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Medizin

10. Juli 2019 KHK: Nationale VersorgungsLeitlinie postuliert antianginöse Medikation an Komorbiditäten auszurichten

Bei der Behandlung der stabilen koronaren Herzerkrankung (KHK) wird ein patientenorientierter Behandlungsansatz immer wichtiger. Die im April veröffentlichte 5. Auflage der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) „Chronische KHK“ unterscheidet erstmals nicht mehr zwischen Medikamenten der ersten und zweiten Wahl zur symptomatischen Dauertherapie. Es wird empfohlen die Wahl der antianginösen Medikation an den Komorbiditäten des Patienten und den möglichen unerwünschten Wirkungen zu orientieren (1). Das ist ein deutlicher Schritt hin zu einer auf den Patienten zugeschnittenen Therapie.
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Symptomkontrolle im Fokus

Im Rahmen einer Pressekonferenz von Berlin-Chemie anlässlich des 10. Jubiläums von Ranolazin (Ranexa®) haben Experten über die evidenzbasierte, symptomatische Behandlung von Patienten mit stabiler Angina pectoris (AP), dem Leitsymptom der stabilen KHK, gesprochen. In der symptomatischen KHK-Therapie nimmt das Antianginosum Ranolazin aufgrund seiner hämodynamisch neutralen Wirkung eine besondere Rolle ein.
In den vergangenen Jahren hat bei den Therapiezielen in der Behandlung der stabilen KHK ein Umdenken stattgefunden. Während früher Therapieentscheidungen hauptsächlich Prognose-orientiert getroffen wurden, stehen heute auch eine effektive Symptomkontrolle und die Lebensqualität der Patienten im Fokus.

Medikamentöse Dauertherapie indiziert

Um die Lebensqualität von Patienten mit stabiler AP zu verbessern, ist eine symptomatische medikamentöse Dauertherapie indiziert. Bei der Auswahl der geeigneten Medikation wird in der 5. Auflage der NVL nun erstmals nicht mehr zwischen Medikamenten der ersten und zweiten Wahl unterschieden. Denn nach Einschätzung der Leitliniengruppe gibt es derzeit keinen Nachweis der Über- oder Unterlegenheit einer bestimmten antianginösen Therapie bezüglich ihrer symptomatischen Wirkung (1).

Ranolazin weist gute Verträglichkeit auf

Die Auswahl der Medikation solle nach Komorbiditäten und Verträglichkeit erfolgen, erläuterte Prof. Dr. Claudius Jacobshagen im Rahmen der Pressekonferenz in Berlin. Für die symptomatische Dauertherapie der stabilen AP steht mit Ranolazin eine bewährte Therapieoption zur Verfügung, deren gute Wirksamkeit in einem umfangreichen Phase-III- und Phase-IV-Studienprogramm belegt wurde (2-7). Ranolazin ist zur symptomatischen Behandlung für erwachsene Patienten mit stabiler Angina pectoris indiziert, die unzureichend behandelt sind oder antianginöse Mittel der ersten Wahl (wie Betablocker und/oder Kalziumantagonisten) nicht tolerieren (8). Andere antiischämische Medikamente, wie Betablocker, Kalziumantagonisten und langwirksame Nitrate, können aufgrund von Kontraindikationen und Nebenwirkungen oft nur eingeschränkt eingesetzt werden (9,10). Hypotonie, Brady- oder auch Reflex-Tachykardie sind häufige unerwünschte Wirkungen (10). Ranolazin zeichnet sich durch eine allgemein gute Verträglichkeit (2-4) aus und verfügt auch bei symptomatischen KHK-Patienten mit Begleiterkrankung Typ-II-Diabetes über ein gutes Sicherheitsprofil (6). Schwere Nebenwirkungen waren bei diesen Patienten gegenüber Placebo nicht erhöht (6).

Senkung der Hypoglykämien bei Komorbidität Diabetes

„Gerade für die Patienten mit Komorbidität Diabetes ist Ranolazin besonders geeignet“, so Jacobshagen. Diese Patienten benötigen eine antianginöse Medikation, welche die AP-Beschwerden effektiv reduziert, zugleich aber die glykometabolischen Stoffwechselparameter nicht negativ beeinflusst (11). Die Daten der TERISA-Studie zeigten, dass Ranolazin im Vergleich mit Placebo die Anzahl der AP-Attacken bei Patienten mit Typ-II-Diabetes wirksam reduzierte und zu keinen vermehrten Hypoglykämien im Vergleich zu Placebo führte (6). In Deutschland ist Ranolazin das einzige verfügbare Antianginosum mit primären Studiendaten zu stabiler KHK und Begleiterkrankung Typ-II-Diabetes (10).

Reduktion der Häufigkeit von AP-Attacken

Prof. Dr. Samuel Sossalla betonte, dass die Beschwerdefreiheit der Patienten entscheidend sei für die Lebensqualität. „Sind die Patienten trotz eingestelltem Blutdruck und Herzfrequenz weiterhin symptomatisch, dann ist Ranolazin meines Erachtens die erste zu erwägende Substanz“, so Sossalla. Denn Ranolazin reduziert die Häufigkeit von AP-Attacken ohne Herzfrequenz und Blutdruck zu beeinflussen, da es direkt in der Myokardzelle ansetzt und nicht über die Hämodynamik wirkt (2,8). Unter Ranolazin verbesserten sich im Vergleich zu Placebo die Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit bei stabiler AP signifikant (2,3,12,13). In der Folge konnte die Lebensqualität der Patienten erhöht werden (13).
Ranolazin kann eine wirksame antiischämische und antianginöse Therapie für eine Vielzahl verschiedener Patiententypen darstellen und ist damit ein wichtiger Bestandteil einer personalisierten symptomatischen Behandlung der stabilen KHK.

Quelle: Berlin-Chemie

Literatur:

(1) Nationale Versorgungsleitlinie, 5. Auflage, 2019: https://www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/khk/khk-5aufl-vers1-lang.pdf; letzter Zugriff April 2019
(2) Chaitman BR et al. J Am Coll Cardiol 2004; 43: 1375-1382.
(3) Chaitman BR; JAMA 2004; 291 (3): 309-316.
(4) Stone PH et al. J Am Coll Cardiol 2006; 48: 566-575.
(5) Morrow DA et al. Jama 2007; 297: 1775-1783.
(6) Kosiborod M et al. J Am Coll Cardiol 2013; 61 :2038-2045.
(7) Rousseau MF et al. Am J Cardiol 2005; 95: 311-316.
(8) Fachinformation Ranexa®
(9) Müller-Löbnitz C. J Med Drug Rev 2014; 4: 53-65.
(10) Montalescot et al. European Heart Journal 2013; 34, 2949-3003.
(11) Deedwania PC Rev Cardiovasc Med 2015; 16: 105-113.
(12) Rousseau MF et al. Am J Cardiol 2005; 95: 311-316.
(13) Diedrichs H et al. J Clin Exp Cardiolog 2015; 6: 12.


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