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Medizin

01. April 2019 Hämophilie: rFVIIa auch bei Thrombastenie-Glanzmann-Patienten einsetzbar

Die Hämophilie-Behandlung wird durch neue Studienerkenntnisse und Praxiserfahrungen stetig optimiert. Dies gilt auch für die Präparate des Hämophilie-Spezialisten Novo Nordisk: den aktivierten rekombinanten Faktor VII (rFVIIa) NovoSeven®, den rekombinanten Faktor VIII (rVIII) NovoEight® sowie den langwirksamen rekombinanten Faktor IX (rFIX) Refixia®. Experten diskutierten hierzu neue Studiendaten und Real-world-Erfahrungen auf einem Symposium von Novo Nordisk anlässlich der 63. Jahrestagung der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH), die vom 27. Februar bis 2. März 2019 in Berlin stattfand.
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„Auch die ‚gute alte Dame‘ NovoSeven® hat Neues zu bieten“, so Dr. Carmen Escuriola Ettingshausen, Direktorin des Hämophilie-Zentrums Rhein Main in Mörfel-den-Walldorf. rFVIIa kann seit diesem Jahr bei Patienten mit Thrombasthenie Glanzmann (TG), die refraktär auf Thrombozytentransfusionen reagieren, auch ohne Antikörpernachweis eingesetzt werden, oder wenn Thrombozyten nicht leicht verfügbar sind (1). „Das kann gerade für Notfallambulanzen relevant sein“, so die Hämostaseologin. Außerdem konnte das Nutzen-Risiko-Profil von rFVIIa bei Hämophilie A mit Hemmkörpern bestätigt werden, wenn das Präparat gleichzeitig mit dem Antikörper Emicizumab (Hemlibra®) verwendet wird (2).

Keine thromboembolischen Ereignisse

Da es unter Emicizumab-Prophylaxe bei der Blutungsbehandlung mit aktiviertem Prothrombin-Komplexkonzentrat in der Studie HAVEN-1 u.a. zu thromboembolischen Ereignissen gekommen ist, nicht aber mit rFVIIa, analysierten Novo Nordisk und Roche gemeinsam die Daten von 61 Patienten aus dem HAVEN-Studienprogramm, die unter Emicizumab rFVIIa erhalten hatten. Während der hämostatischen Therapie mit rFVIIa in Dosierungen und Dosisintervallen entsprechend der Fachinformation wurden keine unerwünschten Ereignisse beobachtet, die in einem wahrscheinlichen Zusammenhang mit rFVIIa oder dessen gleichzeitiger Gabe mit Emicizumab stehen (2). „Die Ergebnisse geben uns Sicherheit, NovoSeven® im Blutungsfall bei auf Emicizumab eingestellten Patienten wie gewohnt einzusetzen“, resümierte Escuriola Ettingshausen.

Weniger Blutungen

Prof. Dr. Wolfgang Miesbach, Frankfurt/Main, berichtete von der Extensionsstudie guardianTM2, mit der die Langzeitwirksamkeit von NovoEight® (Turoctocog alfa) bei Hämophilie A bestätigt werden konnte (4). Untersucht wurden Patienten mit Standard-Prophylaxe (alle 2 Tage oder 3x/Woche), weniger häufiger Prophylaxe (alle 3 Tage oder 2x/ Woche) und On-demand-Therapie (Kontrolle). „Etwa ein Fünftel der Standard-Gruppe und über die Hälfte der Gruppe mit weniger häufiger Prophylaxe blieben ohne Blutungen (3). Damit hat guardianTM2 gezeigt, dass Patienten, die selten bluten, von einer weniger häufigen NovoEight®-Prophylaxe profitieren können“, schloss Miesbach.

Effektiver Blutungs- und Gelenkschutz

Seit Juni 2018 steht der rekombinante Faktor IX Refixia® mit verlängerter Halbwertszeit für Patienten mit Hämophilie B zur Verfügung. Dr. Georg Goldmann, Oberarzt des Hämophiliezentrums am Universitätsklinikum Bonn, berichtete, dass Patienten sich mit Refixia® für etwa 80% der Woche im ‚Nicht-Hämophilie-Bereich‘ befinden, da ihre Faktor-IX-Aktivität über 40% liegt (4). Das neue langwirksame Präparat könne Patienten unterstützen, eine regelmäßige Prophylaxe zu betreiben und damit einen effektiven Blutungs- und Gelenkschutz zu erreichen. Die ersten Erfahrungen in der Praxis mit rVIX seien sehr gut – sowohl bei der Blutungsprophylaxe als auch nach Operationen. Bei seinen Patienten seien keinerlei Gelenk- oder größere Blutungen aufgetreten. „Für die Patienten war die Umstellung auf das neue Präparat unproblematisch. Sie sind mit dieser Prophylaxe zufrieden und fühlen sich sicher“, lautete das Fazit von Goldmann.

Quelle: Satellitensymposium „Behandlungsoptionen für Menschen mit Hämophilie: Neue Daten“, anlässlich der GTH 2019 in, 28.02.2019, Berlin; Novo Nordisk

Literatur:

(1) NovoSeven® Fachinformation, Stand: November 2018.
(2) Levy GG et al. Oral Presentation, EAHAD 2019, Prag, Tschechische Republik. Abstract #OR12.
(3) Lentz SR et al. Haemophilia 2018; 24(6): e391-e394. doi: 10.1111/hae.13617.
(4) Tiede A et al. Haemophilia 2017; 23(4): 547-555.


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