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Medizin

11. März 2020 HIV: Erste Studienergebnisse zu Vesatolimod auf der CROI vorgestellt

Auf der Conference on Retroviruses and Oppurtunistic Infections 2020 (CROI) wurden die ersten Studienergenisse des Agonisten Vesatolimod, einem investigational toll-like receptor 7 (TLR7) vorgestellt. Vesatolimod ist Teil eines Forschungsprogramms zur Heilung des menschlichen Immunschwächevirus (HIV).
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„Obwohl die HIV-Behandlung in den vergangenen 3 Jahrzehnten dramatische Fortschritte gemacht hat, sehen sich Menschen, die mit HIV leben, immer noch einer lebenslangen Therapie und möglichen Komplikationen gegenüber“, sagte Diana Brainard, Gilead.

Die Studienergebnisse im Überblick

Längere Zeit bis zum Rebound

Eine randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie evaluierte 25 mit HIV lebende Personen, die vor Beginn der ART eine partielle Virussuppression (HIV-RNA von 50 bis 5.000 Kopien pro ml) aufgewiesen hatten, eine Gruppe, die als „HIV-Kontrolleure“ bezeichnet wird. Die Teilnehmer erhielten während der Fortsetzung der ART alle 2 Wochen 10 Dosen des TLR7-Agonisten Vesatolimod oder Placebo, gefolgt von einer Behandlungsunterbrechung, bei der sie die Therapie abbrachen und sorgfältig überwacht wurden.
Die Studie ergab, dass Vesatolimod im Vergleich zu Placebo mit einer längeren Periode der Virussuppression nach der Behandlungsunterbrechung assoziiert war. Die mediane Zeit bis zum viralen Rebound (>50 Kopien/ml) betrug 4,1 Wochen für die Vesatolimod-Gruppe im Vergleich zu 3,9 Wochen für Placebo (p=0,036). Für den Rebound auf > 200 Kopien/ml betrug die mediane Zeit bis zum Abprall 5 Wochen für Vesatolimod, verglichen mit 4 Wochen für Placebo (p=0,024). Vier Personen in der Vesatolimod-Gruppe hatten 6 oder mehr Wochen lang keinen virologischen Rebound (>50 c/mL).

Kombinierte aktive und passive Immunisierung bei SHIV-infizierten Rhesusaffen

In einer separaten Studie wurde das Potenzial einer Kombination aus einer therapeutischen Impfstoffuntersuchung, einer Untersuchung mit weitgehend neutralisierenden Antikörpern (bNAbs) und dem TLR7-Agonisten Vesatolimod als HIV-Heilungsstrategie zur Aktivierung und Beseitigung des latenten HIV-Reservoirs untersucht. HIV bNAbs sind eine Klasse von antiviralen und immuntherapeutischen Wirkstoffen, die ursprünglich von HIV-infizierten Personen mit einer starken Anti-HIV-Antikörperreaktion stammen und die entwickelt werden, um HIV zu bekämpfen.
In der Studie wurden 49 mit dem Simian-Human-Immunschwäche-Virus (SHIV) infizierte Rhesusaffen mit Tenofovir Disoproxil Fumarat/Etricitabin/Dolutegravir (TDF/FTC/DTG) als ART behandelt. Nach 24 Wochen wurden die Tiere in 4 Gruppen eingeteilt, um die Wirkung der aktiven und passiven Immunisierung zu bestimmen: Eine Gruppe, die eine therapeutische Impfung mit Ad26/MVA erhielt (n=12), eine Gruppe, die den weitgehend neutralisierenden Antikörper (bNAb) PGT121 erhielt (n=12), eine Gruppe, die sowohl Ad26/MVA als auch PGT121 erhielt (n=10), und Scheinkontrollen (n=15). Alle Gruppen außer den Scheinkontrollen erhielten zusätzlich 10 Dosen Vesatolimod. In Woche 86 wurde ART eingestellt, und der virale Rebound wurde 140 Tage lang überwacht. Bei 6 von 10 Tieren führte Vesatolimod in Kombination mit einer therapeutischen Impfung und der PGT121 bNAb sowohl zu einem verzögerten viralen Rebound als auch zu einer virologischen Kontrolle nach dem Abbruch der ART, im Vergleich zu 0 von 15 der Scheinkontrolltiere. Diese Ergebnisse unterstützen die weitere Untersuchung dieses mehrgleisigen Ansatzes.

Vesatolimod ist ein Prüfpräparat und weltweit nicht zugelassen; seine Sicherheit und Wirksamkeit wurde nicht nachgewiesen.

Übers. SM

Quelle: Gilead


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