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Medizin

18. September 2019 Hypoglykämie: Hohe Belastung für Angehörige

64% der Angehörigen von Menschen mit Diabetes empfinden Ängste und Sorgen in Bezug auf Hypoglykämien. Zu diesem Ergebnis kam eine internationale Studie, für die 4.300 Angehörige von Menschen mit Diabetes in 9 Ländern befragt wurden (1). Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Diabetes Therapy veröffentlicht. Die Analyse zeigt zudem, dass offene Gespräche über das Thema Hypoglykämien einen positiven Einfluss auf das Leben der Diabetes-Patienten haben können (1).
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64% der Angehörigen von Menschen mit Diabetes, die im Rahmen der TALK-HYPO Studie befragt wurden, gaben an, besorgt oder ängstlich aufgrund von Hypoglykämien zu sein. 66% machen sich mindestens einmal im Monat Sorgen über das Risiko einer Hypoglykämie bei ihrem Familienmitglied mit Diabetes. Außerdem wenden 74% der Umfrageteilnehmer weniger Zeit für Aktivitäten wie Hobbys, Urlaub oder die Pflege von sozialen Kontakten auf, bzw. verzichten gänzlich darauf, um ihre Angehörigen im Fall einer Hypoglykämie unterstützen zu können (1).

Hypoglykämien häufig kein Thema beim Arztbesuch

„Bisher wurde kaum untersucht, wie groß die Belastung durch Hypoglykämien sein kann – nicht nur für die Patienten mit Diabetes selbst, sondern auch für deren Familienmitglieder“, sagt Dr. Stewart Harris, Prof. für Familienmedizin an der Schulich School of Medicine and Dentistry, Kanada, Vorsitzender der Canadian Diabetes Association und Leiter der TALK-HYPO Studie. „So wichtig sie in der klinischen Praxis auch sind, werden Hypoglykämien manchmal im Verlauf eines regulären Arztbesuchs übersehen“, so Harris Einschätzung. „Die Ergebnisse der TALK-HYPO Studie zeigen jedoch eindeutig, wie wichtig es ist, über das Thema zu reden.“ So sind 76% der Befragten der Ansicht, dass häufigere Gespräche über Hypoglykämien einen positiven Einfluss auf das Leben ihrer Angehörigen mit Diabetes haben können (1).

Gespräche über Hypoglykämien gehen häufig von Angehörigen aus

Wenn Gespräche über Hypoglykämien stattfinden, ergreifen in fast der Hälfte der Fälle (45%) die Angehörigen die Initiative. 43% der befragten Familienmitglieder berichten, dass die Unterhaltungen in erster Linie daran scheitern, dass ihre Angehörigen mit Diabetes nicht über das Thema sprechen möchten. 78% der Befragten ermutigen ihre Familienmitglieder mit Diabetes, Hypoglykämien im Gespräch mit dem Arzt zu thematisieren (1).
Über 80% der befragten Familienmitglieder sind zudem der Ansicht, dass Gespräche über Hypoglykämien sie und ihre Angehörigen mit Diabetes wieder näher zusammenbringen können. Ein ähnlich hoher Anteil berichtet, dass die Gespräche ihnen dabei helfen, besser zu verstehen, wie sie sich im Fall einer Hypoglykämie verhalten sollen. Außerdem geben die Befragten an, durch die Gespräche einen besseren Einblick in die Gefühlswelt ihrer Familienmitglieder mit Diabetes zu bekommen (1).

Über die TALK-HYPO Studie (1)
 
  • Die von Novo Nordisk finanzierte Studie TALK-HYPO hat das Ziel, auf die Belastung von Hypoglykämien für Familienmitglieder von Menschen mit Diabetes aufmerksam zu machen und ein Verständnis dafür zu entwickeln, welchen Beitrag Gespräche über Hypoglykämien mit Angehörigen und Ärzten bei der Diabetesbehandlung leisten können.
  • Der 47 Punkte umfassende Online-Fragenkatalog wurden von 4.300 Angehörigen von Menschen mit Diabetes (Typ 1 oder Typ 2 Diabetes, Einnahme von Insulin und/oder Sekretagoga) in neun Ländern ausgefüllt.
  • Die in der Studie befragten Familienmitglieder waren nicht auf eine bestimme Art der Beziehung beschränkt. Beim Großteil der Befragten handelte es sich um Eltern/Stiefeltern (37%) oder Ehepartner/Partner (18%). Das durchschnittliche Alter der Teilnehmer betrug 46,6 Jahre.
  • Die Verteilung zwischen Männern (48%) und Frauen (52%) war ausgeglichen.

Quelle: NovoNordisk

Literatur:

(1) Ratzki-Leewing A, Parvaresh Rizi E and Harris SB. Family Members: The Forgotten Players in the Diabetes Care Team (The TALK-HYPO Study). Diabetes Ther 2019; https://doi.org/10.1007/s13300-019-00687-y.


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