Samstag, 14. Dezember 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

23. Februar 2017 Grundlagenforschung: Selenoproteine nehmen Einfluss auf Darmkrebs

Wenn es um ihre Forschungsergebnisse zu Zusammenhängen zwischen Ernährung und Krankheit geht, setzt Prof. Dr. Anna Patricia Kipp jedes Wort mit Bedacht. Denn sie will kein zu große Hoffnungen auf eine rasche Prävention oder gar Heilung von (Darm-)Krebs vermeiden. Schließlich ist das, was sie macht, vor allem Grundlagenforschung. Daher spreche sie keine Empfehlungen zu einer Selen-Zugabe in die Nahrung aus, „da noch ganz viele Erkenntnisse fehlen“. Überzeugt ist die 36-Jährige allerdings schon davon, dass es einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Selen und dem Schutz vor Darmkrebs gibt – und erforscht den Zusammenhang, um die fehlenden Erkenntnisse zu gewinnen.
Selen galt früher ausschließlich als toxische Substanz, ist aber auch ein essenzielles Spurenelement, das in der Tierernährung und als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt wird. Mit Selen kennt sich Prof. Kipp aus, hat sie doch den größten Teil ihres bisherigen Forscherlebens diesem Element, genauer den bislang rund 25 bekannten Selenoproteinen, gewidmet. „Nur von der Hälfte dieser Proteine ist bislang die genaue Funktion bekannt“, weist die gebürtige Frankfurterin, die bereits früh ein Faible für Naturwissenschaften und Laborarbeit entwickelt hat, auf das bestehende Forschungsfeld hin.

Selen-Unterversorgung aktiviert Signalweg im Darm

Während ihres Studiums der Ökotrophologie an der Uni Bonn hat Anna Kipp die genregulatorische Funktion von Vitamin E untersucht. Doch bereits in ihrer Dissertation, die sie 2009 in Potsdam abschloss, untersuchte sie Signalwege im Darm, die bei einer Unterversorgung mit Selen aktiviert wurden. „Man hätte“, sagt sie und betont den Konjunktiv, „aus den Ergebnissen ableiten können, dass Selen Darmkrebs verhindern kann“. Doch dazu mussten weitere Untersuchungen gemacht werden. Damit beschäftigte sie sich während der Arbeiten zu ihrer Habilitation, die sie 2015 am Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam-Rehbrücke beendete. Dort untersuchte Kipp u.a. den Einfluss von Selen und unterschiedlichen Selenoproteinen an verschiedenen Darmkrebsmodellen. „Letztlich bleiben es Modelle, die ihre Grenzen haben“, betont Kipp. Andererseits ist sie überzeugt, dass einzelne Selenoproteine bei ganz bestimmten Darmkrebsstadien hilfreich sein können – aber vereinfachend zu sagen, Selen hilft bei Darmkrebs, sei eben nicht möglich.

Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena


Das könnte Sie auch interessieren

Mehr allergische Reaktionen nach Wespenstichen

Mehr allergische Reaktionen nach Wespenstichen
© abet - stock.adobe.com

Experten warnen in diesen Tagen in den Medien vor einem extremen Wespen-Sommer 2019. Normalerweise gehen uns die schwarz-gelben Insekten erst im August und September auf die Nerven, doch dank der Saharahitze gehen Fachleute nun von einer verfrühten Saison mit mehr Wespen aus. In den vergangenen beiden Sommern hielt sich die Plage laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse dagegen in Grenzen: Demnach wurde knapp jeder Fünfte von rund 1.000 Befragten mindestens einmal von einer Wespe gestochen. Nur 13 Prozent der Betroffenen sagten, dass...

13 Prozent der Deutschen glauben, Rheuma sei eine Krankheit des Alters

13 Prozent der Deutschen glauben, Rheuma sei eine Krankheit des Alters
© wavebreak3 / fotolia.com

Rheuma ist keine Frage des Alters Rheumatoide Arthritis ist eine von mehr als 200 verschiedenen Rheuma-Erkrankungen Welt-Rheuma-Tag am 12. Oktober   Mehr als jeder Zehnte glaubt, Rheuma sei eine altersbedingte Krankheit, die einfach hingenommen werden müsste (1). Das ergab eine repräsentative Umfrage unter 1.000 Deutschen anläßlich des Welt-Rheuma-Tages am 12. Oktober im Auftrag des Biotechnologie-Unternehmens Amgen. Dabei kann die Erkrankung in jedem Lebensalter auftreten. Auch viele junge Menschen erkranken an Rheuma: Rund 20.000 Kinder und...

5 Tipps für ein Leben mit Diabetes

5 Tipps für ein Leben mit Diabetes
© pikselstock / fotolia.com

Laut der Deutschen Diabetes-Hilfe erkranken jeden Tag rund 1.000 Menschen in Deutschland neu an Diabetes. Mediziner unterscheiden dabei je nach Ursache zwischen zwei Typen. Sowohl der Typ 1 als auch der Typ 2 äußern sich in einem chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel aufgrund von Insulinresistenz oder -mangel. Dadurch staut sich Zucker in den Blutgefäßen an. Bleibt eine Diabeteserkrankung unentdeckt, führt dies zur Schädigung der Blutgefäße und anderer Organe. Damit Betroffene trotz Erkrankung ihr Leben genießen können, gilt es...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Grundlagenforschung: Selenoproteine nehmen Einfluss auf Darmkrebs"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.