Sonntag, 8. Dezember 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

07. November 2018 Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen: Kaum sektorenübergreifende Modelle in der Erprobung

In einer Studie im Auftrag der Stiftung Münch hat ein interdisziplinäres Team unter der Leitung von Carolin Auschra untersucht, welche neuen Lösungen zur Gestaltung der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen aktuell erprobt und genutzt werden. Dabei zeigt sich, dass der Großteil der neuen Lösungsansätze innerhalb der Grenzen eines bestehenden Sektors agiert, sektorenübergreifende Modelle jedoch die Ausnahme bilden. Überwiegend werden traditionelle Versorgungsmodelle wie Krankenhaus oder Einzelpraxis mit neuen Formen (darunter MVZ, kommunale Eigeneinrichtung, Zweigpraxis) kombiniert, um eine stärkere Arbeitsteilung der Ärzte zu ermöglichen. Zusätzlich werden organisatorische Elemente wie Case Management, Telemedizin oder die Delegation einzelner Aufgaben an nichtärztliche Berufsgruppen eingesetzt. 
Als wichtigste Treiber für neue Lösungsansätze identifizierte das Forscherteam regionale Akteure wie Kassenärztliche Vereinigungen, Krankenhausträger, Kommunen, aber auch engagierte Einzelpersonen. Die gute Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Implementierung. Als Probleme stellten sich das komplexe Management der Zusammenarbeit, fehlende Ressourcenausstattung und die Finanzierung neuartiger Modelle sowie eine fehlende digitale Infrastruktur heraus.

Faktoren zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten 

Aufgrund der Studienergebnisse erwarten die Autoren eine Verstärkung folgender Trends, die gleichzeitig zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen beitragen können:
•    Zunahme von ambulant-ärztlichen Tätigkeiten im Angestelltenverhältnis,
•    Zunahme von professionsübergreifender Zusammenarbeit,
•    zunehmende Bedeutung von Telemedizin als Möglichkeit der Distanzüberbrückung, 
•    zentralere Rolle von Krankenhäusern in ländlichen Regionen, insbesondere auch in der ambulanten Versorgung und
•    zunehmende Wichtigkeit von Managementkompetenzen zur Gestaltung von neuen Versorgungsmodellen, z.B. zur Koordination der Zusammenarbeit unterschiedlicher Leistungserbringer und weiterer Partner.

Um neue Modelle zur Sicherstellung der ländlichen Versorgung zu erproben und voranzubringen, fordern die Autoren die weitere Förderung innovativer, v.a. sektorenübergreifender Vorhaben sowie eine vergleichende morbiditäts- und mortalitätsorientierte Evaluation von Lösungsansätzen.

Quelle: Stiftung Münch


Das könnte Sie auch interessieren

Wie ändert sich die Wahrnehmung im Alter?

Wie ändert sich die Wahrnehmung im Alter?
© Universitätsklinikum Jena / fotolia.com

Im Gedächtniszentrum am Universitätsklinikum Jena untersuchen und behandeln Ärzte, Neuropsychologen und Ergotherapeuten Patienten mit dem Verdacht einer beginnenden Demenzerkrankung. Sie erforschen, wie sich Wahrnehmung und Aufmerksamkeit im Alter verändern und worin sich diese Veränderungen beim gesunden Altern und der beginnenden Demenz unterscheiden. Ihr Ziel ist die frühzeitige Identifikation von Patienten mit einem erhöhten Risiko für eine Demenz, um deren Entwicklung bestmöglich entgegen wirken zu können.

App FURDY hilft, kommunikative Barrieren zu überwinden und kognitive Fähigkeiten zu fördern

App FURDY hilft, kommunikative Barrieren zu überwinden und kognitive Fähigkeiten zu fördern
© Christoph Noll (TAU)

Zum 11-jährigen Jubiläum des Masterstudiengangs Barrierefreie Systeme (BaSys) unter dem Motto „Eine Dekade BaSys 10+“ lädt die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) alle Interessierten ein, über eine inklusive Welt zu diskutieren. Erwartet werden dazu am 22. November 2016 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Vertreter/-innen verschiedener Interessenverbände, Studieninteressierte und Alumni. Auch Absolvent Benjamin Göddel wird vor Ort seine App FURDY präsentieren, die er entwickelt hat, um Autisten und...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen: Kaum sektorenübergreifende Modelle in der Erprobung"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.