Mittwoch, 15. Juli 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

21. Juni 2017 Infektionen im frühen Kindesalter fördern das Risiko für eine spätere Zöliakie

Diesen Schluss ziehen Wissenschaftler des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München, Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD). Sie hatten für die aktuelle Ausgabe des ‚American Journal of Epidemiology‘ Daten der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns ausgewertet. Wiederholte Magen-Darm-Erkrankungen im ersten Lebensjahr erhöhen das Risiko demnach besonders.
Anzeige:
Basistext
In früheren Veröffentlichungen hatten die Wissenschaftler um Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler, Oberschleißheim, bereits einen Zusammenhang zwischen frühkindlichen Infektionen und der Entstehung von Typ-1-Diabetes nachgewiesen. Das höchste Erkrankungsrisiko beobachteten sie bei Kindern mit wiederholten Atemwegsinfektionen innerhalb der ersten sechs Lebensmonate. Nach der aktuellen Auswertung war hingegen das Risiko, an einer Zöliakie zu erkranken, besonders hoch, wenn im ersten Lebensjahr Infektionen des Magen-Darm-Trakts aufgetreten waren.
Zu einem geringeren Grad war ein erhöhtes Erkrankungsrisiko auch im Zusammenhang mit frühen Atemwegserkrankungen nachweisbar. „Unsere Daten erlauben jedoch nicht den Schluss, ob die beobachteten Assoziationen kausal sind und beispielsweise auf Änderungen im Mikrobiom oder spezifischen Immunantworten beruhen“, kommentiert Erstautor PD Andreas Beyerlein die Ergebnisse. „Allerdings sieht es so aus, dass das erhöhte Zöliakie-Risiko eher mit einer dauerhaften Entzündung des Magen-Darm-Trakts im frühen Kindesalter in Zusammenhang steht und nicht durch einen spezifischen viralen oder bakteriellen Erreger ausgelöst wird.“

Die Wissenschaftler hatten anonymisierte Datensätze der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns von 295.420 Kindern, die in den Jahren 2005 bis 2007 geboren waren, ausgewertet. Berücksichtigt wurden ärztlich dokumentierte Infektionen seit der Geburt bis zum Alter von – im Mittel – 8,5 Jahren. Insgesamt entwickelten 853 Kinder eine Gluten-Unverträglichkeit, das entspricht einem Anteil von 0,3%.

Quelle: Helmholtz Zentrum München

Literatur:

Beyerlein A, Donnachie E, Ziegler A-G et al.
Infections in early life and development of celiac disease. American Journal of Epidemiology,
DOI: https://doi.org/10.1093/aje/kwx190


Anzeige:

Das könnte Sie auch interessieren

Ausgewogene Ernährung reduziert Krebsrisiko

Ausgewogene Ernährung reduziert Krebsrisiko
© Daniel Vincek / Fotolia.com

Mit einer ausgewogenen und ballaststoffreichen Ernährung erhält der Körper nicht nur wertvolle Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette, sondern auch wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Umgekehrt gilt: Mit dem stetigen Bevorzugen bestimmter Lebens- und Genussmittel schadet man der eigenen Gesundheit. „Das heißt, schon mit der Ernährung kann das Risiko für Darmkrebs erhöht oder gesenkt werden“, betont Lars Selig, Leiter des Ernährungsteams am Universitätsklinikum Leipzig (UKL). „Also: Nicht...

Forsa-Umfrage belegt: Mediennutzung nimmt durch Schulschließungen zu

Forsa-Umfrage belegt: Mediennutzung nimmt durch Schulschließungen zu
© vege / Fotolia.com

Morgens länger schlafen und nicht zur Schule gehen, Hausaufgaben im Kinderzimmer oder am Küchentisch erledigen, Mama und Papa im Homeoffice, kein Besuch von Oma und Opa: Das Corona-Virus wirbelt in diesen Wochen den Familienalltag gehörig durcheinander. Hinzu kommt, dass Medien auf Kinder derzeit noch mehr als sonst magische Anziehungskräfte ausüben. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse berichten nahezu alle Eltern (95 %), dass ihr Kind zwischen 6 und 18 Jahren PC, Smartphone und Co. während der...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Infektionen im frühen Kindesalter fördern das Risiko für eine spätere Zöliakie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • England führt Maskenpflicht im Handel ein – Maßnahme gilt ab 24. Juli 2020 (dpa, 14.07.2020).
  • England führt Maskenpflicht im Handel ein – Maßnahme gilt ab 24. Juli 2020 (dpa, 14.07.2020).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden