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Medizin

01. Februar 2019 HIV: Impfstoff dringend benötigt

Die Erfolge der Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) zum Schutz vor HIV-Infektion lassen den ausbleibenden Durchbruch in der Entwicklung eines HIV-Impfstoffs nur scheinbar in den Hintergrund treten. Allein aus der Versorgungsperspektive ist ein Impfstoff weiterhin dringend notwendig.
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Fachinformation
Die Erfolge der HIV-Therapie sind spektakulär: Von einer innerhalb kurzer Zeit tödlich verlaufenden Krankheit hat sich die HIV-Infektion zu einer chronischen Erkrankung entwickelt, die in vielen Fällen mit einer Tablette pro Tag behandelt werden kann und die Lebenserwartung des Betroffenen nur noch gering einschränkt. „Die Heilung rückt in greifbare Nähe“, sagte Dr. Heribert Knechten, Aachen, der seit 1992 eine Praxis mit HIV-Schwerpunkt betreibt.

Prä-Expositionsprophylaxe

Trotz aller Anstrengungen, die in den vergangenen 30 Jahren in die HIV-Forschung gesteckt worden sind, ist es bisher nicht gelungen, einen ausreichend wirksamen Impfstoff gegen HIV zu entwickeln. Seit 2016 ist jedoch in Deutschland die sehr wirksame Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) zugelassen – sie reduziert das Infektionsrisiko um 86% bei einer NNT von 13 -18, sagte Dr. Knechten auf einem Pipeline-Workshop der Janssen-Cilag GmbH. Entsprechend ist in Regionen, in denen die PrEP weit verbreitet ist, die Neuinfektionsrate stark gesunken. Da die PrEP jedoch teuer ist und nicht von der GKV finanziert wird, steht sie nicht allen Infektionsgefährdeten zur Verfügung. Außerdem, so unterstrich Dr. Stefan Scholten, Inhaber einer HIV-Schwerpunktpraxis in Köln, ist die PrEP mit einem hohen medizinischen und Betreuungsaufwand verbunden, der durch die bestehenden Praxen und Zentren kaum zu leisten sei. „Die leitliniengerechte und flächendeckende Versorgung mit PrEP ist nicht nachhaltig sicherzustellen“, mahnte Scholten.

Impfstoff-Zulassung noch nicht absehbar

Aktuelle Daten zur Impfstoffentwicklung präsentierte Prof. Dr. Hendrik Streeck, Institut für HIV-Forschung der Universität Essen. Er stellte zudem die Frage, ob eine HIV-Vakzine angesichts des Erfolges der PrEP überhaupt noch klinisch gegen Placebo getestet werden kann.

Die verfügbaren aktuellen Studiendaten zeigen, dass zwar ermutigende Ansätze zu erkennen sind, aber noch einige Zeit bis zur Zulassung eines Impfstoffs vergehen wird. Die Ergebnisse der im Herbst 2017 gestarteten ersten groß angelegten Wirksamkeitsstudie (IMBOKODO-Studie), in der mit 2.600 Frauen aus Ländern südlich der Sahara ein mosaikbasierter Impfstoff geprüft wird, werden 2021 erwartet. Der dort eingesetzte, von Janssen entwickelte neue HIV 1-Impfstoff mit tetravalentem mosaikviralem Vektor löste die Formulierung mit einem trivalenten Vektor ab. Bis zur Zulassung des mosaikbasierten HIV 1-Impfstoffs werden jedoch auch nach Abschluss der IMBOKODO-Studie noch mehrere umfangreiche Studien erforderlich sein.

Dr. Barbara Voll

Quelle: Presse-Workshop, „Janssen in der Infektiologie – Aktuelle Studiendaten zur HIV-Impfung“, 14.11.2018, Düsseldorf; Veranstalter: Janssen-Cilag GmbH


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