Mittwoch, 11. Dezember 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

25. April 2019 Herz-Kreislauf-Erkrankungen: DGK fordert gesundheitspolitische Strategien

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland seit vielen Jahren Todesursache Nummer 1. Gesundheitspolitische Strategien und ein vermehrtes Engagement seitens der Politik forderte heute der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V. (DGK), Prof. Dr. Hugo A. Katus, während der Eröffnungspressekonferenz der 85. Jahrestagung der Gesellschaft in Mannheim.
Herztod: Drängendes Problem

Allein 2017 mussten mehr als 1,7 Millionen Menschen wegen einer Herzerkrankung stationär in deutschen Krankenhäusern behandelt werden. 2016 starben mehr als 207.000 Patienten in Deutschland an einer kardiologischen Erkrankung. Dies zeigen die Daten des statistischen Bundesamtes und des Deutschen Herzberichtes. „Das ist ein untragbarer Zustand“, so Prof. Katus. „Dennoch sind gesundheitspolitische Strategien zur Vermeidung des Herztodes als drängendes Problem von der Regierungskoalition nicht formuliert worden, ebenso wenig wie die Förderung der Forschung auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen.“

Strukturen verbessern

Um diesem Missverhältnis entgegenzuwirken, hält die DGK eine verstärkte Initiative gegen den Herztod für dringend geboten. Die geforderten Maßnahmen umfassen zum einen Pläne zu einer verstärkten Förderung der Forschung in Grundlagenwissenschaften, Translation und Klinik. Darüber hinaus müssen die Strukturen in der Patientenversorgung verbessert werden, damit Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen optimal nach den neuesten Erkenntnissen behandelt werden können.

Genetische Prädisposition 

„Ein großes und verbreitetes Missverständnis besteht darin, dass Herzerkrankungen allein durch die Behandlung von Risikofaktoren und einen gesunden Lebensstil vermieden werden können“, erklärt Prof. Katus. „Herzerkrankungen treten bei vielen Menschen auf, die sehr gesund leben und keine nennenswerten Risikofaktoren haben, einfach weil – ähnlich wie bei Tumorleiden – auch genetische Veranlagungen für die Entstehung von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems verantwortlich sind. Es wäre zu kurz gegriffen, kardiologische Erkrankungen stets auf einen ungesunden Lebensstil zurückzuführen.“

Vermeidbare vorzeitige Tode

Eine nationale Initiative solle unter anderem dazu beitragen, in das öffentliche Bewusstsein zu rücken, dass Herzerkrankungen nicht nur extrem häufig sind und ein langes Leiden verursachen, sondern häufig einen vermeidbaren vorzeitigen Tod verursachen. Analog zur besonders gelungenen „Dekade gegen Krebs“, die die Bundesregierung auf den Weg gebracht hat, müsse auch der Herztod energisch bekämpft werden, fordert die DGK.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V


Das könnte Sie auch interessieren

Warum alltägliche und seelische Belastungen wichtig werden können

Warum alltägliche und seelische Belastungen wichtig werden können
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Fast jeder kennt Kreuzschmerzen. Sie sind in den meisten Fällen harmlos und gehen nach kurzer Zeit von alleine wieder weg. Halten die Schmerzen jedoch länger an, fragen sich viele Betroffene, woher ihre Beschwerden kommen. Wichtig für Sie zu wissen ist: Auch alltägliche, seelische oder berufliche Probleme können Kreuzschmerzen hervorrufen und deren Verlauf beeinflussen. Deshalb soll Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie vor und während der Behandlung gezielt auf Belastungen im Privatleben und am Arbeitsplatz ansprechen.

Extreme Hitze: Was müssen Herzpatienten beachten?

Extreme Hitze: Was müssen Herzpatienten beachten?
© Korn V. - stock.adobe.com

Sommerliche Hitze mit sehr hohen Temperaturen über 30 Grad Celsius kann zur Herausforderung besonders für ältere Menschen und diejenigen werden, die bereits wegen Herz- oder Blutdruckproblemen in Behandlung sind. Mögliche Folgen der hohen Temperaturen sind Müdigkeit und Schwindel sowie Blutdruckabfall bis hin zum Kreislaufkollaps, außerdem Herzrhythmusstörungen oder auch Muskelkrämpfe. „Diesen Folgen können Betroffene vorbeugen, indem sie mit ihrem behandelnden Arzt Vorsichtsmaßnahmen besprechen, die je nach Herzerkrankung...

Patientenbroschüre informiert über Schlaganfallrisiko bei Vorhofflimmern

Patientenbroschüre informiert über Schlaganfallrisiko bei Vorhofflimmern
© sudok1 / Fotolia.com

Die bewährte Patientenbroschüre „Schlaganfallrisiko bei Vorhofflimmern. Erkennen. Handeln. Vorbeugen“ ist jetzt in einer überarbeiteten Neuauflage verfügbar. In patientengerechter Sprache erfahren Betroffene und ihre Angehörigen, was Vorhofflimmern ist, wie es behandelt wird und wie sie selbst das individuelle Schlaganfallrisiko senken können. Die Neuauflage hat durch das Institut für hausärztliche Fortbildung im Deutschen Hausärzteverband (IHF) e. V. das IHF -Patientensiegel „Zertifizierte Inhalte – Für Patienten...

Migräne: „World Brain Day“ widmet sich individualisierter Therapie

Migräne: „World Brain Day“ widmet sich individualisierter Therapie
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Der „World Brain Day“ widmet sich am 22. Juli dem Thema Migräne. In Deutschland sind etwa 10% der Bevölkerung von Migräne betroffen, Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer. Doch viele werden nicht diagnostiziert und ärztlich behandelt – sie therapieren sich stattdessen lieber selbst. Nicht selten führt das zu Chronifizierung und neuen Kopfschmerzen, denn Schmerzmedikamente können bei häufiger Einnahme Kopfschmerzen verursachen oder verstärken. Dabei lasse sich durch eine leitliniengerechte und individualisierte Therapie...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Herz-Kreislauf-Erkrankungen: DGK fordert gesundheitspolitische Strategien "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.