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Medizin

30. November 2017 Herzinsuffizienz: Routinemäßige Überprüfung des Eisenstoffwechsels erforderlich

Bislang ist es unüblich, bei Patienten mit Herzinsuffizienz die Laborwerte des Eisenstoffwechsels zu überprüfen, obwohl bei 35-60% der Betroffenen Eisenmangel als Begleiterkrankung auftritt. Ein Eisenmangel führt u.a. zu Müdigkeit, Leistungsabfall und Konzentrationsschwäche und beeinträchtigt die Lebensqualität. Der Organismus der oftmals von weiteren Herz-Kreislauf-Leiden wie Bluthochdruck und Rhythmusstörungen zusätzlich belasteten Patienten wird allgemein anfälliger für Krankheiten.
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„In Anbetracht der Häufigkeit und klinischen Folgen des Eisenmangels sollte bei allen Patienten mit Herzschwäche routinemäßig der Eisenstoffwechsel überprüft werden“, fordert deshalb Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der  Deutschen Herzstiftung. Ob auch das Fortschreiten der Herzschwäche und der vorzeitige Herztod durch Eisenmangel mitbedingt sind, ist bis heute ungeklärt. „Die experimentellen Ergebnisse sprechen jedoch dafür“, unterstreicht der Kardiologe aus Hamburg. Eisenmangel gibt es bei Herzschwäche auch ohne jede Blutarmut, deshalb sollte Blutarmut nicht als einziger Anlass für eine Überprüfung des Eisenstoffwechsels gelten. Darauf weist der Experten-Ratgeber „Das schwache Herz“ (160 S.) der Herzstiftung hin
 
Wann liegt ein Eisenmangel vor und was genau ist zu messen?

Gemessen werden sollten in einer Blutprobe Ferritin (Speichereisen), Transferrin (Transporteisen) und der Hämoglobinwert. Definitionsgemäß besteht ein Eisenmangel bei einem Ferritin-Wert unter 100 µg/l. Liegt der Ferritin-Wert zwischen 100 und 300 µg/l besteht ein Eisenmangel dann, wenn das Transportprotein Transferrin für Eisen zu weniger als 20% mit Eisen besetzt ist. Von einer Anämie spricht man (nach neueren Angaben), wenn der Hämoglobin-Wert für Frauen unter 11,7 g/dl und bei Männern unter 13,2 g/dl liegt. Diese Laboruntersuchungen sollten bei allen Patienten mit einer systolischen Herzschwäche und einer Auswurffraktion von weniger als 45% mit den Zeichen einer Herzschwäche unter Belastung vorgenommen werden.

Ursache von Eisenmangel können unbemerkte Blutungen im Magen-Darmtrakt sein

Meistens spielen für Eisenmangel mehrere Ursachen eine Rolle. Wenn gleichzeitig eine Blutarmut besteht, muss geprüft werden, ob der Patient bislang unbemerkt Blut über den Magen-Darmtrakt verliert. Die Blutungsquellen solcher Mikroblutungen sind häufig schwierig zu finden. Eisen wird bei Patienten mit Herzschwäche vermindert aus dem Darm aufgenommen und vermehrt im Organismus benötigt. Auch der Herzmuskel benötigt Eisen und nach experimentellen Befunden ist der Eisengehalt des Herzmuskels bei Patienten mit Herzschwäche vermindert.
 
Eisenzufuhr: Körperlich leistungsfähiger und weniger Krankenhausaufenthalte


Eine Eisenzufuhr führt zu einer Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit, zu einer Verbesserung der Lebensqualität und zu weniger Krankenhausaufenthalten. Dies ist zumindest in wissenschaftlichen Studien wie der CONFIRM-HF Studie (2015) gesichert (in der Studie waren Patienten eingeschlossen mit einem Hämoglobin-Wert bis zu 15 g/dl). „Eine Eisenzufuhr über eisenhaltige Tabletten ist nicht möglich, weil bei Herzschwäche eisenhaltige Tabletten vom Darm nicht aufgenommen werden können“, erläutert Prof. Meinertz. Eine effektive Zufuhr ist durch eine wiederholte intravenöse Gabe von 500-1.000 mg Eisen-Carboxymaltose zu erreichen. In der Dauertherapie muss diese Injektion etwa alle drei Monate erfolgen. Wichtig zu merken: Eisenmangel gibt es auch ohne Blutarmut.

Quelle: Deutsche Herzstiftung e.V.


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