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Medizin

08. Mai 2013 "Insulin-Führerschein" für Typ-2-Diabetiker: Strukturiertes Schulungsprogramm für den Einstieg in die BOT

Erstmals wurde ein strukturiertes Schulungsprogramm speziell für Typ-2-Diabetiker entwickelt, die eine basal unterstützte orale Therapie (BOT) beginnen. Weitere Besonderheiten von "bot leben" sind der modulare Aufbau, der patientenzentrierte Ansatz, die Flexibilität im zeitlichen Ablauf, die effektive Nutzung der Personalressourcen und die Eignung zur sektorenübergreifenden Anwendung. Das von Sanofi unterstützte Programm mit vier Einheiten zu je 60 Minuten wird derzeit evaluiert und in Kürze verfügbar sein.

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"Wenn eine Insulintherapie notwendig wird, so ist die BOT der Königsweg für den Einstieg", betonte Dr. Stephan Kress, Oberarzt am Vinzentius-Krankenhaus Landau. "Sie ist effektiv in der  Blutzuckerkontrolle, flexibel, wenig aufwändig und verursacht nur wenig Gewichtszunahme." Eine Rationale für einen frühzeitigen Start der BOT seien die guten meta­bolischen Ergebnisse der Langzeitstudie ORIGIN mit Therapien auf der Grundlage von Insulin glargin (Lantus®) (1).

Der Einstieg in die BOT kann bekanntlich ganz unterschiedlich aussehen und ebenso im Rahmen der hausärztlichen Betreuung wie auch in der Diabetes-Schwerpunktpraxis oder bei einem Klinikaufenthalt zum Thema werden. "Mit "bot leben" ist dies kein Problem", so Kress: "Die einzelnen Schulungsmodule können sektorenübergreifend und in flexibler Reihenfolge durchgeführt werden." So sei es denkbar, dass die Einzelgespräche des ersten Moduls in der Klinik oder Schwerpunktpraxis stattfinden und dass die Medizinischen Fachangestellten der Hausarztpraxis dann die Module zwei bis vier übernehmen.

Diese drei Module mit den Inhalten "Fit für die Insulingabe - das kann ich auch", "Unterzuckerung erkennen und vermeiden" sowie "Im Alltag zurecht kommen" finden in Gruppengesprächen mit je sechs bis acht Patienten statt, so dass die Personalressourcen des Praxisteams effektiv genutzt werden. "Die Reihenfolge spielt bei den Modulen zwei bis vier keine Rolle mehr; sie lassen sich flexibel in das Terminmanagement von Praxis und Patienten einfügen", so Bernd-Michael Scholz, Diabetologe in einer Hamburger Schwer­punktpraxis. "Welcher Schulungsinhalt bereits behandelt wurde, wird in einem "Insulin-Führerschein" festgehalten, so dass auch ein Wechsel des Schulungsortes problemlos erfolgen kann."

"Die Patienten begeistern sich sehr für den "Insulin-Führerschein". Diese Form der Zertifizierung kommt ihrem Bedürfnis entgegen, eine erbrachte Leistung auch nachweisen zu können", ergänzte Helga Varlemann, Diabetesberaterin DDG, Hamburg. "Überhaupt werden die Bedürfnisse und Sorgen der Menschen mit Typ-2-Diabetes in diesem Schulungsprogramm groß geschrieben." Dabei spiele die Gruppendynamik im zweiten bis vierten Schulungsmodul eine positive Rolle. "Eine Hilfe bei schwierigen Gesprächsthemen bieten die "Mut- und Sorgenkarten", die häufige Fragen und Vorbehalte bei der Insulinersteinstellung thematisieren", so Varlemann.

Zum Koffer mit den Schulungsmaterialen für "bot leben" gehören neben den 16 Mut- und Sorgenkarten, dem Insulin-Führerschein und weiteren Materialien für die Patienten auch das Curriculum der Schulungsinhalte, ein Ordner zur Patientenschulung mit Overhead-Folien sowie einer CD mit den Abbildungen als Power-Point-Präsentation sowie Kopiervorlagen.

An der Entwicklung von bot leben waren neben Diabetologen auch Diabetesberaterinnen, Psychologinnen und eine Pädagogin beteiligt. "Das Programm ist für den breiten Einsatz gedacht, in Klinik und Praxis, in Ballungszentren ebenso wie im ländlichen Raum", betonte Dr. Helmut Anderten, Diabetologe aus Hildesheim. Voraussetzung für die Lehrenden sei lediglich der Besuch eines "Train-the-Trainer"-Seminars an einem Wochenende sowie der Erwerb der Schulungsmaterialien durch die Praxis oder Klinik. Anderten verwies auf die derzeit stattfindende Evaluierung des Programms in bundesweit 60 Zentren und betonte: "Wir hoffen, dass "bot leben" ab nächstem Jahr erstattungsfähig wird. Im Zuge einer Rationalisierung der Patientenschulung lohnt sich die Nutzung des innovativen Programms aber auch schon jetzt."
 
Literaturhinweis:
(1) Gerstein HC, Bosch J, Dagenais GR, Diaz R, Jung H, Maggioni AP, et al. Basal insulin and cardiovascular and other outcomes in dysglycemia. N Engl J Med. 2012; 367(4): 319-28.

Quelle: Sanofi-Aventis


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