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Medizin

20. März 2017 Insulin aspart wirkt mit neuer Formulierung schneller

Nicht nur Hypoglykämien, auch postprandiale Hyperglykämien können Diabetikern erheblich zu schaffen machen. Einen Ausweg bietet die neue Formulierung von Insulin aspart. Durch die besonders schnelle Freisetzung wirkt sie Blutzuckerspitzen entgegen.
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Die bisher verfügbaren Mahlzeiteninsuline wirken zwar schnell, können aber die Geschwindigkeit der physiologischen Insulinfreisetzung nicht erreichen, erklärte Prof. Thomas Forst, Neuss. Mit der neuen Formulierung von Insulin aspart (Fiasp®) lässt sich die „Insulinlücke“ erheblich verkleinern. Möglich wird die beschleunigte Wirkung durch die Zugabe von zwei Hilfsstoffen zum herkömmlichen Insulin apart (NovoRapid®): Die Aminosäure L-Arginin wirkt als Stabilisator, Niacinamid (Vitamin B3) steigert die anfängliche Resorption und sorgt so für eine frühe Blutzuckersenkung.  
 
Die verbesserte klinische Wirkung zeigen Phase-3-Studien mit zusammen rund 2.000 Teilnehmern. Bei Typ-1-Diabetikern ermöglichte Fiasp® im Vergleich zu NovoRapid® eine effektivere Kontrolle der postprandialen Blutzuckerwerte. Auch der HbA1c-Wert wurde mit dem schnelleren Insulin stärker gesenkt, so Prof. Thomas Danne, Hannover. Bei Typ-2-Diabetikern ließ sich ebenfalls ein günstiger Einfluss auf den postprandialen Blutzucker zeigen, der Einfluss auf den HbA1c-Wert war mit NovoRapid® vergleichbar. Vermehrte Hypoglykämien wurden nicht beobachtet.
  
Vom Sicherheitsprofil her ist die neue Formulierung mit dem seit über 17 Jahren bekannten Insulin aspart vergleichbar, so Prof. Andreas Liebl, Bad Heilbrunn. Ein Vorteil von Fiasp®, es kann bis zu 20 Minuten nach Beginn der Mahlzeit gespritzt werden. Die Bedeutung postprandialer Hypoglykämien wurde bisher wahrscheinlich unterschätzt. In einer internationalen Studie gaben 62% der Befragten unerwünschte Blutzuckerspitzen in der vergangenen Woche an. Derartige Anstiege machen sich häufig durch eine verminderte Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz, vor allem bei älteren Patienten auch durch kognitive Einbußen bemerkbar. Als Kandidaten für eine Umstellung auf Fiasp® nannte Prof. Liebl z.B. einen 64-jährigen Typ-2-Diabetiker mit Z.n. Herzinfarkt, der aufgrund von mangelnder Diät-Compliance massiv erhöhte postprandiale Werte aufwies. Hier erhofft sich der Diabetologe neben der verbesserten Stoffwechselkontrolle auch eine Reduktion von Mortaliät und Folgeschäden.    
  
Sinnvoll ist der Einsatz des schnellen Insulins z.B. auch bei Typ-1-Diabetiker, die nach dem Essen spritzen wollen, weil sie ihre Krankheit am Arbeitsplatz verheimlichen. Eine besondere Bedeutung für  das „neue“ Insulin sieht Dr. Liebl in der Pumpentherapie, also bei Patienten mit Typ-1-Diabetes, die trotz sorgfältiger Einstellung noch unter erheblichen Blutzuckerschwankungen leiden.
 
Fiasp® wurde durch die EU-Kommission zugelassen, die Markteinführung ist bis Mitte 2017 geplant.

Dorothea Ranft 
 

Quelle: Pressekonferenz Novo Nordisk, Franfurt, 1. März 2017


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