Dienstag, 4. August 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

16. Februar 2017 Genschalter moduliert Angstgedächtnis

Bei der Therapie von posttraumatischen Belastungsstörungen wird unter anderem versucht, erlernte Furchtreaktionen einzudämmen. Forscher aus Innsbruck haben nun gemeinsam mit amerikanischen Kollegen einen Genregulator ausfindig gemacht, der eine entscheidende Rolle spielt, wenn die Furcht erfolgreich "ausgelöscht" wird.
Anzeige:
Angst-, Trauma- und belastungsbezogene Störungen sind mit einer verminderten Fähigkeit verbunden, erlernte Furchtreaktionen einzudämmen. Dazu ist zum Beispiel „Furchtextinktion“ nötig, ein zentraler Lern-Mechanismus der Expositionstherapie. „Eine vielversprechende Möglichkeit zur Weiterentwicklung der Angsttherapie besteht darin, dieses neue Lernen zu fördern“, sagt Nicolas Singewald vom Institut für Pharmazie der Universität Innsbruck. So sollen die relativ hohen Rückfallquoten reduziert und die Angstsymptomatik langfristig abgeschwächt werden. „Eine neuartige Möglichkeit dazu bietet sich in einer verbesserten Regulation Lern-assoziierter Mechanismen“, erklärt Singewald.

Im Rahmen des Spezialforschungsbereichs zu chronischen Erkrankungen des zentralen Nervensystems (SFB-F44) ist es den Forschungsgruppen von Nicolas Singewald an der der Universität Innsbruck und von Alexander Hüttenhofer am Biozentrum der Medizinischen Universität Innsbruck in Zusammenarbeit mit einer amerikanischen Forschungsgruppe nun gelungen, eine sogenannte microRNA mit dem Namen miR-144 als wichtigen Genregulator ausfindig zu machen, der bei einer erfolgreichen Furchtextinktion eine entscheidende Rolle spielt. „MicroRNAs sind 21 bis 23 Nukleotid lange Ribonukleinsäuren, die als genetische Schalter in der Zelle wirken und somit die Expression von Genen steuern können“, erklärt Nicolas Singewald. Sein Doktorand Conor Murphy konnte in dieser Studie zeigen, dass die Überexpression von miR-144 in Mäusen, die ähnlich wie Angstpatienten eine eingeschränkte Fähigkeit zur Furchtextinktion aufweisen, dieses Defizit normalisiert und zudem einen Schutz vor dem Wiederauftreten von Angstzuständen bewirkt.

Die im Fachmagazin Biological Psychiatry kürzlich veröffentlichten Untersuchungen zeigen, die fundamentale Rolle von miR-144 bei der Verminderung von Angszuständen im Mausmodel auf. Die gewonnenen Daten implizieren gleichzeitig die Möglichkeit, in der Zukunft diese miRNA als Zielmolekül in der Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) und ähnlichen Erkrankungen zu verwenden.

Quelle: Universität Innsbruck

Literatur:

Murphy CP, Li X, Maurer V et al.
MicroRNA-Mediated Rescue of Fear Extinction Memory by miR-144-3p in Extinction-Impaired Mice. N.
Biol Psychiatry. DOI: 10.1016/j.biopsych.2016.12.021
http://dx.doi.org/10.1016/j.biopsych.2016.12.021

Spezialforschungsbereich „Chronische Erkrankungen des zentralen Nervensystems“ (SFB-F44) http://www.uibk.ac.at/pharmazie/pharmakologie/sfb-f44/


Anzeige:
Basistext

Das könnte Sie auch interessieren

"Sleep like a Baby": App für digitale Schlaftherapie

"Sleep like a Baby": App für digitale Schlaftherapie
@ drubig-photo / Fotolia.com

Die britische Firma Abson Development hat mit "Sleep like a Baby" eine neue Lifestyle-App veröffentlicht, um Schlafprobleme von Erwachsenen, Kindern und Säuglingen zu lösen. "Schlaf ist bekannterweise sehr wichtig, aber viele Menschen haben aufgrund von verschiedenen Faktoren, wie Stress, einem neugeborenen Kind oder einem Tinnitus, immer wieder Probleme mit dem Ein- und Durchschlafen", sagt Entwickler Lance Abson.

13 Prozent der Deutschen glauben, Rheuma sei eine Krankheit des Alters

13 Prozent der Deutschen glauben, Rheuma sei eine Krankheit des Alters
© wavebreak3 / fotolia.com

Rheuma ist keine Frage des Alters Rheumatoide Arthritis ist eine von mehr als 200 verschiedenen Rheuma-Erkrankungen Welt-Rheuma-Tag am 12. Oktober   Mehr als jeder Zehnte glaubt, Rheuma sei eine altersbedingte Krankheit, die einfach hingenommen werden müsste (1). Das ergab eine repräsentative Umfrage unter 1.000 Deutschen anläßlich des Welt-Rheuma-Tages am 12. Oktober im Auftrag des Biotechnologie-Unternehmens Amgen. Dabei kann die Erkrankung in jedem Lebensalter auftreten. Auch viele junge Menschen erkranken an Rheuma: Rund 20.000 Kinder und...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Genschalter moduliert Angstgedächtnis"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Italien verlängert Notstand bis Oktober (dpa, 29.07.2020).
  • Italien verlängert Notstand bis Oktober (dpa, 29.07.2020).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden