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Medizin

05. Februar 2018 Helfen Malaria-Medikamente gegen Alzheimer?

Die Alzheimer-Krankheit ist bislang unheilbar und neue Wirkstoffe werden frühestens in einigen Jahren verfügbar sein. Forscher wie Prof. Dr. Jochen Kuhse von der Universität Heidelberg testen daher bereits vorhandene Medikamente gegen andere Krankheiten, um herauszufinden, ob diese auch bei der Alzheimer-Krankheit einen positiven Effekt haben könnten. Gefördert wird das zweijährige Forschungsprojekt von der gemeinnützigen Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) mit 85.000 Euro.
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Im Zentrum des Forschungsprojekts steht das Protein Gephyrin, das von Alzheimer-Patienten möglicherweise nicht mehr in ausreichender Menge gebildet werden kann. Gephyrin könnte in einer Wechselwirkung mit dem Amyloid-Vorläufer-Protein (APP) stehen, das bei der Alzheimer-Krankheit eine zentrale Rolle spielt. Es ist bekannt, dass bereits zugelassene Medikamente – zum Beispiel gegen Malaria – die Gephyrin-Bildung erhöhen.

„Wir werden die positive Wirkung dieser Malaria-Medikamente auf die Gephyrin-Bildung bei der Alzheimer-Krankheit genauer untersuchen. Unser Ziel ist es, mithilfe eines Mausmodells die molekulare Wirkung von APP auf die Gephyrin-Bildung zu entschlüsseln“, sagt Prof. Jochen Kuhse. Sollte die Erhöhung der Gephyrin-Produktion bei den Alzheimer-Mäusen eine positive Wirkung haben, könnte dies den Weg für eine spätere therapeutische Anwendung beim Menschen ebnen.

Die AFI ist der größte private Förderer der Alzheimer-Forschung an deutschen Universitäten und öffentlichen Einrichtungen. Aktuell kann die AFI 10 neue Forschungsprojekte mit insgesamt 798.357 Euro unterstützen. Insgesamt konnten bislang 230 Forschungsaktivitäten von engagierten Wissenschaftlern mit über 9,2 Millionen Euro finanziert werden.

Die förderungswürdigen Projekte wurden vom Wissenschaftlichen Beirat der AFI unter dem Vorsitz von Prof. Thomas Arendt (Universität Leipzig) zusammen mit den Beiräten der internationalen Kooperationspartner Alzheimer Nederland in den Niederlanden und Fondation Vaincre Alzheimer in Frankreich sowie externen Fachleuten im peer-review ausgewählt. Gefördert werden Projekte in den Bereichen Grundlagen-, Ursachen-, Diagnose-, Präventions- und Wirkstoffforschung an den Hochschulstandorten Bonn, Coburg, Düsseldorf, Göttingen, Heidelberg, Leipzig, Saarbrücken und Ulm.

Quelle: Alzheimer Forschung Initiative


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