten. Die retrospektiven Studien untersuchten bei Patienten, deren Metformin-Monotherapie versagt hatte, wie weit diese zum Zeitpunkt der Hinzugabe weiterer Antidiabetika von ihrem HbA1c Zielwert entfernt waren, sowie die Auswirkung einer frühzeitigen Behandlungsintensivierung auf die Blutzuckerkontrolle.
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Optimierung der HbA1c-Werte

Eine retrospektive Studie untersuchte unter Verwendung von Daten erwachsener Patienten mit Typ-2-Diabetes in den USA, wie weit diese unter einer Metformin-Monotherapie vom HbA1c-Zielwert < 7% entfernt waren, und zwar zu dem Zeitpunkt, als durch die Hinzugabe weiterer Antidiabetika ihre Behandlung intensiviert wurde. Ausgewertet wurden HbA1c-Werte von 22.239 Patienten und der jeweilige Unterschied zum Zielwert zum Zeitpunkt der Behandlungsintensivierung (1). Das Durchschnittsalter der Kohorte betrug 58,3 Jahre, 48,8% waren Männer. 10,8% der Patienten wiesen mikrovaskuläre und 5,1% makrovaskuläre Komplikationen in der Historie auf (1). Die Ergebnisse zeigten, dass ein großer Prozentsatz der Patienten (47,3%) während der Metformin-Monotherapie den HbA1c- Zielwert nicht erreichte. Zum Zeitpunkt der Hinzugabe eines zweiten antihyperglykämischen
Medikaments war mehr als die Hälfte von ihnen mindestens 1% vom HbA1c-Zielwert entfernt (HbA1c von 7%). Bei den Patienten mit Behandlungsintensivierung betrug der mediane Abstand zum Zielwert vor Umstellung 1,3%, wobei 21,2% der Patienten zwischen 1-2% über dem Zielwert lagen und 28,9% um mehr als 2%. Der beobachtete behandlungsbedingte Abstand zum HbA1c-Zielwert weist auf die Notwendigkeit einer frühzeitigeren Behandlungsintensivierung durch eine Kombinationstherapie hin.

Frühzeitige Behandlungsintensivierung

In einer anderen US-amerikanischen retrospektiven Datenbankanalyse untersuchten Wissenschaftler die Auswirkungen einer frühzeitigen Behandlungsintensivierung durch Hinzugabe von Sitagliptin (z.B. Xelevia® oder Velmetia® als Fixkombination mit Metformin) bei 2.852 erwachsenen Patienten mit Typ-2-Diabetes, die HbA1c-Zielwerte < 7% mit einer Metformin-Monotherapie nicht erreichten (5). Es gab 2 Behandlungsarme: In der frühen Sitagliptin-Gruppe erhielten 362 Patienten innerhalb der ersten 3 Monate nach Versagen der Metformin-Monotherapie Sitagliptin; in der verzögerten Gruppe, mit 2.490 Patienten, wurde die Behandlung erst nach 3 Monaten oder später nach dem Therapieversagen von Metformin intensiviert. Die Anwendung eines multivariaten Cox-Regressionsmodells, das an Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index (BMI), Raucherstatus, HbA1c-Ausgangswert und Komorbiditäten angepasst war, zeigte, dass eine frühzeitige Sitagliptin Add-on-Therapie die Chance verdoppelte, den HbA1c-Zielwert innerhalb eines Jahres zu erreichen (HR 2,11; 95% CI 1,79–2,45). Während der Nachbeobachtungszeit hatten 47,8% der Patienten in der frühen Sitagliptin-Gruppe ihren HbA1c-Zielwert erreicht, verglichen mit nur 32,9% in der verzögerten Gruppe. Die Studie konnte zeigen, dass, nach Versagen einer Metformin- Monotherapie, durch eine frühzeitige Behandlungsintensivierung mit Sitagliptin (z.B. Xelevia® oder Velmetia® als Fixkombination mit Metformin) mehr Patienten ihren Zielwert erreichen können (2).

Quelle: Berlin-Chemie

Literatur:

(1) Fernandes G et al. Diabetes 2018;67(Supplement 1) https://doi.org/10.2337/db18-1628-P.
(2) Ejzykowicz F et al. Diabetes 2018;67(Supplement 1) https://doi.org/10.2337/db18-1641-P.


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