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Medizin

12. April 2019 Hepatitis C: Hohe Heilungsrate unter Elbasvir/Grazoprevir auch bei zirrhotischen Patienten

In einer aktuellen Auswertung des Deutschen Hepatitis C-Registers (DHC-R) erzielte Elbasvir/Grazoprevir (ZEPATIER®) im Praxisalltag bei Hepatitis-C-Patienten vom Genotyp 1 mit und ohne Zirrhose hohe Heilungsraten* (SVR) von mindestens 97% (1). Die SVR-Raten waren bei Patienten mit und ohne Zirrhose vergleichbar hoch, obwohl die Patienten mit Zirrhose älter waren, häufiger Komorbiditäten aufwiesen und mehr Begleitmedikamente einnahmen. Die Auswertung des DHC-R wurde auf der Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft zum Studium der Leber (GASL) 2019 vorgestellt (1).
Die Auswertung basiert auf Daten von 527 Patienten mit einer chronischen Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) Genotyp 1, die zwischen September 2016 und August 2017 in 110 Zentren 12 bis 16 Wochen lang nach ärztlichem Ermessen mit Elbasvir/Grazoprevir +/- Ribavirin behandelt wurden. Primärer Zielparameter war Per Protocol definiert als ein Erreichen des anhaltenden virologischen Ansprechens aller Patienten 12 und 24 Wochen nach Ende der Therapie. Die SVR war definiert als HCV RNA ≤25IU/ml. Bei 92 Patienten (17,5%) lag zu Therapiebeginn eine Zirrhose vor, berichtet vom behandelnden Arzt basierend auf Leberbiopsie, Ultraschall, Fibroscan > 12,5 kPa, klinischen Symptomen einer Zirrhose oder Aszites.

Mehr Komorbiditäten bei zirrhotischen Patienten

Insgesamt 435 Patienten hatten keine Zirrhose. Die Patienten mit Zirrhose unterschieden sich deutlich von den Patienten ohne Zirrhose hinsichtlich der Baseline-Charakteristika. In der Gruppe der zirrhotischen Patienten lag der Anteil der Patienten zwischen 50-70 Jahre bei 58,7% und der Anteil älter als 70 Jahre bei 22,8%, in der Gruppe der Patienten ohne Zirrhose waren es 46,0% bzw. 10,6%. Auch der Anteil an Komorbiditäten und Komedikation war bei den Patienten mit Zirrhose höher. Sie hatten beispielsweise häufiger kardiovaskuläre (58,7% vs. 29,7%), metabolische (26,1% vs. 9,0%) und gastrointestinale Erkrankungen (28,3% vs. 4,4%). Dementsprechend nahmen die zirrhotischen Patienten zusätzlich zu Elbasvir/Grazoprevir auch mehr Begleitmedikamente ein, wie z.B. Betablocker (37,0% vs. 19,8%), Diuretika (27,2% vs. 9,9%) und Antidiabetika (19,6% vs. 5,3%).

Die meisten Patienten mit und ohne Zirrhose erhielten Elbasvir/Grazoprevir ohne Ribavirin (91,3% bzw. 92,2%). Zum Zeitpunkt der Auswertung lagen die Daten zur SVR 12 oder SVR 24 von 80 Patienten mit Zirrhose und 353 Patienten ohne Zirrhose vor.

SVR-Raten unter Elbasvir/Grazoprevir

Trotz der weiter fortgeschrittenen Lebererkrankung und der höheren Morbidität der Patienten mit Zirrhose waren die SVR-Raten unter einer Behandlung mit Elbasvir/Grazoprevir bei diesen Patienten vergleichbar hoch wie bei Patienten ohne Zirrhose. Die SVR-Raten betrugen bei zirrhotischen Patienten mit Genotyp 1b 98,1% und mit Genotyp 1a 100%. Wurden nur die zirrhotischen Patienten mit Child-Pugh A (Behandlung gemäß Label) gewertet (n=65), erzielten 100% der Genotyp1-Patienten eine SVR. Die Heilungsraten bei den Patienten ohne Zirrhose lagen bei 97,3% für den Genotyp 1a und 98,8% für den Genotyp 1b.

* Heilung der chronischen Hepatitis C = anhaltendes virologisches Ansprechen (SVR) 12 und 24 Wochen nach Ende der Therapie
 

Quelle: MSD

Literatur:

(1) Hinrichsen H et al. High Real-World Efficacy of Elbasvir/Grazoprevir (EBV/GZR) in genotype 1 (GT1) infected patients with and without liver cirrhosis: Results from the German Hepatitis C Registry (DHC-R); Poster presentation at GASL Annual Meeting 2019; February 22-23. Heidelberg. Germany. Poster #5.14


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