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Medizin

02. Juli 2012 Gutes Sicherheitsprofil von HPV-Impfstoff Gardasil® erneut bestätigt

Eine Studie des US-amerikanischen Krankenversicherungsunternehmens Kaiser Permanente konnte belegen, dass Impfungen mit Gardasil, dem tetravalenten Impfstoff gegen bestimmte Humane Papillomviren (HPV), bei geimpften Mädchen und jungen Frauen keine Autoimmunerkrankungen wie z.B. Lupus, Rheumatoide Arthritis, Typ-1-Diabetes oder Multiple Sklerose auslösen.

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Fachinformation

Das Forscherteam des Kaiser Permanente Department of Research & Evaluation, Pasadena, USA, untersuchte zwischen 2006 und 2008 die elektronischen Patientenakten von 189.629 kalifornischen Mädchen und jungen Frauen im Alter von 9 bis 26 Jahren, die mindestens eine Dosis Gardasil erhalten hatten (1). Ausgewertet wurden Ereignisse bis zu sechs Monate nach Verabreichung des Impfstoffs. Das Team hatte im Vorfeld 16 Autoimmunerkrankungen aus den drei Bereichen Rheumatologie, Endokrinologie und Neurologie/Ophthalmologie festgelegt. Anschließend wurde die Häufigkeit von Neuerkrankungen an den definierten Autoimmunstörungen bei geimpften Mädchen und jungen Frauen erfasst. Sechs Monate nach Verabreichung der Impfung wurde in der geimpften Gruppe im Vergleich zu nicht-geimpften Frauen kein erhöhtes Auftreten dieser Autoimmunerkrankungen beobachtet.

Zusätzlich wurden die Daten der Impfgruppe mit denen einer hinsichtlich Alter und Geschlecht ähnlichen, jedoch nicht gegen bestimmte HPV geimpften Gruppe verglichen. Auch diese Ergebnisse zeigten keine über Populationsniveau liegende Häufigkeit von Neuerkrankungen bei den mit Gardasil geimpften Mädchen und jungen Frauen.

In Deutschland ist Gardasil seit 2006 zugelassen. Im März 2007 sprach die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfempfehlung für alle Mädchen von 12 bis 17 Jahren gegen Humane Papillomviren (HPV) der Typen 16 und 18 aus (2). Die HPV-Impfrate ist hierzulande jedoch mit nur ca. 30 Prozent immer noch sehr niedrig. Vor allem zum Thema Sicherheit gibt es seit Einführung der Impfung bei Müttern und Erziehungsberechtigten Bedenken. Trotz der guten Wirksamkeit und Verträglichkeit scheuen sich viele Mütter ihre Töchter gegen bestimmte HPV-Typen impfen zu lassen. Die Ergebnisse dieser retrospektiven Studie aus den USA basieren auf umfassenden Daten und belegen eindrucksvoll das sehr gute Langzeitsicherheitsprofil des tetravalenten HPV-Impfstoffs.

Fazit: Aktives HPV-Impfmanagement ausdehnen

„Vorliegende Daten zum guten Sicherheitsprofil von Gardasil könnten Mütter überzeugen, wie wichtig und sicher die HPV-Impfung für ihre Töchter als Maßnahme zur Prävention des Gebärmutterhalskrebs ist", so Dr. Klaus Schlüter, Geschäftsführer bei dem Unternehmen Sanofi Pasteur MSD, das einen der beiden HPV-Impfstoffe in Deutschland vertreibt. „Langfristig könnte die Rate an Krebserkrankungen am Gebärmutterhals gesenkt werden – hohe Impfraten vorausgesetzt.“

Pädiater sollten ebenso wie Hausärzte und Gynäkologen ihre jungen Patientinnen und deren Mütter aktiv auf die HPV-Impfung ansprechen und sie gezielt informieren. Befragungen zeigen: Impfängste und Vorbehalte gegen die HPV-Impfung lassen sich am besten abbauen, wenn die Ärzte klare Empfehlungen aussprechen. Aufgrund des ärztlichen Rates könnten sich die jungen Mädchen und ihre Mütter in der Regel leichter für einen wirksamen HPV-Impfschutz entscheiden. Eine gute Gelegenheit zur gezielten Ansprache der Patientinnen bietet die Jugendgesundheitsuntersuchung J1. Diese Untersuchung erfolgt im Alter von 12 bis 14 Jahren und ist somit der beste Zeitpunkt, das Thema HPV-Impfung bei Mädchen anzusprechen.

Literaturhinweise:
(1) Chao C, et al., J Intern Med.; 2012; 271:193-203.
(2) STIKO. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am RKI. Stand März 2007. Epidemiologisches Bulletin 2007; Nr. 12:97-103.

Quelle: Sanofi Pasteur MSD


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