Mittwoch, 20. Februar 2019
Navigation öffnen

Medizin

07. Februar 2017 Impfstoff gegen Clostridium difficile: Phase-II-Studie mit positiven Ergebnissen

Aus einer Zwischenanalyse einer Phase-II-Studie zum Impfstoffkandidaten Clostridium-difficile (C. difficile) liegen positive erste Daten vor. Auf Grundlage dieser Ergebnisse werden im ersten Halbjahr 2017 Phase-III-Studien begonnen. Durch die Impfung soll C.-difficile-Infektionen (CDI) vorgebeugt werden. Der Impfstoff soll eine funktionelle Antikörperreaktion einleiten, durch die die beiden von C. difficile gebildeten Toxine (A und B) neutralisiert werden können. Die beiden Toxine sind die Hauptverursacher der typischen C.-difficile-Symptomatik (1).
Bei der Phase-II-Studie (NCT02561195) handelt es sich um eine randomisierte, placebo-kontrollierte, gegenüber dem Auswerter verblindete Studie, die bei mehr als 850 gesunden Erwachsenen im Alter von 65 bis 85 Jahren durchgeführt wird. In der Studie werden die Sicherheit, die Verträglichkeit und die Immunogenität des C.-difficile-Impfstoffkandidaten in zwei verschiedenen Dosierungen (100 μg und 200 μg) und in zwei verschiedenen Impfschemata mit je drei Impfdosen (Tage 1/8/30 und Monate 0/1/6) geprüft.

Insbesondere ältere Menschen gefährdet

Bei C. difficile handelt es sich um einen Sporen bildenden Krankheitserreger, der vor allem bei Menschen mit gestörter mikrobieller Darmflora Krankheitssymptome hervorruft. C. difficile setzt Toxine frei, die zu einer Reihe von Krankheiten führen können – von einer asymptomatischen Besiedelung bis hin zu Durchfall, einer pseudomembranösen Kolitis, einem toxischen Megakolon, einer Darmperforation oder sogar zum Tod (2,3). Der Erreger ist im Bereich der Krankenpflege die häufigste Ursache für Antibiotika-assoziierten Durchfall und stellt ein Gesundheitsproblem dar, das weltweit an Bedeutung gewinnt (4). Im Jahr 2011 traten in den USA etwa 453.000 Fälle einer CDI sowie 29.000 Todesfälle in Zusammenhang mit einer CDI auf (5).

CDI betrifft vor allem ältere Menschen: Nahezu zwei Drittel der Erkrankten sind 65 Jahre alt oder älter (6). Mit den zurzeit verfügbaren Behandlungsoptionen sind zwar kurzzeitige therapeutische Verbesserungen möglich, sie bieten jedoch keinen Langzeitschutz (7). Bei bis zu 25% der Patienten, die wegen einer ersten CDI-Episode behandelt werden, kommt es zu einem ersten Rückfall. Bei bis zu 65% der Patienten mit einem ersten Rückfall treten weitere Rückfälle auf (8,9).

Quelle: Pfizer

Literatur:

(1) Gerding DN and Young VB. Clostridium difficile infection. In: Mandell, Douglas, and Bennett's Principles and Practice of Infectious Diseases, 8th ed. Bennett JE, Dolin R, Blaser MJ (eds). Philadelphia, PA: Elsevier Saunders; 2015.
(2) Burtis CA, Ashwood ER, Bruns DE. Tietz Textbook of Clinical Chemistry and Molecular Diagnostics. 5th ed. St. Louis, Missouri: Elsevier Saunders; 2012.
(3) Savidge TC, Pan W-H, Newman P, et al. Clostridium difficile toxin B is an inflammatory enterotoxin in human intestine. Gastroenterology 2003;125(2):413-20.
(4) Association for Professionals in Infection Control & Epidemiology. Guide to the elimination of Clostridium difficile in healthcare settings 2008.
(5) Lessa FC et al. N Engl J Med. 2015;372:825-834.
(6) Bauer MP et al. Lancet. 2011;377:63-73.
(7) Ivarsson ME et al. Drug Discov Today. 2015;5:602-608.
(8) Cohen SH et al. Infect Control Hosp Epidemiol. 2010;31:431-455.
9)( McFarland LV et al. JAMA .1994;271:1913-1918.


Das könnte Sie auch interessieren

Die wichtigsten Tipps zur Grippe-Impfung

Die wichtigsten Tipps zur Grippe-Impfung
© Konstantin Yuganov / fotolia.com

Es geht wieder los: Die Grippe-Zeit beginnt! Insbesondere ältere Patienten sind durch Influenza-Viren gefährdet. Aber auch Schwangere, Kinder und Pflegepersonal sind besonders betroffen. Deswegen raten Experten jetzt zur gezielten Grippeschutzimpfung. „Für ältere Menschen eignen sich insbesondere die sogenannten tetravalenten Impfstoffe, die nun auch von den Krankenkassen bezahlt werden“, sagt Dr. Andreas Leischker (Foto), Impfexperte der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sowie Chefarzt der Klinik für Geriatrie des Alexianer-Krankenhauses...

Jeder 12. Junge süchtig nach Computerspielen

Jeder 12. Junge süchtig nach Computerspielen
© Photographee.eu / Fotolia.com

In Deutschland ist jeder zwölfte Junge oder junge Mann süchtig nach Computerspielen. Nach einer neuen DAK-Studie erfüllen 8,4 Prozent der männlichen Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter zwischen 12 bis 25 Jahren die Kriterien für eine Abhängigkeit nach der sogenannten „Internet Gaming Disorder Scale“. Bei den Betroffenen verursacht die exzessive Nutzung von Computerspielen massive Probleme. Der Anteil der betroffenen Mädchen und jungen Frauen liegt mit 2,9 Prozent deutlich niedriger. Das zeigt der Report „Game over“...

Ängste und Zurückweisung beim Thema AIDS abbauen

Ängste und Zurückweisung beim Thema AIDS abbauen
© psdesign1 / Fotolia.com

Dank moderner Medikamente können die rund 87.000 Menschen in Deutschland mit HIV beziehungsweise AIDS heute fast normal leben. Stattdessen belasten mitunter Ausgrenzung, Zurückweisung und Angst Betroffene heute schwerer als die eigentliche Erkrankung. „Vorurteile und mangelndes Wissen sind oft die Hauptursachen für Ausgrenzung und Zurückweisung von HIV-Positiven. Dem wollen wir unter anderem mit einer Telefon-Hotline entgegenwirken“, so Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin der BARMER.

Lymphknoten–Transplantation: Hilfe bei Lymphödemen

Lymphknoten–Transplantation: Hilfe bei Lymphödemen
© pixologic / fotolia.com

Neues Verfahren bietet erstmals Heilungschance bei Lymphstauungen. Vor allem Krebspatienten haben darunter zu leiden: Zwar ist der Krebs erfolgreich behandelt, doch zurück bleiben Folgen wie beispielsweise Lymphstauungen an Armen und Beinen. Meist handelt es sich um geschwollene, schmerzende Extremitäten, in denen die Lymphflüssigkeit nicht mehr abfließen kann, weil das feine System der dafür nötigen Kanäle beschädigt wurde. Bisher konnten nur die Symptome gelindert werden, oft eine unbefriedigende und lebenslang leidvolle Situation für die...

10 Fakten über Psychotherapie

10 Fakten über Psychotherapie
© hollandog / fotolia.com

Psychotherapie ist ein effektiver und sinnvoller Weg aus Krisen und Problemen. Wäre da nicht das Imageproblem. Um dieser Stigmatisierung entgegenzuwirken, wurde mit dem 5. Februar der Tag des Psychotherapeuten ausgerufen. Ein wichtiger Jahrestag, der zur Aufklärung von Missverständnissen beiträgt und das Bewusstsein für die lebenswichtige Arbeit schärft, die von Therapeuten täglich geleistet wird. Dr. Anabel Ternès ist Gründerin der digitalen Service-Plattform Psychologio, die Betroffenen einen vereinfachten Zugang zu einer...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Impfstoff gegen Clostridium difficile: Phase-II-Studie mit positiven Ergebnissen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.