Samstag, 15. Mai 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
FSME
FSME
Zurück zur Infothek
Medizin
17. Oktober 2019

Hashimoto Thyreoiditis: Symptomfreiheit durch individualisierte Therapie

Die Hashimoto Thyreoiditis ist die häufigste Ursache für eine Unterfunktion der Schilddrüse in Deutschland. Sie zählt zu den Autoimmunerkrankungen und gilt als nicht heilbar. „Mit einer geeigneten und individuellen Therapie ist es für die meisten Patienten aber möglich, symptomfrei zu leben. Dafür müssen Ärzte aus verschiedenen Fachrichtungen eng zusammenarbeiten“, fordert PD Dr. med. Joachim Feldkamp, Endokrinologe und Tagungspräsident des 24. Henning Symposiums zum Thema „Autoimmunität und Schilddrüse“. Auf dem bundesweit größten Schilddrüsenkongress dreht sich 2019 alles um die Notwendigkeit des interdisziplinären Austauschs bei der Diagnose und Behandlung von Autoimmunerkrankungen, die die Schilddrüse direkt betreffen, wie die Hashimoto Thyreoiditis, oder mit ihr in Verbindung gebracht werden.
Anzeige:
Pradaxa
Pradaxa
„Hier sind Hausärzte, Endokrinologen, Nuklearmediziner und Chirurgen gleichermaßen in der Verantwortung, zum einen die Erkrankung rechtzeitig zu diagnostizieren und zum andern die richtige Therapie zu wählen“, fasst Feldkamp zusammen. Dabei kommt es sowohl auf die richtige Interpretation der Schilddrüsenwerte als auch auf die individuelle Aufklärung an

Fehlgeleitetes Immunsystem

Die Hashimoto Thyreoiditis stellt nahezu die einzige Ursache für eine bleibende Schilddrüsenunterfunktion bei Erwachsenen dar. Auftreten kann sie sowohl bei Kindern als auch bei Senioren und betrifft etwa 1-2% der Bevölkerung. Frauen erkranken 10mal häufiger als Männer. Das Erkrankungsrisiko liegt erheblich höher, wenn die Krankheit in der näheren Verwandtschaft vorkommt. Je nach Verlauf der Hashimoto Thyreoiditis verändert sich die Form der Schilddrüse – es kommt entweder zu einer Vergrößerung oder einer starken Verkleinerung des Organs. Wieso sich das Immunsystem gegen die Schilddrüse wendet, ist noch nicht genau bekannt. Wissenschaftler haben jedoch bereits einige beteiligte Gene identifiziert, die auch an der Steuerung des Immunsystems beteiligt sind. Die Hashimoto Thyreoiditis ist zurzeit nicht heilbar. So bleibt nur die Behandlung der auftretenden Symptome. Da die Autoimmunerkrankung meist zu einer Unterfunktion der Schilddrüse führt, sind typische körperliche Anzeichen: Müdigkeit, erhöhtes Schlafbedürfnis, Konzentrationsstörungen, depressive Stimmung, Frieren, Verstopfung sowie Haar- und Nagelwuchsstörungen. Dem zugrunde liegt der durch die Schilddrüsenunterfunktion allgemein verlangsamte Stoffwechsel.

Morbus Basedow

Neben der Hashimoto Thyreoiditis gehört der Morbus Basedow zu den bekanntesten Autoimmunerkrankungen, die ebenfalls zu einer Schilddrüsenfunktionsstörung führt. In diesem Fall jedoch zur Überfunktion. Auch hier erkranken Frauen häufiger als Männer. Zudem erhöht Rauchen das Risiko und führt zusätzlich häufig zu einem schlimmeren Verlauf der Krankheit. Auslöser des Morbus Basedow können psychisch belastende Einflüsse sein, zum Beispiel eine Trennung vom Partner, Todesfälle in der Familie oder anderer starker Stress. Meistens treten die typischen Symptome wie innere Unruhe, Schlaflosigkeit, verstärktes Schwitzen und unerklärliche Gewichtsabnahme plötzlich auf. Als erste Maßnahme gilt die Behandlung mit Medikamenten, die jedoch keine Langzeitlösung darstellt.  

Definitive Therapie

Wenn die Behandlung mit Medikamenten nicht zum gewünschten Erfolg führt, sollte über eine endgültige Therapie nachgedacht werden. Im Fall des Morbus Basedow ist das überwiegend die Radiojodtherapie, seltener eine Operation. Bei einer Hashimoto Thyreoiditis ist eine solche Therapie nicht sinnvoll, weshalb bisher ausschließlich Medikamente eingesetzt werden.

Schilddrüsenwerte richtig interpretieren

Die Basis für die Behandlung und auch die vorangehende Diagnose liefern in der Regel die gemessenen Schilddrüsenwerte wie der TSH-Wert (Thyreoidea stimulierendes Hormon). Da dieser natürlicherweise schwankt, nämlich abhängig von Alter, Lebenssituation (Schwangerschaft, Stress) und Tageszeit, spielt die genaue Interpretation der Werte eine zentrale Rolle – besonders um Über- oder Unterdosierungen bei der Schilddrüsenhormongabe zu vermeiden. Ebenso dienen die Antikörperwerte als wichtiges Kriterium bei der Diagnose und Behandlung der jeweiligen Autoimmunerkrankung.

Quelle: Sanofi


Anzeige:
FIASP
FIASP
 

Das könnte Sie auch interessieren

Medikamentöse Therapie bei Diabetes Typ 2: Bei Bedenken zu Arzneimitteln mit dem behandelnden Arzt sprechen

Medikamentöse Therapie bei Diabetes Typ 2: Bei Bedenken zu Arzneimitteln mit dem behandelnden Arzt sprechen
© Dmitry Lobanov / Fotolia.com

In Deutschland haben von den rund 7 Millionen Menschen, die an Diabetes mellitus erkrankt sind, 95 % einen Typ-2-Diabetes. Während Diabetes Typ 1 immer mit Insulin behandelt werden muss, sind die Therapiemöglichkeiten beim Typ-2-Diabetes breiter gefächert. Neben Lebensstilinterventionen wie Ernährungsumstellung und mehr Bewegung kommen verschiedene orale Antidiabetika zum Einsatz. Manche Betroffene sind zu Beginn einer medikamentösen Therapie wegen etwaiger Nebenwirkungen verunsichert, die zum Beispiel in Beipackzetteln oder Internetforen erwähnt werden.  

Röntgeninstitut plant Mammografie mit audiovisueller Erlebniswelt

Röntgeninstitut plant Mammografie mit audiovisueller Erlebniswelt
© serhiibobyk - stock.adobe.com

Brustkrebs ist mit etwa 70.000 Neuerkrankungen im Jahr die häufigste onkologische Erkrankung bei Frauen. Daher wird der einst von der „American Cancer Society“ ausgerufene Internationale Brustkrebstag am 1. Oktober weltweit zum Anlass genommen, anhand von Informations- und Aufklärungskampagnen Aufmerksamkeit auf die Erkrankung zu lenken und speziell das Thema Vorsorge ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken. „Werden bösartige Tumoren frühzeitig entdeckt, sind die Heilungschancen von Brustkrebs äußerst gut“, weiß Dr....

Vorsorgekoloskopie gehört zu den effektivsten Maßnahmen in der Medizin

Vorsorgekoloskopie gehört zu den effektivsten Maßnahmen in der Medizin
© Crystal light - stock.adobe.com

Anlässlich des Darmkrebsmonats März ruft die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) dazu auf, die Vorsorgekoloskopie besser zu nutzen. Das von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlte Angebot gehört zu den effektivsten Früherkennungsmaßnahmen, die in der Medizin zu Verfügung stehen: In den ersten 10 Jahren nach Einführung der gesetzliche Darmkrebsfrüherkennung sank die Darmkrebssterblichkeit bei Männern ab 55 Jahren um fast 21 %, bei Frauen dieser Altersgruppe sogar um mehr als 26 %....

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Hashimoto Thyreoiditis: Symptomfreiheit durch individualisierte Therapie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Corona-Regeln werden für Geimpfte und Genesene gelockert
  • Corona-Regeln werden für Geimpfte und Genesene gelockert