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Medizin

26. Juli 2017 Hepatitis C erkennen und behandeln

Dank neuer Medikamente ist die Hepatitis C – gegen die es keine Impfung gibt – zu einer gut behandelbaren Erkrankung geworden, und fast jeder Patient hat heute die Chance auf Heilung (1). Damit könnte gelingen, was sich die WHO und das Bundesgesundheitsministerium auf die Fahnen geschrieben haben: die Hepatitis C massiv einzudämmen oder sogar ganz zu eliminieren (2,3). Die Aufklärungskampagne „Bist du Chris?“ mobilisiert nun die Bevölkerung, um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen.
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Was sich seit einiger Zeit in der Therapie der Hepatitis C abzeichnet, wird als Revolution angesehen. „Mit den neuen direkt antiviralen Arzneimitteln können wir die meisten Patienten auf gut verträgliche Weise und in acht bis 24 Wochen heilen“, bestätigt Prof. Dr. Michael P. Manns. „Das ist ein enormer Fortschritt im Vergleich zu früher.“

Was dem Vorsitzenden der Initiative pro Leber Sorgen bereitet, ist die hohe Zahl an Menschen, die mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) infiziert sind ohne davon zu wissen – bundesweit schätzungsweise 40% aller Infizierten (4). „Diese Menschen haben keine Chance auf eine Behandlung und laufen Gefahr, schwere Leberschäden bis hin zu Leberzirrhose und Leberzellkrebs zu entwickeln“, sagt Manns. Um hier Abhilfe zu schaffen, hat die Initiative pro Leber die Aufklärungskampagne „Bist du Chris“? ins Leben gerufen.

Chris steht in der Kampagne für eine Person – Mann oder Frau, jung oder alt, arm oder reich – die sich möglicherweise irgendwann im Leben mit HCV infiziert hat. Mit der Frage „Bist du Chris?“ will die Initiative pro Leber Menschen zum Nachdenken anregen, ob auch sie sich irgendwann einmal angesteckt haben könnten; eine kurze Online-Checkliste unter http://bist-du-chris.de/  hilft dabei. „Wer dann ein erhöhtes Risiko bei sich vermutet, sollte mit seinem Hausarzt sprechen und sich gegebenenfalls einem Bluttest unterziehen“, rät Manns. Die Maßnahme lohnt sich in jedem Fall: Entweder ist klar, dass man nicht infiziert ist und kann sich sicher fühlen, oder man ist infiziert und kann sich behandeln lassen.

Quelle: Initiative pro Leber

Literatur:

(1) DGVS et al. Aktuelle Empfehlung zur Therapie der chronischen Hepatitis C, Dezember 2016. https://www.dgvs.de/wpcontent/
uploads/2016/11/2016-AG4-Therapie-Leitlinie-Hepatitis-C_23.11.2016_FINAL.pdf
(2) WHO. Combating Hepatitis B and C to Reach Elimination by 2030. Advocacy brief
http://www.who.int/hepatitis/publications/hep-elimination-by-2030-brief/en/ (Letzter Zugriff: Juli 2017)
(3) Bundesministerium für Gesundheit. Strategie zur Eindämmung von HIV Hepatitis B und C und anderen sexuell übertragbaren
Infektionen https://www.bmz.de/de/zentrales_downloadarchiv/Presse/Strategie-zur-Eindaemmung-von-HIV-Hepatitis-B-und-Cund-
anderen-sexuell-uebertragbaren-Infektionen.pdf (Letzter Zugriff: Juli 2017)
(4) Leberhilfe-Projekt. Der Eco-Hep Report. http://www.leberhilfe-projekt.de/das-eco-hep-modell.html (Letzter Zugriff: Juli 2017)


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