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Medizin

12. Februar 2020 HPV: Starker Anstieg der geimpften Jungen nach STIKO-Empfehlung

Erste Ergebnisse einer Datenbank-Analyse zeigten, dass die Anzahl der Jungen, die die erste HPV-Impfdosis erhalten haben, seit der Empfehlung durch die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut deutlich angestiegen ist: Mit etwas mehr als 51.000 ersten Impfdosen bis April 2019 lag die Anzahl auf vergleichbarem Niveau wie bei Mädchen (1). Seit Juni 2018 empfiehlt die STIKO die HPV-Impfung für Jungen analog zu Mädchen im Alter von 9-14 Jahren (Nachholimpfung bis zum Alter von 17 Jahren) (2, 3). Die Empfehlung zur HPV-Impfung für Mädchen besteht bereits seit 2007 (4).
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Basistext
Ziel der retrospektiven Analyse war es, die Anzahl der bei Jungen verabreichten ersten HPV-Impfdosen im Zeitraum von Januar 2018 bis April 2019 in Deutschland zu erfassen. Ebenfalls analysiert wurde die Anzahl der ersten HPV-Impfdosen für Mädchen im gleichen Zeitraum. Die Ergebnisse zeigten, dass in den Monaten vor Erweiterung der STIKO-Empfehlung nur sehr wenige Jungen die Möglichkeit zur HPV-Impfung wahrnahmen: Im Zeitraum von Januar bis Mai 2018 erhielten pro Monat 98 bis 950 Jungen die erste HPV-Impfdosis. Zum Zeitpunkt der STIKO-Empfehlung im Juni 2018 betrug die Anzahl der ersten Impfdosen für Jungen 832. In der Folge war bis Dezember 2018 ein deutlicher Anstieg auf 9.670 Dosen zu verzeichnen (1).

Starker Anstieg nach Kostenübernahme

Mit der Kostenübernahme der gesetzlichen Krankenkassen ab Januar 2019 stieg die Inanspruchnahme der HPV-Impfung durch Jungen sprunghaft um etwa 200% auf 28.691 Impfdosen im selben Monat. Bis April 2019 steigerte sich die Anzahl stetig weiter bis auf 51.934. Zum Vergleich: Die Inanspruchnahme der ersten HPV-Impfdosis bei Mädchen schwankte im selben Zeitraum zwischen 27.287 und 50.788. Die meisten Jungen waren zum Zeitpunkt der Impfung zwischen 13 und 14 Jahre alt und wurden von ihrem Pädiater bzw. ihrer Pädiaterin geimpft. Da keine Angaben zur Populationsgröße vorlagen, sind für eine Aussage zur HPV-Impfquote bei Jungen in Deutschland weitere Analysen notwendig (1).

Über die Analyse

Grundlage der Analyse waren Daten der IMS® Vaccine Analyser Database. In dieser werden anonymisierte digitale Impfdatensätze von rund 350 niedergelassenen Ärzten (Pädiater, APIs und Gynäkologen) gesammelt. Mit Hilfe der Datenbank IMS Pharmascope Vaccines, die alle in Deutschland vertriebenen Impfungen erfasst, wurde die Anzahl der ersten Impfdosen auf die nationale Ebene projiziert. Die Daten wurden stratifiziert nach dem Fachgebiet des Arztes (Pädiater, API und Gynäkologe) und dem Alter der Patienten (1).

Quelle: MSD

Literatur:

(1) Reuschenbach M et al. HPV VACCINATION UPTAKE IN BOYS AFTER INTRODUCTION OF GENDER-NEUTRAL HPV VACCINATION IN GERMANY – A RETROSPECTIVE DATABASE ANALYSIS (IMS VACCINE ANALYZER). EUROGIN, Dec 4-7, 2019, Monte Carlo, Monaco.
(2) Robert Koch-Institut. Wissenschaftliche Begründung für die Empfehlung der HPV-Impfung für Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Epid Bull 2018; 26: 233-54.
(3) Ständige Impfkommission. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut – 2019/2020. Epid Bull 2019; 34: 313-64.
(4) Robert Koch-Institut. Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) für Mädchen von 12 bis 17 Jahren – Empfehlung und Begründung. Epid Bull 2007; 12: 98-106.


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