Mittwoch, 21. August 2019
Navigation öffnen

Medizin

21. Februar 2019 Gedächtnis: App für Laien zur Kognitionsforschung

Mit Hilfe einer kostenfreien App können nun auch wissenschaftliche Laien zur Erforschung des Gedächtnisses beitragen. Die App ist Teil des Bürgerforschungsprojekts „Gemeinsam Gedächtnis erforschen – Welche Faktoren beeinflussen unsere Merkfähigkeit im Alltag“. Der wissenschaftliche Fokus liegt vor allem auf der Fragestellung, inwiefern sich Schlafqualität und grippale Infekte auf die Gedächtnisleistung auswirken. Das Projekt ist eine Kooperation des DZNE, des Instituts für Kognitive Neurologie und Demenzforschung (IKND) am Universitätsklinikum Magdeburg und der neotiv GmbH als Projektinitiator. Es bringt innovative digitale Methoden aus der Grundlagenforschung an die Bevölkerung.
Anzeige:
Mit der App für Smartphones und Tablets (Android und iOS) können Teilnehmer regelmäßig kognitive Tests und Gesundheitsfragebögen durchführen. Aus der Grundlagenforschung ist bekannt, dass sich Lebensstilveränderungen und gesundheitliche Faktoren auf unsere Gedächtnisleistung auswirken. Um diese Einflüsse besser verstehen zu können, müssen kognitive Funktionen über einen längeren Zeitraum beobachtet werden.

Forschung im Lebensalltag

„Durch den Einsatz einfach zugänglicher und digitaler Anwendungen in der Forschung können ganz neue Fragestellungen angegangen werden“, sagt Prof. Emrah Düzel, Sprecher des DZNE-Standortes Magdeburg und Mitgründer von neotiv. „Forschung wird spielerisch in den Lebensalltag der Bevölkerung integriert und es können Informationen gewonnen werden, die vorher nicht zugänglich waren. So ist es beispielsweise schwer, die Auswirkungen einer Erkältung auf Kognition und Gedächtnis im klinischen Umfeld kontrolliert zu beobachten.“

Merken von Objekten

Von der App werden beispielsweise Bilder angezeigt und man wird aufgefordert, sich die Position der dargestellten Objekte zu merken. „Unsere Tests basieren auf neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung. Die App ist allerdings kein Instrument der Selbstdiagnose. Die App macht keine Aussagen über etwaige Gedächtnisprobleme“, betont Düzel.

Der innovative Ansatz des Projektes vereint auf einmalige Weise Grundlagenforschung, Erkenntnisse aus klinischen Studien und die Digitalisierung der Medizin. Er ermöglicht darüber hinaus die Interaktion mit Bürgern. Darüber hinaus spielen auch Interessen der Nutzer und die Aufklärung und Sensibilisierung für Risikofaktoren der Alzheimer-Demenz, als eine der Volkskrankheiten unserer Zeit, eine wichtige Rolle. Das Projekt leistet einen Beitrag dazu, dass langfristig Methoden zur Vorsorge und Frühdiagnostik verbessert werden können.

Wöchentliche Tests

Nach Installation der App können Nutzer wöchentlich Gedächtnistests durchführen. Diese Tests stammen aus aktuellen Forschungsarbeiten, dauern ca. 10 Minuten und werden durch Gesundheitsfragebögen ergänzt. Alle Daten und Messwerte werden anonymisiert und nach aktuellen Datenschutzrichtlinien behandelt. Die Daten werden vom DZNE und dem IKND als wissenschaftliche Projektpartner ausgewertet.

Quelle: Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE)


Das könnte Sie auch interessieren

Herzrhythmusstörungen: Wann Herzstolpern gefährlich wird

Herzrhythmusstörungen: Wann Herzstolpern gefährlich wird
© psdesign1 - stock.adobe.com

Schlägt das Herz unregelmäßig und „stolpert“, sprechen Herzmediziner von Palpitationen. Das Stolperherz umfasst verschiedene Herzrhythmusstörungen, die ohne Vorwarnung auftreten können. Schlägt das Herz plötzlich anders als gewohnt, wird das von den meisten als beängstigend empfunden. „Ist mein Herz in Gefahr?“, fragen sich Betroffene, wenn kräftiges Herzklopfen, Herzrasen oder Aussetzer des Herzschlags wie aus dem Nichts kommen. „Herzstolpern beschreibt das unangenehme Wahrnehmen des Herzschlags, der...

Darmkrebsmonat März: Alkohol ist ein wichtiger Risikofaktor für Darmkrebs

Darmkrebsmonat März: Alkohol ist ein wichtiger Risikofaktor für Darmkrebs
© karepa / Fotolia.com

Das Trinken von Alkohol ist gesellschaftlich breit akzeptiert, trotz der Risiken, die mit seinem Konsum einhergehen. Alkohol ist an der Entstehung von mehr als 200 Erkrankungen beteiligt, so die Autoren des Alkoholatlas Deutschland 2017. Leberschäden gehören dabei zu den weitgehend bekannten Folgen. Doch auch das Risiko für Darmkrebs steigt. Anlässlich des Darmkrebsmonats März macht die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) darauf aufmerksam, dass auch der vergleichsweise moderate Konsum von Alkohol das...

Oft unerkannt: Frauenkrankheit Lipödem

Oft unerkannt: Frauenkrankheit Lipödem
© vanillya / fotolia.com

Etwa jede zehnte Frau in Deutschland leidet unter einem Lipödem, auch als Reiterhosenphänomen bekannt. Hierbei treten symmetrische schwammige Schwellungen an den Beinen und in 30 Prozent der Krankheitsfälle auch an den Armen auf. Die Ursache: eine Fettverteilungsstörung, die mit Wassereinlagerungen einhergeht. Lipödempatienten stehen aus mehreren Gründen unter einem sehr hohen Leidensdruck. Sie haben nicht nur sehr starke Berührungs- und Druckschmerzen, sondern auch Spannungsgefühle, sodass bereits einfache Tätigkeiten wie Haare föhnen oder...

Pilotprojekt: Stuhlkarten-Screening mit einfacher Farbkarte

Pilotprojekt: Stuhlkarten-Screening mit einfacher Farbkarte
© jolopes / Fotolia.com

Genial einfach: Anfang Dezember 2016 wurden 100.000 so genannte Stuhlkarten zur Früherkennung der Gallengangatresie an alle stationären niedersächsischen Geburtskliniken verschickt und dort von Kinderärzten, Gynäkologen und Hebammen in das „Gelbe Heft“ eingelegt. „Dieses Projekt ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie mit einfachen Mitteln und ohne großen technischen Aufwand ein maximaler Erfolg erzielt werden kann. Mit übersichtlich gestalteten Karten wird es Eltern leicht gemacht, sich über die Gesundheit ihres neugeborenen...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Gedächtnis: App für Laien zur Kognitionsforschung"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.