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Medizin

25. Januar 2013 Inhalatortyp kann Therapietreue von Asthmapatienten verbessern

Eine retrospektive Analyse der Daten von 2.444 Asthmapatienten zeigt, dass der Novolizer® häufiger dauerhaft angewendet wird als der Turbohaler®. Die Autoren folgern daraus, dass dies ein Hinweis auf eine bessere Symptomkontrolle, bedingt durch eine höhere Therapietreue bei Anwendern des Novolizers® sein kann und dazu beitragen kann, Exazerbationen zu verhindern (1).

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Die Therapieadhärenz von Asthmapatienten ist noch immer unzureichend (2,3). Damit verbunden sind eine mangelhafte Kontrolle der Symptome und häufige Exazerbationen. Aber auch eine nicht korrekte Anwendung des Inhalators kann den Erfolg der Asthmatherapie verhindern und letztlich auch zu einer schlechten Therapietreue führen. So belegen Studien, dass diese von zahlreichen Faktoren abhängt - häufig aber auch von der Bauweise und der Handhabung des Inhalators (4).

Retrospektive Analyse von 11 Millionen Kassenrezepten durchgeführt

Die aktuelle Studie von Voshaar et al. (1) gibt Hinweise darauf, dass der Inhalatortyp einen entscheidenden Einfluss auf die Therapietreue von Asthmapatienten haben kann. Die Forscher analysierten 11 Mio. anonymisierte Kassenrezepte aus ca. 3.000 Praxen niedergelassener Ärzte in Deutschland. Die Rezepte gaben unter anderem Aufschluss über Alter und Geschlecht der Patienten und die ICD-10-Diagnose sowie Informationen zum jeweils verschriebenen Medikament oder zu krankheitsbedingtem Arbeitsausfall.

Ausgewertet wurden die Daten von 2.444 Asthmapatienten (ICD-10-Code: J45), die zwischen Juni 2001 und September 2007 erstmals 200 µg Budesonid verschrieben bekommen haben und von denen die Daten von mindestens einem Jahr vor und nach Beginn der Therapie verfügbar waren. Sie wurden in zwei Gruppen eingeteilt: die Novolizer®-Gruppe (Novopulmon®/Budecort®), n = 1.780 und die Turbohaler®-Gruppe (Pulmicort®), n = 664.

Bei der Datenanalyse wurde berücksichtigt, wie oft ein inhalatives Kortikosteroid (ICS) verschrieben wurde, wie hoch die Dosis war und ob es sich um einen Wechsel oder den Neubeginn in der ICS-Behandlung handelte. Zusätzlich wurden Exazerbationen und die Verordnung oraler Kortikosteroide ermittelt. Die Ergebnisse wurden nach Alter, Geschlecht, Art der Krankenversicherung (gesetzlich oder privat), vorheriger Asthmabehandlung sowie Komorbiditäten der Patienten adjustiert.

Novolizer®-Patienten wechseln seltener das inhalative Kortikosteroid

Die Novolizer®-Patienten waren insgesamt jünger (36,8 ± 21,9 Jahre vs. 43,7 ± 21,5 Jahre, p < 0,0001), zu einem größeren Teil gesetzlich krankenversichert und wurden häufiger von einem Spezialisten behandelt (Pneumologe oder HNO-Arzt statt Allgemeinarzt oder Internist) als die Turbohaler®-Patienten. Ein Jahr nach Behandlungsbeginn erhielten 89% der Novolizer®- bzw. 85% der Turbohaler®-Patienten noch das gleiche inhalative Kortikosteroid. Die Novolizer®-Patienten wurden seltener und später auf ein anderes ICS umgestellt als die Turbohaler®-Patienten (p = 0,0108, log-rank-Test). Zudem wechselten deutlich weniger Patienten aus der Novolizer®-Gruppe vorübergehend oder dauerhaft zu einem anderen ICS (14,7 vs. 20,8%, p = 0,0002, log-rank-Test).

Die Anzahl der Exazerbationen lag bei Patienten, die den Novolizer® verwendeten, tendenziell etwas niedriger (0,12 vs. 0,18, p = 0,4096, nicht signifikant) und sie benötigten seltener systemische Kortikosteroide als die Turbohaler®-Anwender. Aus den Ergebnissen schließen die Autoren, dass die häufigere dauerhafte Anwendung des Novolizer® bzw. der seltenere Wechsel der Therapie auf eine bessere Compliance hindeutet und dazu beitragen kann, Exazerbationen zu verhindern.

Dies könnte mit dem multiplen Feedback- und Kontrollmechanismus des Novolizer® zusammenhängen, der eine optimale Kontrolle der korrekten Inhalation ermöglicht. Die Freisetzung des Wirkstoffs wird ab einem Atemfluss von mindestens 35 L/min ausgelöst. Dies wird durch ein Klickgeräusch bestätigt. Nach erfolgreicher Inhalation schaltet das Sichtfenster von Grün auf Rot und der Patient schmeckt die in der Dosis enthaltene Laktose. Das Zählfenster zeigt an, wie viele Inhalationsdosen noch zur Verfügung stehen. Die hohe Anwenderfreundlichkeit des Budecort® Novolizer® und die Möglichkeit zur Kontrolle der korrekten Inhalation können die Compliance erhöhen, was letztlich auch zu einer besseren Kontrolle der Asthmasymptomatik führt.
 
Literaturhinweise:
(1) Voshaar T et al. A retrospective database analysis on persistence with inhaled corticosteroid therapy: comparison of two dry powder inhalers during asthma treatment in Germany. Int J of Clin Pharmacol Ther 2012; 50(4):257-264
(2) Sims EJ et al. Current control and future risk in asthma management. Allergy Asthma Immunol Res 2011; 3(4):217-225
(3) Gamble J et al. The prevalence of nonadherence in difficult asthma. Am J Respir Crit Care Med 2009; 180(9):817–822
(4) Barnes PJ. Achieving asthma control. Curr Med Res Opin 2005;21 (Suppl 4):S5-9   

Quelle: Astellas


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