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Medizin

12. Januar 2017 Kindliche Migräne: Amitriptylin, Topiramat oder Placebo unterscheiden sich nicht bezüglich Schmerzreduktion

Es gibt bislang keine etablierte Therapie, um Migräneepisoden bei Kindern zu verhindern. Eine randomisierte doppelblinde Studie (NCT01581281) untersuchte Amitriptylin (1 mg/kgKG pro Tag, n=132), Topiramat (2 mg/kgKG pro Tag, n=130) und Placebo (n=66) bei 328 Kindern und Jugendlichen (zwischen 8 und 17 Jahren) mit Migräne. Primärer Endpunkt war eine relative Reduktion der Kopfschmerzfrequenz um 50% verglichen mit einem 28-Tage-Baseline-Zeitraum.
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Basistext
Die 50%ige Schmerzreduktion erreichten alle Gruppen mit vergleichbaren Ergebnissen, 52% in der Amitriptylin-Gruppe, 55% in der Topiramat-Gruppe und 61% in der Placebo-Gruppe. Es gab auch keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen bezüglich sekundärer Endpunkte wie Kopfschmerz-bezogener Einschränkung oder Kopfschmerztagen.

Patienten, die Amitriptylin oder Topiramat erhielten, hatten jedoch weitaus stärkere Nebenwirkungen als die der Placebo-Gruppe, vor allem Fatigue (30% vs. 14%) und Mundtrockenheit (25% vs. 12%) in der Amitriptylin-Gruppe bzw. Parästhesie (31% vs. 8%) und Gewichtsabnahme (8% vs. 0%) in der Topiramat-Gruppe. 3 Patienten der Amitriptylin-Gruppe hatten starke Stimmungsschwankungen, 1 Patient der Topiramat-Gruppe unternahm einen Selbstmordversuch.

Fazit: Die Studie konnte in einem 24-wöchigen Zeitraum keinen Unterschied bezüglich des Nachlassens der Kopfschmerz-Frequenz oder kopfschmerzbedingter Einschränkungen unter Amitriptylin, Topiramat oder Placebo feststellen. Stattdessen zeigten die aktiven Medikationen höhere Nebenwirkungsraten.
(übers. v. AB)

Quelle: NEJM 2017

Literatur:

Scott W. Powers, Christopher S. Coffey, Leigh A. Chamberlin et al.
Trial of Amitriptyline, Topiramate, and Placebo for Pediatric Migraine
N Engl J Med 2017; 376:115-124January 12, 2017DOI: 10.1056/NEJMoa1610384
http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1610384?query=featured_home


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