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Medizin

26. April 2020 (Hydroxy-)Chloroquin: Einsatz gegen COVID-19?

(Hydroxy-)Chloroquin (HCQ) soll in klinischen Studien als Mittel gegen COVID-19 getestet werden. Dies hat zu einem weltweiten Run auf die Substanz geführt – und auch viele Gesunde haben sich damit bevorratet. Das Resultat ist eine Verknappung des Angebots.
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HCQ wird nicht nur als Mittel gegen Malaria eingesetzt, sondern gehört auch zur Basismedikation verschiedener rheumatischer Erkrankungen – und damit zur Versorgung von Millionen von Patienten in Europa. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und die Europäische Kommission haben nun Guidelines gegen die Verknappung von Medikamenten durch COVID-19 veröffentlicht.

Kein Off-Label-Einsatz

So warnt die EMA vor dem Off-Label-Einsatz von HCQ (1). Die Substanz solle momentan nur bei den zugelassenen Indikationen, etwa Malaria und bestimmten Formen von Rheuma zum Einsatz kommen. Ebenso sei eine Verwendung bei COVID-19 nur im Rahmen von klinischen Studien sowie Programmen für den notfallmäßigen Einsatz gestattet. Die Europäische Rheumaliga (European League against Rheumatism, EULAR) begrüßt die Initiative. Dadurch sei die Versorgung von Rheuma-Patienten, die auf HCQ angewiesen sind, vorerst sichergestellt.
 
Versorgung mit HCQ muss für alle Patienten gewährleistet sein

Weltweit leiden etwa ein Prozent aller Menschen an rheumatoider Arthritis, allein in Europa sind etwa 120 Millionen Menschen betroffen (2). Diese Zahlen zeigen auch die Dimension einer möglichen Verknappung des wichtigen Medikaments, so EULAR-Kongresspräsident Prof. Dr. Iain B. McInnes, Glasgow, Schottland. „Wir begrüßen ausdrücklich die Aktivitäten, HCQ auf seine Wirksamkeit bei der Bekämpfung von COVID-19 zu testen“, betont McInnes. „Wir sind uns der ethisch schwierigen Abwägung der kontinuierlichen Versorgung von chronisch Kranken und des möglichen Nutzens von HCQ in der akuten Pandemie bewusst.“ Doch zum Schutz der Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, für die keine alternativen Therapieoptionen bestehen, sei es entscheidend, die weitere Versorgung mit HCQ zu garantieren. Dies gelte gerade auch für schwangere Patientinnen mit systemischem Lupus Erythematodes. „Hier wissen wir sicher, dass HCQ keine Schäden am Ungeborenen verursacht.“ Die verschiedenen Aspekte sind auch in einer aktuell erschienen wissenschaftlichen Publikation zusammengefasst (3). „Falls hochwertige klinische Studien die Wirksamkeit von HCQ bei COVID-19 belegen sollten, werden wir selbstverständlich die schwierigen Entscheidungen rund um eine faire Verteilung des Wirkstoffs unter den Betroffenen respektieren.”
 

Quelle: European League against Rheumatism (EULAR)

Literatur:

1. https://www.ema.europa.eu/en/human-regulatory/overview/public-health-threats/coronavirus-disease-covid-19#impact-on-medicine-availability-and-shortages-section
2. Rheuma Map der EULAR
3. Graef ER et al: Festina lente: Hydroxychloroquine, COVID-19 and the role of the rheumatologist. Annals of the Rheumatic Diseases Published Online 2020; doi: 10.1136/annrheumdis-2020-217480, https://ard.bmj.com/content/early/2020/04/15/annrheumdis-2020-217480


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