Montag, 20. Januar 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

21. Februar 2019 Gedächtnis: App für Laien zur Kognitionsforschung

Mit Hilfe einer kostenfreien App können nun auch wissenschaftliche Laien zur Erforschung des Gedächtnisses beitragen. Die App ist Teil des Bürgerforschungsprojekts „Gemeinsam Gedächtnis erforschen – Welche Faktoren beeinflussen unsere Merkfähigkeit im Alltag“. Der wissenschaftliche Fokus liegt vor allem auf der Fragestellung, inwiefern sich Schlafqualität und grippale Infekte auf die Gedächtnisleistung auswirken. Das Projekt ist eine Kooperation des DZNE, des Instituts für Kognitive Neurologie und Demenzforschung (IKND) am Universitätsklinikum Magdeburg und der neotiv GmbH als Projektinitiator. Es bringt innovative digitale Methoden aus der Grundlagenforschung an die Bevölkerung.
Mit der App für Smartphones und Tablets (Android und iOS) können Teilnehmer regelmäßig kognitive Tests und Gesundheitsfragebögen durchführen. Aus der Grundlagenforschung ist bekannt, dass sich Lebensstilveränderungen und gesundheitliche Faktoren auf unsere Gedächtnisleistung auswirken. Um diese Einflüsse besser verstehen zu können, müssen kognitive Funktionen über einen längeren Zeitraum beobachtet werden.

Forschung im Lebensalltag

„Durch den Einsatz einfach zugänglicher und digitaler Anwendungen in der Forschung können ganz neue Fragestellungen angegangen werden“, sagt Prof. Emrah Düzel, Sprecher des DZNE-Standortes Magdeburg und Mitgründer von neotiv. „Forschung wird spielerisch in den Lebensalltag der Bevölkerung integriert und es können Informationen gewonnen werden, die vorher nicht zugänglich waren. So ist es beispielsweise schwer, die Auswirkungen einer Erkältung auf Kognition und Gedächtnis im klinischen Umfeld kontrolliert zu beobachten.“

Merken von Objekten

Von der App werden beispielsweise Bilder angezeigt und man wird aufgefordert, sich die Position der dargestellten Objekte zu merken. „Unsere Tests basieren auf neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung. Die App ist allerdings kein Instrument der Selbstdiagnose. Die App macht keine Aussagen über etwaige Gedächtnisprobleme“, betont Düzel.

Der innovative Ansatz des Projektes vereint auf einmalige Weise Grundlagenforschung, Erkenntnisse aus klinischen Studien und die Digitalisierung der Medizin. Er ermöglicht darüber hinaus die Interaktion mit Bürgern. Darüber hinaus spielen auch Interessen der Nutzer und die Aufklärung und Sensibilisierung für Risikofaktoren der Alzheimer-Demenz, als eine der Volkskrankheiten unserer Zeit, eine wichtige Rolle. Das Projekt leistet einen Beitrag dazu, dass langfristig Methoden zur Vorsorge und Frühdiagnostik verbessert werden können.

Wöchentliche Tests

Nach Installation der App können Nutzer wöchentlich Gedächtnistests durchführen. Diese Tests stammen aus aktuellen Forschungsarbeiten, dauern ca. 10 Minuten und werden durch Gesundheitsfragebögen ergänzt. Alle Daten und Messwerte werden anonymisiert und nach aktuellen Datenschutzrichtlinien behandelt. Die Daten werden vom DZNE und dem IKND als wissenschaftliche Projektpartner ausgewertet.

Quelle: Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE)


Das könnte Sie auch interessieren

"Sleep like a Baby": App für digitale Schlaftherapie

"Sleep like a Baby": App für digitale Schlaftherapie
@ drubig-photo / Fotolia.com

Die britische Firma Abson Development hat mit "Sleep like a Baby" eine neue Lifestyle-App veröffentlicht, um Schlafprobleme von Erwachsenen, Kindern und Säuglingen zu lösen. "Schlaf ist bekannterweise sehr wichtig, aber viele Menschen haben aufgrund von verschiedenen Faktoren, wie Stress, einem neugeborenen Kind oder einem Tinnitus, immer wieder Probleme mit dem Ein- und Durchschlafen", sagt Entwickler Lance Abson.

Rückenschmerzen: Ein Drittel der Deutschen geht mehrfach im Jahr nicht zur Arbeit

Rückenschmerzen: Ein Drittel der Deutschen geht mehrfach im Jahr nicht zur Arbeit
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Laut einer aktuellen GfK-Umfrage hat mehr als die Hälfte aller Deutschen mindestens zehnmal im Jahr Rückenschmerzen. Die von der Medserena AG beauftragte GfK-Umfrage zeigt, dass 34,5 Prozent aller Deutschen an bis zu sieben Tagen im Jahr aufgrund von Rückenschmerzen nicht ihren alltäglichen Aufgaben nachgehen. Betrachtet man die befragten Berufsgruppen genauer, so liegt der höchste Anteil bei den Angestellten (36,7 Prozent). Das verursacht Jahr für Jahr einen hohen wirtschaftlichen Schaden für die Arbeitgeber. Nur durch verbesserte medizinische...

6 von 10 Menschen in Deutschland nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt

6 von 10 Menschen in Deutschland nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt
© den-belitsky - stock.adobe.com

Sind Patienten müde, kraftlos und infektanfällig, kann gerade in der sonnenarmen Winterzeit ein Vitamin D-Defizit der Grund sein. Wie akut diese Gefahr ist, deutet eine vom Robert Koch-Institut durchgeführte Studie an. Hier wurde die Konzentration von 25-Hydroxy-Vitamin-D (25(OH)D) bei 6.995 Teilnehmern im Blutserum gemessen: Insgesamt wiesen 30,2 % der Erwachsenen zwischen 18 und 79 Jahren 25(OH)D-Serumkonzentrationen < 30 nmol/l und damit eine mangelhafte Versorgung auf. Eine ausreichende Versorgung mit 25(OH)D-Serumkonzentrationen von ≥ 50 nmol/l erreichten...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Gedächtnis: App für Laien zur Kognitionsforschung"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.