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Medizin
25. Mai 2020

Gerinnungsstörungen bei COVID-19: Blutverdünner nicht absetzen

In medizinischen Fachkreisen und den Medien häufen sich Berichte über Störungen des Gerinnungssystems bei Patienten mit COVID-19. Intensiv- und Notfallmediziner forderten daher jüngst in einer Erklärung der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), dass eine Thromboseprophylaxe und Blutverdünnung – abhängig vom Risikoprofil des Patienten - eine stärkere Rolle in der Behandlung von Covid-19-Patienten spielen müssen.
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Experten schätzen, dass rund 20% der COVID-19-Patienten als Begleiterkrankung schwere Gerinnungsstörungen mit der Folge venöser Thromboembolien aufweisen. Eine italienische Analyse von Studien aus China  ergab bei Laborwerten von Covid-19-Patienten einen Anstieg des Proteins D-Dimer. Auch in einer Obduktionsstudie von Hamburger Forschern am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) auf Basis von Autopsien von an COVID-19-Verstorbenen wurde bei der Mehrheit der Fälle eine Beinvenenthrombose oder Lungenembolie festgestellt. „Besonders Patienten mit Herzleiden, die mit einer erhöhten Gefahr für Embolien und Infarkte einhergehen und deshalb dauerhaft mit Gerinnungshemmern behandelt werden, sind derzeit extrem verunsichert“, berichtet der Kardiologe PD Dr. med. Gerian Grönefeld vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Für diese Patienten bestehe jedoch aktuell kein Grund zur Besorgnis. Kliniken, die COVID-19-Patienten versorgen, seien in aller Regel auf solche erhöhten Gerinnungsaktivitäten und damit verbundene medizinische Vorkehrungen zur Verminderung von Embolierisiken vorbereitet. Besonders Patienten mit Gerinnungshemmern sollten weiterhin auf die konsequente Einnahme ihrer Medikamente für die Thromboseprophylaxe achten.
 
Über Blutverdünner-Einnahme informieren

Im Fall einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sollten Patienten ihren Arzt und die Klinikärzte über die bestehende Thromboseprophylaxe unbedingt informieren, um somit eine unerwünschte Doppelbehandlung mit Gerinnungshemmern zu vermeiden. Die Herzstiftung empfiehlt hier den Notfallausweis für Herzpatienten, in den wichtige Angaben zur Herzerkrankung und den Medikamenten eingetragen werden können. Der Notfallausweis kann kostenfrei unter www.herzstiftung.de/notfallausweis oder per Telefon unter 069 955128-400 bestellt werden.

Quelle: Deutsche Herzstiftung

Literatur:

Violi  F et al. Hypercoagulation and Antithrombotic Treatment in Coronavirus 2019: A New Challenge. Thrombosis and Haemostasis 2020; online erschienen am 29.4.2020; DOI https://doi.org/10.1055/s-0040-1710317.
Wichmann D. Autopsy Findings and Venous Thromboembolism in Patients With COVID-19 – A Prospective Cohort Study, Annals of Internal Medicine 2020; https://doi.org/10.7326/M20-2003; https://www.acpjournals.org/doi/10.7326/M20-2003


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