Samstag, 14. Dezember 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

19. März 2018 Ixekizumab auch bei Genital- und Nagel-Psoriasis wirksam

Bei der diesjährigen Jahrestagung der American Academy of Dermatology (AAD) in San Diego wurden neue Daten zum Interleukin(IL-)17A-Inhibitor Ixekizumab (Taltz®) vorgestellt. Diese zeigen, dass die Therapie mit Ixekizumab sowohl die Symptome einer Genital-Psoriasis verbessern (1) als auch die Beeinträchtigung des Intimlebens durch die Hautläsionen verringern kann – und das bereits ab der ersten Woche (2). Neben einer Genitalbeteiligung ist auch eine Nagel-Psoriasis für die Patienten mit einem hohen Leidensdruck verbunden (3). Beim Kongress präsentierte Daten belegen eine starke Wirksamkeit auf befallene Nägel bei Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis, die unzureichend auf TNF-Inhibitoren angesprochen hatten (4).
Der zielgerichtete IL-17A-Inhibitor ist in Europa seit April 2016 zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen, seit dem 18. Januar 2018 auch zur Behandlung aktiver Psoriasis-Arthritis (5).
 
„Bei bis zu 63% der Patienten mit Plaque-Psoriasis ist auch der Intimbereich betroffen (6), was häufig mit einem hohen Leidensdruck verbunden ist (7). Zum einen belasten Juckreiz und Schmerzen die Betroffenen (8), zum anderen auch die daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf die Partnerschaft (9)“, betonte Dr. Oliver Bachmann, Senior Medical Director Lilly Deutschland, Österreich und Schweiz, Bad Homburg. In Zusammenarbeit mit Experten hat das Unternehmen eine Studie zur Wirksamkeit bei genitaler Beteiligung aufgesetzt, wodurch ein größeres Bewusstsein für das oft schambehaftete Thema geschaffen und eine wirksame Behandlungsoption angeboten werden soll, die schnell Besserung bringen kann.

Schnelle und starke Verbesserung von Symptomen der Genital-Psoriasis

In der multizentrischen, randomisierten, doppelblinden Phase-IIIb-Studie IXORA-Q mit 149 Patienten zeigte Ixekizumab (80 mg alle 2 Wochen nach einer Initialdosis von 160 mg) bis Woche 12 eine starke Wirksamkeit auf die genitale Psoriasis im Vergleich zu Placebo, was sich auch auf die sexuelle Aktivität auswirkte. Der Genital Psoriasis Symptom Scale (GPSS) Total Score, der 8 Symptome der Genital-Psoriasis bewertet, verbesserte sich im Mittel um 32 Punkte (Placebo: 3 Punkte) (1). Vor allem Juckreiz belastet Patienten mit Plaque-Psoriasis besonders (3). Unter Ixekizumab erzielten 60% der Patienten eine klinisch bedeutsame Verbesserung des genitalen Juckens (GPSS Itch NRS Score ≥ 3; Placebo: 8%) (1). Signifikante Verbesserungen aller Symptome bei genitaler Beteiligung waren bereits innerhalb der ersten Woche zu beobachten (1).

Positiver Einfluss auf die sexuelle Aktivität

Neben Symptomen wie Juckreiz und Schmerzen kann sich eine Genital-Psoriasis auch negativ auf das Intimleben der Patienten auswirken, denn sie ist häufig unter anderem mit einem erhöhten Schamgefühl sowie einer Vermeidung der sexuellen Aktivität verbunden (7,9). Auch hier zeigte Ixekizumab eine überzeugende Wirksamkeit nach 12 Wochen, wobei erste positive Effekte sogar vorher spürbar waren (2):
  • 92% der Patienten gaben an, in ihrem Liebesleben nicht mehr oder nur noch wenig durch ihre genitale Psoriasis beeinträchtigt zu sein (Placebo: 57%).
  • 78% berichteten, dass die Häufigkeit der sexuellen Aktivität nicht mehr oder nur noch wenig durch die genitale Psoriasis eingeschränkt war (Placebo: 21%).
  • 77% der Patienten vermieden nie oder nur noch selten sexuelle Aktivitäten (Placebo: 26%).
  • 86% gaben an, dass sich unter Ixekizumab ihre genitale Psoriasis während oder nach einer sexuellen Aktivität nicht oder kaum verschlechterte (Placebo: 53%).

Wirksam auch auf Nagel-Psoriasis bei Patienten mit Psoriasis-Arthritis

Zu den besonderen Lokalisationen, die mit einem hohen Leidensdruck verbunden sind, zählen auch die Nägel. Beteiligungen der Nägel sind häufig schwierig zu behandeln und für Betroffene besonders belastend, da sie sich schwer kaschieren lassen. Die Lebensqualität ist bei Psoriasis-Patienten mit Nagelbefall daher häufig stärker eingeschränkt als bei Patienten ohne Nagelbeteiligung (10). Sowohl bei Plaque-Psoriasis als auch bei aktiver Psoriasis-Arthritis sind bis zu etwa 80% der Patienten von einer Nagel-Psoriasis betroffen (11,12).

Die Studie SPIRIT-P2 untersuchte bei Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis und unzureichendem Ansprechen auf TNF-Inhibitoren neben der Wirksamkeit von Ixekizumab auf die Gelenke als sekundären Endpunkt auch die Wirksamkeit von Ixekizumab auf die Nagel-Psoriasis. In San Diego vorgestellte Daten aus einer Subgruppenauswertung belegen eine überzeugende Wirkung: Etwa die Hälfte der Patienten war nach 52 Wochen unter Ixekizumab (80 mg alle 4 Wochen nach einer Initialdosis von 160 mg) an den Nägeln erscheinungsfrei (Nail Psoriasis Severity Index (NAPSI)=0) (4). Im Vergleich zum Ausgangswert bei Studienbeginn hatte sich der NAPSI im Mittel um 15 Punkte verbessert (mittlerer Ausgangswert: 20,5) (4).
 
Diese Daten bestätigen die starke und schnelle Wirksamkeit des IL-17A-Inhibitors bei Nagelbeteiligung, die sich bereits im Studienprogramm bei mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zeigte – sowohl im Vergleich zum IL-12/23-Inhibitor Ustekinumab als auch zum TNF-Inhibitor Etanercept (12-14).

Quelle: Lilly

Literatur:

(1) Yosipovitch G et al. AAD, 16.-20. Februar 2018, San Diego; Poster 6037.
(2) Cather JC et al. AAD, 16.-20. Februar 2018, San Diego; Poster 5935.
(3) World Health Organization. Global report on psoriasis, 2016; online publiziert unter:  http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/204417/1/9789241565189_eng.pdf
(4) Merola JF et al. AAD, 16.-20. Februar 2018, San Diego; Poster 6041.
(5) Taltz® Fachinformation. Stand Januar 2018.
(6) Ryan C et al. J Am Acad Dermatol 2015;72:978-983.
(7) Meeuwis K et al. EADV, Genf, 13.-17. September 2017; FC02.03.
(8) Vender R et al. EADV, Genf, 13.-17. September 2017; P1999.
(9) Van de Kerkhof P et al. EADV, Genf, 13.-17. September 2017; P1998.
(10) Sobolewski P et al. Reumatologia 2017;55(3):131-135.
(11) Gladman DD et al. Ann Rheum Dis 2005;64(Suppl II):ii14-ii17.
(12) van de Kerkhof P et al. J Eur Acad Dermatol Venereol 2017;31:477-482.
(13) Ghislain PD et al. EADV, Genf, 13.-17. September 2017; P1868.
(14) Dennehy EB et al. J Drugs Dermatol 2016;15(8):958-961.


Das könnte Sie auch interessieren

Wenn das Herz stockt: Herzinfarkt erkennen und behandeln

Wenn das Herz stockt: Herzinfarkt erkennen und behandeln
© psdesign1 - stock.adobe.com

Nach wie vor stellen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems in Deutschland die häufigste Todesursache dar. Dennoch lässt sich in den vergangenen Jahren ein deutlicher Mortalitätsrückgang verzeichnen. Laut Deutschem Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e. V. ist die Zahl der Todesfälle rückläufig und hat sich seit dem Jahr 1980 sogar halbiert. „Aufgrund der guten Notfallversorgung können wir viele Patienten schnell und zielgerichtet behandeln“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Fehske, Chefarzt der Kardiologie und Inneren Medizin...

Diabetes in Deutschland: Lücken in Versorgung, Prävention und Aufklärung

Diabetes in Deutschland: Lücken in Versorgung, Prävention und Aufklärung
© pikselstock - stock.adobe.com

Was ist bloß mit der Politik los?! Das fragen sich kopfschüttelnd immer mehr Patienten mit Diabetes, Angehörige und Risikopatienten. Laut einer aktuellen Umfrage von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe mit mehr als 1500 Menschen fühlen sich 86 % der Menschen mit Typ-2-Diabetes nicht angemessen in der Politik vertreten. Das will die neue „Digitale Allianz Diabetes Typ 2“, ein Bündnis aus 16 Diabetesorganisationen und Fachverlagen, ändern! 

Essstörungen bei Diabetes können lebensgefährlich sein

Essstörungen bei Diabetes können lebensgefährlich sein
© weixx - stock.adobe.com

Essstörungen treten bei jungen Patientinnen mit Typ-1-Diabetes zwei- bis dreimal häufiger auf als bei gesunden Frauen. Die Betroffenen hoffen, Gewicht zu verlieren, indem sie zeitweise darauf verzichten, sich Insulin zu spritzen. Damit riskieren sie unumkehrbare Schäden an Nerven und Gefäßen und im schlimmsten Fall sogar ihr Leben. Anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz am 18. Juni in Berlin rufen Diabetes- und Hormonexperten dazu auf, die Kombination dieser beiden Erkrankungen stärker in den Fokus zu rücken. Insbesondere Ärzte und...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Ixekizumab auch bei Genital- und Nagel-Psoriasis wirksam"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.