Dienstag, 23. Juli 2019
Navigation öffnen

Medizin

24. Juni 2019 Hämophilie B: Bessere PK-Eigenschaften unter Nonacog beta pegol

Erstmals wurden die pharmakokinetischen (PK) Eigenschaften zweier rekombinanter Faktor-IX-Präparate (rFIX) mit verlängerter Halbwertszeit bei Hämophilie B direkt verglichen: Die Head-to-Head-Studie paradigmTM7 untersuchte im Crossover-Design die Dosis-normalisierten PK-Eigenschaften einer Einzelgabe Nonacog beta pegol im Vergleich mit einer Einzelgabe des rFIX-Fc-Fusionsproteins Eftrenonacog alfa, rFIXFc. Für Nonacog beta pegol ergaben sich signifikant bessere PK-Eigenschaften – darunter eine 6-mal höhere FIX-Aktivität nach einer Woche – im Vergleich mit rFIXFc (1).
Anzeige:
Fachinformation
Menschen mit schwerer Hämophilie B benötigen für die Blutgerinnung die prophylaktische Gabe des fehlenden Faktors IX (FIX). Die Faktordosierung sollte entsprechend den PK-Eigenschaften des verwendeten FIX-Präparates angepasst werden, um eine optimale Prophylaxe zu gewährleisten (3). Insbesondere die modernen langwirksamen rekombinanten FIX-Präparate unterscheiden sich in ihren PK-Parametern. Daher untersuchte paradigmTM7 als erste Head-to-Head-Studie in der Hämophilie B die PK-Eigenschaften des glycopegylierten Nonacog beta pegol*, N9-GP (rFIX Refixia®) im direkten Vergleich mit dem rFIX-Fc-Fusionsprotein Eftrenonacog alfa, rFIXFc (Alprolix®) (1).

Signifikant höhere AUC und FIX-Aktivität

ParadigmTM7 ist eine multizentrische, randomisierte, Open-Label-Studie im Cross-Over-Design. In die Studie waren 15 Erwachsene mit Hämophilie B (FIX-Aktivität ≤ 2%) eingeschlossen. Sie waren an mindestens 150 Tagen mit einem herkömmlichen FIX-Präparat mit normaler Halbwertszeit vorbehandelt. Die Patienten erhielten nach der Randomisierung eine Einzelgabe mit 50 I.E./kg N9-GP oder rFIXFc. Frühestens 21 Tage nach dieser ersten Gabe erfolgte eine Einzelgabe des jeweils anderen Präparates. Primärer Endpunkt der Studie war AUC0-inf,norm (Fläche unter der FIX-Aktivitäts-Kurve von 0 – unendlich, Dosis-normalisiert auf 50 I.E/kg). Sekundäre PK-Endpunkte waren maximale Dosis-normalisierte FIX-Aktivität nach 30 Minuten (Cmax,norm), Halbwertszeit (t1/2), inkrementelle Recovery nach 30 Minuten (IR30min, gemessen als (I.E./dl)/(I.E./kg)) sowie FIX-Aktivität nach 168 Stunden (C168h). Die Daten von 14 Patienten konnten nach Studienende ausgewertet werden (1).

Längere Halbwertszeit

Mit N9-GP kam es zu einer signifikant höheren Dosis-normalisierten AUC0-inf (96,6 vs. 22,0 I.E. x h/ml; p < 0,0001) als mit rFIXFc. Die inkrementelle Recovery war bei der Gabe von N9-GP doppelt so hoch wie bei rFIXFc (1,7 vs. 0,8; p < 0,0001), ebenso die Cmax,norm (0,91 vs. 0,45 I.E./ml; p < 0,0001). Bei N9-GP wurde zudem eine fast 6-mal höhere FIX-Aktivität nach 168 Stunden gemessen als bei rFIXFc (0,187 vs. 0,032 I.E./ml; p < 0,0001). Insgesamt wies N9-GP eine längere Halbwertszeit auf als rFIXFc (103,2 vs. 84,9 Stunden; p < 0,0001) (1).

Keine Sicherheitssignale beobachtet

Die Studie ergab durchweg günstigere PK-Eigenschaften von N9-GP im direkten Vergleich mit rFIXFc. Für beide langwirksamen Faktor-IX-Präparate wurden keine Sicherheitssignale beobachtet. Die Ergebnisse aus paradigmTM7 können Ärzten helfen, die Unterschiede der PK-Merkmale zwischen N9-GP und rFIXFc zu verstehen, lautete das Fazit der Autoren (1).


* Nonacog beta pegol (Refixia®) ist für die Behandlung und Prophylaxe von Blutungen bei Patienten im Alter ab 12 Jahren mit Hämophilie B (angeborener Faktor-IX-Mangel) zugelassen (2).

Quelle: NovoNordisk

Literatur:

(1) Escuriola Ettingshausen C et al., Res Pract Thromb Haemost 2019; 3: 268-276.
(2) Refixia® Fachinformation. Stand Juni 2017.
(3) Collins PW et al. International Prophylaxis Study Group Pharmacokinetics Expert Working Group. Haemophilia 2011; 17: 2-10.


Das könnte Sie auch interessieren

Migräne: „World Brain Day“ widmet sich individualisierter Therapie

Migräne: „World Brain Day“ widmet sich individualisierter Therapie
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Der „World Brain Day“ widmet sich am 22. Juli dem Thema Migräne. In Deutschland sind etwa 10% der Bevölkerung von Migräne betroffen, Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer. Doch viele werden nicht diagnostiziert und ärztlich behandelt – sie therapieren sich stattdessen lieber selbst. Nicht selten führt das zu Chronifizierung und neuen Kopfschmerzen, denn Schmerzmedikamente können bei häufiger Einnahme Kopfschmerzen verursachen oder verstärken. Dabei lasse sich durch eine leitliniengerechte und individualisierte Therapie...

Urologen geben Entwarnung: Sorgen vor Zeugungsunfähigkeit sind unbegründet

Urologen geben Entwarnung: Sorgen vor Zeugungsunfähigkeit sind unbegründet
@ deagreez / Fotolia.com

Eine neue Studie zur männlichen Fruchtbarkeit, veröffentlicht in der Fachzeitschrift "Human Reproductive Update", sorgt derzeit für Aufsehen. Die Untersuchungen von Mediziner Hagai Levine und seinem Team der Hebräischen Universität Jerusalem zeigen, dass die Spermienanzahl von Männern aus westlichen Ländern immer weiter abnimmt. Laut den Wissenschaftlern ist die Spermienanzahl pro Milliliter Sperma um etwa 52 Prozent gesunken. Bei der Gesamtzahl der Spermien pro Samenerguss gaben die Forscher sogar einen Rückgang von nahezu 60 Prozent an....

Rolle der Selbstmotivation bei schweren Lungenerkrankungen wie Asthma und COPD

Rolle der Selbstmotivation bei schweren Lungenerkrankungen wie Asthma und COPD
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Neben den oft schweren körperlichen Einschränkungen leiden Patienten mit einer chronischen Lungenerkrankung häufig auch an starken seelischen und psychischen Belastungen. Die Angst vor Atemnot, vor dem Fortschreiten der Krankheit oder vor sozialer Ausgrenzung kann auf Dauer Mutlosigkeit und Depressionen nach sich ziehen. Ein Teil der Therapie kann daher auch die Behandlung psychischer Belastungen sein sowie das Erlernen von Ansätzen, sich in schwierigen Zeiten selbst zu motivieren.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Hämophilie B: Bessere PK-Eigenschaften unter Nonacog beta pegol"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.