Montag, 13. Juli 2020
Navigation öffnen

Medizin

30. Januar 2014 Funktionstest mit 13C-Methacetin: Leberversagen bei einer Blutvergiftung frühzeitig erkennen

Durch ein neues Verfahren kann eine Leberfunktionsstörung bei Patienten mit einer bakteriellen Blutvergiftung frühzeitig nachgewiesen werden. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern der Charité - Universitätsmedizin Berlin, die in der Fachzeitschrift Critical Care veröffentlicht ist. Somit ist es jetzt möglich, bei septischen Patienten rechtzeitig eine verbesserte und die Leber schützende Therapie einzuleiten und Komplikationen zu vermeiden.

Anzeige:
Fachinformation

Innovatives Verfahren zur raschen Diagnose eines Leberschadens infolge einer Sepsis

Patienten mit einer Sepsis entwickeln häufig ein Organversagen. Bislang konnte eine Minderfunktion der Leber im Gegensatz zur Dysfunktion anderer Organe jedoch nur unzuverlässig beschrieben werden. In der aktuellen Studie untersuchten Dr. Magnus Kaffarnik und Privatdozent Dr. Martin Stockmann aus der Klinik für Allgemein-, Visceral- und Transplantationschirurgie am Campus Virchow–Klinikum Patienten mit einer Blutvergiftung hinsichtlich der Entwicklung eines Leberversagens. Die Forscher verglichen verschiedene Leberfunktionstests mit einem an der Charité entwickelten, innovativen Diagnoseverfahren, dem sogenannten LiMAx-Test. Dieser misst die Enzymleistung der Leber und kann damit die aktuelle Leberleistung bestimmen. Für die Messung wird dem Patienten ein bestimmtes Präparat verabreicht, das in der Leber verarbeitet wird und dessen Abbauprodukt in der Atemluft gemessen werden kann. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass durch den LiMAx-Test eine Störung der Leberfunktion frühzeitig und präziser nachgewiesen werden kann und dass ein Zusammenhang zwischen Testergebnis und der Sterbe- und Komplikationswahrscheinlichkeit besteht.

"Bisher war die frühzeitige Diagnose eines Leberschadens bei Patienten mit Blutvergiftung so problematisch, weil die Leberwerte aus dem Blut erst mit einer gewissen Latenzzeit steigen. Dann können sie zwar eine Schädigung zeigen, aber nicht genau die Leberleistung messen", erläutert Dr. Martin Stockmann. So konnte es bisher passieren, dass trotz einer bereits deutlich eingeschränkten Leberfunktion normale Laborwerte angezeigt werden. Der neue Test erfasst einen Leberschaden bereits im Frühstadium. "Durch die Genauigkeit der Werte kann die Therapie früher und besser an den Patienten angepasst werden", betonen die Wissenschaftler.

Der LiMAx-Test ist ein nicht-invasiver Leberfunktionstest, der auf der schnellen Verstoffwechselung des speziell markierten Arzneimittels 13C-Methacetin beruht. 13C-Methacetin wird in der Leber zu Paracetamol und markiertem Kolendioxid (13CO2) abgebaut. Letzteres wird mit dem Atem ausgeatmet, über eine Atemmaske aufgefangen und in einem spezifischen, hoch sensitiven Gerät am Patientenbett online analysiert. Aus der resultierenden Kinetik wird der LiMAx-Wert entsprechend der aktuellen Leberleistung unmittelbar berechnet (Point-of-care). Der Test wurde an der Charité von Dr. Stockmann entwickelt und wird von der Firma Humedics, einer gemeinsamen Ausgründung der Charité und der Freien Universität Berlin, zur Serienreife und Zulassung gebracht. Das neue Verfahren wird bereits routinemäßig in der Charité und einigen anderen Kliniken eingesetzt.

Literaturhinweis:
Kaffarnik MF et al. Early diagnosis of sepsis-related hepatic dysfunction and its prognostic impact on survival: a prospective study with the LiMAx test. Crit Care 2013;17(5):R259. doi:10.1186/cc13089.

Quelle: Charité – Universitätsmedizin Berlin


Anzeige:

Das könnte Sie auch interessieren

Was Eltern über Zöliakie wissen sollten

Was Eltern über Zöliakie wissen sollten
© J.Mühlbauer exclus. / fotolia.com

„Zöliakie?? Keine Angst!“, heißt es auf einem Informations-Portal, das seit Kurzem online kostenlos zur Verfügung steht. Der von der Stiftung Kindergesundheit gemeinsam mit dem Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU München erarbeitete Online-Kurs www.zoeliakie-verstehen.de bildet den maßgeblichen Teil des EU-Projekts Focus IN CD (Fokus auf Zöliakie). Das Lernprogramm soll Betroffenen aktuelles und umfassendes Wissen zu Zöliakie bieten und medizinisches „Fachchinesich“ anschaulich erklären. Ein weiterer Kurs für...

Adipositas im Kindes- und Jugendalter

Adipositas im Kindes- und Jugendalter
© kwanchaichaiudom / fotolia.com

Laut der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS Welle 2), die vom Robert Koch-Institut durchgeführt wurde, haben nach dem Referenzsystem der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 26,3% der 5- bis 17-Jährigen Übergewicht; 8,8% sind von Adipositas betroffen (1). In der Versorgung dieser Kinder und Jugendlichen gibt es erhebliche Defizite: So werden in Deutschland überzeugende, wissenschaftlich-basierte Behandlungs- und Betreuungskonzepte im Gesundheitssystem nicht unterstützt und in der Regel von den Kostenträgern nicht finanziert....

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Funktionstest mit 13C-Methacetin: Leberversagen bei einer Blutvergiftung frühzeitig erkennen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • USA offiziell aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgetreten – Der Austritt wird in einem Jahr gültig (dpa, 08.07.2020).
  • USA offiziell aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgetreten – Der Austritt wird in einem Jahr gültig (dpa, 08.07.2020).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden