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Medizin

30. Oktober 2018 HIV/AIDS: Erstes Ritonavir-Generikum in Deutschland verfügbar

Seit dem 1. August 2018 ist mit Ritonavir Mylan 100 mg Filmtabletten das erste Ritonavir-Generikum in Deutschland verfügbar (1). Mylan produziert seit mehr als 10 Jahren antiretrovirale Arzneimittel für die HIV-Therapie und hat auf diesem Gebiet umfassende Erfahrungen gesammelt.
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Entwicklungsländern stellt der weltweite Spezialist für HIV-Generika seit Jahren hochwertige Generika für die antiretrovirale Therapie (ART) zur Verfügung. Jetzt können erstmals auch Patienten in Deutschland von dem Ritonavir-Generikum des erfahrenen Herstellers profitieren. Ritonavir Mylan 100 mg Filmtabletten bieten erstmals HIV-1-infizierten Patienten in Deutschland die Chance auf eine ART mit einem hochwertigen und bezahlbaren Ritonavir-Generikum.

Ritonavir Mylan 100 mg Filmtabletten sind indiziert in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zur Behandlung von HIV-1-infizierten Patienten (Erwachsene und Kinder von 2 Jahren und älter).

Ritonavir – wichtiger Baustein der antiretroviralen Therapie

Die Einführung der antiretroviralen Therapie (ART) hat aus einer tödlichen eine chronische Erkrankung gemacht. Nach einer HIV-Infektion sollten Patienten so früh wie möglich eine ART beginnen. Ein früher Therapiestart kann nicht nur die Ansteckung anderer verhindern, sondern nützt auch dem Betroffenen selbst.

Ein wichtiger Baustein der ART ist der Protease-Inhibitor Ritonavir, der sich seit vielen Jahren in der Therapie von HIV-Infektionen und AIDS bewährt hat. Der Arzneistoff gehört zu den ersten antiretroviralen Arzneistoffen dieser Klasse. Seine Erstzulassung erfolgte bereits im März 1996 durch die US Food and Drug Administration (FDA).

Hochdosiertes Ritonavir inhibiert die HIV-1- und HIV-2-Aspartylprotease. Durch diese Hemmung werden unreife HIV-Partikel gebildet, die nicht in der Lage sind, einen neuen Infektionskreislauf zu initiieren. Ritonavir hat eine selektive Affinität für die HIV-Protease und nur eine geringfügig hemmende Wirkung auf menschliche Aspartylproteasen. Aufgrund seiner inhibitorischen Eigenschaften auf das Cytochrom P450 3A (CYP3A) wird Ritonavir im Rahmen der ART in niedriger Dosierung zur Verbesserung der Pharmakokinetik anderer Protease-Inhibitoren eingesetzt. Durch diesen „Booster“-Effekt werden die Wirkspiegel der anderen, im Rahmen der ART eingesetzten, Protease-Inhibitoren verstärkt, sodass niedrigere Dosierungen für einen therapeutischen Effekt ausreichend sind. Für den Patienten bedeutet dies eine bessere Verträglichkeit der Therapie bei erhaltener Wirksamkeit.

Ritonavir sollte von Ärzten verschrieben werden, die Erfahrung in der Behandlung von HIV-Infektionen haben. Ritonavir sollte zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen werden und die Anwendung in der Schwangerschaft nur in Betracht gezogen werden, wenn der Nutzen das Risiko für den Fötus überwiegt. Da Ritonavir die Wirkung oraler Kontrazeptiva vermindert, ist während der Behandlung auf eine alternative, sichere und effektive Empfängnisverhütung zu achten.

Quelle: Mylan

Literatur:

(1) Fachinformation Ritonavir Mylan, Stand: Mai 2018.


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