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Medizin

20. März 2020 Hämophilie A: Langzeitnutzen von Damoctocog alfa pegol bestätigt

Ergebnisse einer Analyse der laufenden Phase II/III PROTECT VIII-Extension-Studie (1) zeigen: Der rekombinante Faktor VIII Damoctocog alfa pegol; rFVIII (Jivi®) mit verlängerter Halbwertszeit bietet auch über einen langen Anwendungszeitraum von bis zu 5,4 Jahren wirksamen Blutungsschutz und ist gut verträglich in der Prophylaxe und Blutungsbehandlung von jugendlichen und erwachsenen Patienten mit schwerer Hämophilie A. Die Auswertung zeigt, dass sich die schon in der Hauptstudie (2) gezeigten, niedrigen jährlichen Blutungsraten (ABR) in der Verlängerungsphase weiter verringerten.
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Über alle 3 Prophylaxe-Arme (einmal wöchentlich, alle 5 Tage, zweimal wöchentlich) betrug die ABR in der Verlängerungsstudie im Median 1,6. Die medianen ABR variierten je nach gewähltem Therapieregime, wobei die Anzahl der Blutungsereignisse bei den Patienten, die durchgängig einmal wöchentlich behandelt wurden, am niedrigsten war (ABR 0,7 in der Verlängerungsstudie; 1,0 in der Hauptstudie).

Flexible Therapieoptionen

An der PROTECT VIII-Extension-Studie nahmen insgesamt 121 Patienten mit schwerer Hämophilie A (15-65 Jahre) teil, die zuvor die PROTECT VIII-Hauptstudie abgeschlossen hatten (91% der ursprünglichen Studienteilnehmer). Zum Auswertungszeitpunkt am 31. Januar 2018 reichten die Untersuchungszeiträume – inklusive der 36-wöchigen Hauptstudie – von 8 Monaten bis zu 5,4 Jahren (Median: 3,9 Jahre) mit 23 bis 563 kumulierten Expositionstagen (Median 223). Zu Beginn der Extension-Studie erhielten 107 Patienten eine Prophylaxe- und 14 eine Bedarfstherapie. Die Injektionen mit Damoctocog alfa pegol erfolgten nach dem erfolgreich geprüften Dosisschema der PROTECT VIII-Hauptstudie: entweder zweimal wöchentlich (30-40 I.E./kg), alle 5 Tage (45-60 I.E./kg) oder einmal wöchentlich (60 I.E./kg). Die Patienten konnten zu Beginn der Extension und auch später ihr Regimen wechseln. Rund 65% derjenigen, die sich für die einmal wöchentliche Gabe entschieden hatten, blieben auch während der gesamten Extensionsphase bei dieser Therapievariante.

Wirksamer Blutungsschutz in der Langzeitanwendung

Bereits in der zulassungsrelevanten PROTECT VIII-Hauptstudie überzeugte Damoctocog alfa pegol dadurch, dass 90% der Studienteilnehmer ihre Injektionsfrequenz im Vergleich zur vorherigen Prophylaxe reduzieren konnten (3) und die ABRs deutlich sanken. In der Extension-Phase setzte sich diese positive Entwicklung weiter fort: Bei Patienten, die zweimal pro Woche eine Prophylaxe-Therapie erhielten, sank die ABR in der Extension-Studie (n=23) auf 1,7. In der Hauptstudie lag die ABR bei 1,9 bei normaler Blutungsneigung (n=11) und 4,1 bei hoher Blutungsneigung (n=13). Bei Patienten, die alle 5 Tage ihre Prophylaxe erhielten, sank die ABR von 1,9 in der Hauptstudie (n=43) auf 1,2 in der Extension-Studie (n=33). Patienten in der Gruppe mit einmal wöchentlicher Damoctocog alfa pegol-Gabe (n=23) zeigten bereits in der Hauptstudie mit 1,0 (n=32) die niedrigste ABR aller Studienarme. In der Verlängerungsstudie sank die jährliche Blutungsrate in dieser Patientengruppe weiter auf 0,7. Über alle Prophylaxe-Arme betrug die ABR in der Verlängerungsstudie im Median 1,6. Bei der Bedarfstherapie war die ABR im Median mit 34,1 erwartungsgemäß deutlich höher.

Mehrheit blutungsfrei

21% der Prophylaxe-Patienten blieben während des mittleren Beobachtungszeitraums (3,2 Jahre) blutungsfrei. Innerhalb der letzten 12 Monate traten bei 40% der Prophylaxe-Patienten keine Blutungen mehr auf, bei den Patienten, die die gesamte Zeit in der Gruppe mit einmal wöchentlicher Gabe blieben, waren es sogar 65%. Auch das Management akuter Blutungen verbesserte sich im Verlauf der Extension-Studie gegenüber der PROTECT VIII-Hauptstudie weiter: 94% der Blutungen ließen sich durch ≤ 2 Infusionen kontrollieren (91% in der Hauptstudie). Die Mehrheit der Blutungen (85%) in der Verlängerungsstudie erforderte nur eine Infusion. Darüber hinaus konnte das positive Sicherheitsprofil von Damoctocog alfa pegol mit den Langzeitdaten bestätigt werden.

Quelle: Bayer

Literatur:

(1) Lalezari S et al. Haemophilia 2019; 00: 1-9.
(2) Reding MT, et al.; J Thromb Haemost 2017; 15: 411-9.
(3) Kerlin BA et al.; Am J Hematol 2018; 93: E32. doi:10.1002/ajh.25268
(4) Fachinformation Jivi®, Stand November 2018. 


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