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Medizin

30. Januar 2015 Fußballbundesliga-Studie: Laufen und gewinnen hängt zusammen

Die Sportökonome Dr. Daniel Weimar, Universität Duisburg-Essen (UDE), und Dr. Pamela Wicker, Sporthochschule Köln, haben für die Bundesliga untersucht, ob die durchschnittliche Laufleistung eines Teams tatsächlich den Erfolg beflügelt. Ihr Fazit: Je emsiger eine Elf, desto besser. Aber: Viel sprinten ist nicht immer gut. "Auch ein Kreisliga-Kicker kann so viel rennen wie Thomas Müller", erklärt Dr. Daniel Weimar, warum das Laufpensum gemessen wird. "Fleiß hängt nicht vom fußballerischen Talent ab. Umso erstaunlicher ist es, dass Laufwege-Statistiken kaum in die Trainerarbeit einfließen.“

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Zumal die DFL hierzu Daten sammelt. Die haben die beiden Wissenschaftler ausgewertet - genau 757 Erstliga-Begegnungen aus den letzten drei Spielzeiten (2011/2012 bis 2013/2014).

Ein paar Zahlen: Durchschnittlich legte ein Fußballer pro Spiel 11,09 km zurück. Am fleißigsten waren die Profis vom 1. FC Nürnberg mit 12,61 km und von Werder Bremen mit 12,52 km (Saison 2012/2013). Fußballerisch boten beide Vereine damals allerdings Mittelmaß. "Isoliert darf man die Zahlen demnach nicht betrachten. Wichtig ist zu schauen, welches Pensum der Gegner abspult." Weimar nennt ein deutliches Beispiel: "Saison 2011/12, FC Bayern München gegen Borussia Dortmund. Jeder BVB-Spieler lief durchschnittlich 1,16 km mehr als ein Münchner." Wer sich erinnern mag: Dortmund wurde am Ende Meister.

Die Sportökonomen sind nach der Datenanalyse überzeugt: "Die Kunst zu gewinnen, hängt vom Fleiß ab. Jede 100 Meter, die ein Spieler mehr rennt als sein Gegner, machen einen Sieg um 3,19% wahrscheinlicher. Trifft ein Underdog auf einen Favoriten, sind es sogar 4,5%."

Den Turbo sollte eine Elf aber nicht allzu oft einschalten. Die Aussicht zu punkten sinkt nämlich mit jedem Sprint. "Mannschaften, die mehr und konstant unter 20 km pro Stunde laufen, sind erfolgreicher." Andere Einflussgrößen wie Taktik, Alter, Verein, Ballkontakte, Passquote, Zweikämpfe und Zuschauerzahl haben Weimar und Wicker ebenfalls bewertet.

Animiert zu dieser Untersuchung hat sie übrigens das Moneyball-Phänomen aus dem US-amerikanischen Baseball: Ein Team wird neu zusammengestellt und ist plötzlich erfolgreich. Die Spieler galten nach gängigen Statistiken als mittelmäßig; verpflichtet wurden sie aufgrund anderer Parameter, die sich jedoch als spielentscheidend herausstellten. "Kämpfen und siegen", skandieren ab Freitag wieder die Fußballfans, wenn die Bundesliga-Rückrunde losgeht. Oder wissenschaftlicher ausgedrückt: ohne Fleiß keine Punkte.

Literaturhinweis:
Weimar, Daniel/Wicker, Pamela:
Moneyball revisited: Effort and team performance in professional soccer.
Journal of Sports Economics, DOI: 10.1177/1527002514561789
http://jse.sagepub.com/content/early/2014/12/09/1527002514561789.abstract

Quelle: Universität Duisburg-Essen


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