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Medizin

17. Januar 2014 Gleichzeitige Einnahme von Blutverdünnern und Antibiotika ist riskant

Wer auf Blutverdünner angewiesen ist und gleichzeitig Antibiotika einnimmt, weist ein deutlich erhöhtes Blutungsrisiko mit notwendiger Krankenhauseinweisung auf. Zu diesem Ergebnis kam eine Forschungsgruppe unter Leitung von Dr. Ingrid Schubert von der Uniklinik Köln. Für die Studie verwendeten die Wissenschaftler Krankenkassendaten von 24 Millionen Versicherten der AOK. Die Ergebnisse erscheinen am 16.01.2014 in der renommierten Fachzeitschrift "Thrombosis and Haemostasis".

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Blutverdünner werden eingesetzt, um die Blutgerinnung zu verlangsamen, etwa bei Thrombosebildungen oder Herz-Rhythmus-Störungen wie Vorhofflimmern. Gleichzeitig geht mit der Einnahme dieser sehr häufig verschriebenen Mitteln aber auch ein verstärktes Risiko von Blutungen einher, die als schwere Nebenwirkung anzusehen sind. Das Blutungsrisiko kann durch zusätzliche Einnahme anderer Mittel wie Antibiotika noch zusätzlich erhöht werden und stellt damit ernsthafte Gefahren für den Patienten dar.

Die Autoren Dr. Sascha Abbas und Dr. Ingrid Schubert konnten zusammen mit ihren Kollegen nachweisen, dass je nach Art des Antibiotikums das Blutungsrisiko zwei bis fünf Mal so hoch ist verglichen mit Patienten, die kein Antibiotikum erhalten haben. Des Weiteren konnten aufgrund der Größe der Studie erstmals auch Risiken für selten verschriebene Antibiotika berichtet werden.

Wechselwirkungen zwischen Antibiotika und Blutverdünnern sind zwar bekannt, doch offensichtlich werden sie bei der Therapie im Praxisalltag noch nicht ausreichend berücksichtigt. Als Konsequenz sollte bei Patienten, die Blutverdünner erhalten und ein Antibiotikum benötigen, die Therapie engmaschig kontrolliert werden. Wenn möglich, sollte auf Antibiotika zurückgegriffen werden, die mit niedrigeren Blutungsrisiken einhergehen.

Die Publikation ist insbesondere für Deutschland von großer Bedeutung, da im Gegensatz zu vergleichbaren internationalen Studien hierzulande verschriebene Blutverdünner untersucht wurden. Die Wissenschaftler der Universität zu Köln und der Uniklinik Köln führten die Studie in Kooperation mit dem Institut für Klinische Pharmakologie der Goethe-Universität in Frankfurt/Main, dem Wissenschaftlichen Institut der AOK sowie dem AOK Bundesverband durch. Die Routinedaten der Krankenkasse ermöglichten es im Gegensatz zu Daten aus klinischen Studien, den "realen" Versorgungsalltag in Deutschland ohne Verzerrungen abzubilden.

Quelle: Uniklinik Köln


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