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Medizin

08. Mai 2019 Hepatitis-C: Therapie mit Glecaprevir/Pibrentasvir erhöht Lebensqualität

Eine pangenotypische 8-Wochen-Therapie mit Glecaprevir/Pibrentasvir (G/P; Handelsname Maviret®) erzielt bei therapienaiven Hepatitis-C-Patienten ohne Zirrhose sehr hohe Heilungsraten – auch bei Betroffenen mit typischen Komorbiditäten wie einer Opioid-Substitutionstherapie oder einer psychiatrischen Erkrankung (1,2). Das unterstreicht eine aktuelle Auswertung von Daten aus dem Deutschen Hepatitis C-Register. Erstmals wurden nun auch DHC-R-Daten zur Auswirkung der Therapie mit Glecaprevir/Pibrentasvir auf die Lebensqualität analysiert (1). Hierbei zeigt sich gerade bei Patienten mit zusätzlichen Herausforderungen, wie einer Opioid-Substitutionstherapie oder einer psychiatrischen Erkrankung, ein positiver Einfluss auf die psychische Komponente der Lebensqualität (1).
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Ergebnisse der Effektivitätsanalyse

Insgesamt gingen 998 Patienten der Genotypen (GT) 1-6, die mit Glecaprevir/Pibrentasvir behandelt wurden, in die Effektivitätsanalyse ein (1). Die größte Gruppe stellten therapienaive Patienten ohne Zirrhose dar, die eine 8-Wochen-Therapie mit Glecaprevir/Pibrentasvir erhielten (1). Subanalysen erfolgten zu Patienten mit Substitutionstherapie, psychiatrischen Begleiterkrankungen, HCV-HIV-Koinfektion, Alkoholabusus und aktivem Drogengebrauch (1). „Diese wichtigen Komorbiditäten sind in der klinischen Praxis anzutreffen und haben in der Vergangenheit oft dazu geführt, dass eine Behandlung aufgeschoben wurde“, erklärt Prof. Dr. med. Markus Cornberg. Im Ergebnis zeigt die Behandlung mit Glecaprevir/Pibrentasvir eine SVR12-Rate von 99,5% (modified Intent-to-treat, mITT) in der Gesamtpopulation (1). Es fanden sich keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Subgruppen (1). In der mITT wurden Patienten aufgrund eines nicht virologischen Versagens ausgeschlossen, beispielsweise solche, die aufgrund eines frühzeitigen Therapieabbruchs keine SVR12 erreicht hatten, bei denen eine Reinfektion vorlag oder deren Therapie nach Behandlungsende nicht dokumentiert werden konnte.

Zunahme an Lebensqualität

Die Auswertung der Lebensqualität durch Fragebögen zum Gesundheitszustand (Short Form 36, SF-36) zeigte eine deutliche Zunahme der psychischen Komponente der Lebensqualität (1). Insbesondere Patienten unter Opioid-Substitutionstherapie und Patienten mit psychiatrischen Komorbiditäten profitierten hiervon (1). „Die Therapie mit G/P ist hocheffektiv und hat bei Hepatitis-C-Patienten mit typischen Komorbiditäten zu einer deutlichen Verbesserung des physischen und psychischen Befindens beigetragen“, so Cornberg weiter. Damit stehen die neuen Daten im Einklang mit den Leitlinienempfehlungen, dass bei Patientengruppen mit typischen Herausforderungen keine Therapierestriktionen erfolgen sollten (3).

Eliminierung des Hepatitis-C-Virus im Fokus

Trotz der therapeutischen Erfolge bleibt bis zur geplanten Eliminierung des Hepatitis-C-Virus im Jahr 2030 noch viel zu tun. Dieses Ziel hatte die Weltgesundheitsorganisation im Jahr 2016 gesteckt (4). AbbVie engagiert sich in starken Projekten für ein Leben ohne Hepatitis C, beispielsweise im Rahmen der PLUS-Gesundheitsinitiative Hepatitis C (5). Dieses Mikroeliminationsprojekt will Drogenkonsumenten, Substituierte und Abstinenzwillige erreichen und deren regionale Gesundheitsversorgung durch eine umfassende Betrachtung der Lebensumstände nachhaltig und strukturell verbessern (5). PLUS wurde 2015 vom Caritasverband für Stuttgart e.V., der Deutschen Leberhilfe e.V. und AbbVie Deutschland in Stuttgart ins Leben gerufen; mittlerweile wird das Konzept bereits in 8 Städten und Regionen mit regionalen Partnern umgesetzt. 

Quelle: AbbVie

Literatur:

(1) Cornberg M, et al., EASL The Liver Meeting. Wien, April 10.-14., 2019. Oral Presentation GS-07.
(2) Fachinformation Maviret, Stand März 2019.
(3) Sarrazin C, et al. Z Gastroenterol. 2018; 56: 756-838.
(4) World Health Organization. Global Hepatitis Report, 2017.
(5) Plus-Initiative. Letzter Zugriff: 17.04.2019. Verfügbar unter: https://www.hcvversorgungplus.de/


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