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Medizin

27. April 2012 Gicht: Folgen und Risiken der symptomatischen Hyperurikämie

Die symptomatische Hyperurikämie (auch: manifestierte Gicht) ist eine genetisch bedingte Systemerkrankung mit steigender Inzidenz. Sie kann nicht nur Folgen für die betroffenen Gelenke und Organe wie die Niere haben, sondern auch das Risiko für die Gesamt- und die kardiovaskuläre Mortalität der Betroffen erhöhen. Dies zeigen aktuelle Untersuchungen (1,2), die auf einer Pressekonferenz von Berlin-Chemie vorgestellt wurden.
Die Ergebnisse unterstreichen, dass die symptomatische Hyperurikämie einer langfristigen Therapie mit einem harnsäuresenkenden Medikament wie zum Beispiel Febuxostat (Adenuric®) bedarf, um den Zielwert von 6 mg/dl (360 mikromol/l) effektiv zu erreichen und dauerhaft zu unterschreiten. Denn nur so können Folgen wie Gelenkmanifestationen oder Niereninsuffizienz vermieden und das Mortalitätsrisiko gesenkt werden. (1, 2)
Die symptomatische Hyperurikämie zählt zu den häufigsten entzündlich- rheumatischen Erkrankungen. Durch die Ausfällung von Harnsäure aufgrund eines dauerhaft erhöhten Harnsäurespiegels kann es zu Manifestationen der Gicht an Gelenken und Organen kommen – und damit zu Folgeerkrankungen: Zum Beispiel können Ablagerungen von Harnsäure an den Nieren unbehandelt zu einer Niereninsuffizienz führen. Mit einer dauerhaften Harnsäuresenkung kann den Folgen der symptomatischen Hyperurikämie jedoch entgegengewirkt werden. (1) Ähnliches gilt auch für das mit der Erkrankung verbundene Mortalitätsrisiko.
Die auf der Pressekonferenz vorgestellten Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung zur Mortalität im Zusammenhang mit Gicht zeigten, dass die symptomatische Hyperurikämie mit einem erhöhten Risiko für die Gesamt- und kardiovaskuläre Mortalität
der Betroffenen einhergehen kann. Auch diese Erkenntnis unterstreicht die Notwendigkeit einer harnsäuresenkenden Therapie bei Gicht. (2)
Mit Blick auf die präsentierten Daten wurde deutlich, dass es nur durch eine konsequente Senkung der Serumharnsäure unter den von der EULAR empfohlenen Zielwert von 6 mg/dl (360 mikromol/l) (4) gelingen kann, die symptomatische Hyperurikämie in die Remission zu bringen und Folgen und Risiken langfristig zu vermeiden. Beim Erreichen dieses Ziels hat sich Febuxostat als moderne Therapieoption mit überlegener Wirksamkeit im Vergleich zu Allopurinol bei Patienten mit einer milden bis moderaten Nierenfunktionsstörung erwiesen (3).

Literaturhinweise:
(1) Tausche AK et al. Die Gicht als Systemerkrankung – Manifestationen, Begleit- und Folgeerkrankungen der Hyperurikämie. In press 2012.
(2) Lottmann K et al. Association between Gout and All-cause as well as Cardiovascular Mortality: A Systematic Review. In press 2012.
(3) Becker MA et al. The urate-lowering efficacy and safety of febuxostat in the treatment of the hyperuricemia of gout: the CONFIRMS trial. Arthritis Research & Therapy 2010;12:R63.
(4) Zhang W, Doherty M, Bardin T et al.: EULAR evidence based recommendations for gout. Part II: Management. Report of a task force of the EULAR Standing Committee for International Clinical Studies Including Therapeutics (ESCISIT). [Review] [116 refs]. Annals of the Rheumatic Diseases 65(10): 1312-1324, 2006.

Quelle: Berlin Chemie


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